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Heftiger Streit mit schlimmen Folgen

Auseinandersetzung in Perleberg eskaliert Heftiger Streit mit schlimmen Folgen

Im April 2014 eskaliert in Perleberg ein Streit zwischen einer schwangeren 19-Jährigen und einer 24-jährigen Frau. Als sich der Freund der Schwangeren einmischt, eskaliert die Auseinandersetzung. Fäuste fliegen, ein Hund beißt zu und eine Bierflasche wird als Waffe eingesetzt - wenig später verliert die 19-Jährige ihr Baby.

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Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Perleberg. Eine wüste Schlägerei auf dem Perleberger Bahnhof hat jetzt ein juristisches Nachspiel vor dem Amtsgericht in der Kreisstadt gefunden. Ein Schöffengericht sprach in dieser Woche für zwei junge Männer empfindliche Strafen aus, wie Frank Jüttner, der amtierende Amtsgerichtsdirektor, informierte. Ein 25-jähriger Wittenberger wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Die Strafe ist ohne Bewährung. Sein 26-jähriger Kumpan aus Perleberg kam mit einer Bewährungsstrafe von neun Monaten davon.

Der Vorfall ereignete sich am 10. April 2014. Die Auseinandersetzung, die später völlig aus dem Ruder lief, bahnte sich im Zug von Wittenberge nach Perleberg an. Eine junge Frau (24), in deren Begleitung sich die beiden Angeklagten befanden, pöbelte eine 19-Jährige an, die sich in Begleitung ihres 20-jährigen Freundes befand. Was die 24-Jährige zu ihren Ausfällen reizte, war nicht mehr eindeutig zu ermitteln. Es spielte aber offenbar eine Rolle, dass die 19-Jährige schwanger war. Als die Beschimpfungen immer heftiger wurden, meinte ihr 20-jähriger Freund: „Jetzt ist es aber gut.“ Daraufhin mischte sich der 25-Jährige in die Auseinandersetzung ein und forderte den 20-Jährigen auf, in Perleberg auszusteigen, um die „Sache“ zu klären.

Dort wollten jedoch ohnehin alle aussteigen. Zwischen dem 20-Jährigen und dem 25-Jährigen entwickelte sich ein Handgemenge. Die 24-Jährige versuchte, gleichzeitig dem 20-Jährigen ins Gesicht zu schlagen und traf ihn auch. Der 20-Jährige wehrte sich vergeblich. Der fünf Jahre ältere Angreifer nahm ihn schließlich in den Schwitzkasten. Derweil versuchte die 24-Jährige ihn mit einer Bierflasche am Kopf zu treffen, doch die Schläge gingen auf seinen Rücken. Doch auch dann ließ sie von dem Opfer nicht ab. Nun versuchte sie, ihm das Gesicht zu zerkratzen. Schließlich griff auch der bis dahin unbeteiligte 26-Jährige mit seinem Hund in die Rauferei ein. Dieser biss dem Opfer in den Unterschenkel. Unter den heftigen Schlägen auch ins Gesicht verlor der 20-Jährige fast das Bewusstsein.

Die Polizei konnte die aggressive Frau sowie den 25-Jährigen noch in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs feststellen. Die 19-Jährige erlitt inzwischen eine Fehlgeburt. Dass die Auseinandersetzung auf dem Bahnhof ursächlich ist, konnte das Gericht nicht feststellen. Doch geht es davon aus, dass diese Tätlichkeiten sie stark mitgenommen haben.

Die beiden Angeklagten entschuldigten sich im Gerichtssaal bei dem 20-Jährigen, die dieser annahm. „Drei gegen einen sei jedoch unfair“, hielt er den beiden entgegen. Der 26-Jährige muss neben der Bewährungsstrafe dem Opfer ein Schmerzensgeld von 1500 Euro zahlen. Da der 25-Jährige vorbestraft war und gerade auf Bewährung entlassen wurde, muss er jetzt eine Haftstrafe antreten. Die 24-Jährige, die den Streit vom Zaum brach, erschien nicht vor Gericht. Sie hat sich offenbar abgesetzt und wird jetzt per Haftbefehl gesucht.

Von Michael Beeskow

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