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Prignitz Heidelbeersaison bei Quirlings gestartet
Lokales Prignitz Heidelbeersaison bei Quirlings gestartet
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00:18 08.07.2017
Ilse Lange pflückt sorgfältig die reifen Kulturheidelbeeren zwischen den unreifen. Das erfordert einiges Geschick. Quelle: Beate Vogel
Berge/Kleeste

Endlich sind die Sträucher trocken. Endlich kann es losgehen. Sorgfältig pflücken die Frauen die blauen Beeren aus den traubenartigen Fruchtständen: Am 4. Juli war Saisonstart auf der Heidelbeerplantage der Familie Quirling bei Kleeste/Berge. Für die Pflückerinnen bedeutet das nicht nur Arbeit, sondern auch ein Wiedersehen mit den Kolleginnen aus der vergangenen Saison.

Bärbel Zuter aus Werle (Mecklenburg-Vorpommern) ist seit vier Jahren dabei. „Weil es Spaß macht“, sagt sie. Mit den Kolleginnen kann sie bei der Arbeit einen netten Schwatz halten. Ilse Lange kommt extra aus Wittenberge zum Pflücken nach Berge gefahren. „Das machen wir auf Abruf, es hängt ja auch vom Wetter ab.“ Denn bei Regen können „Die dicken Blauen“, wie sich die Kulturheidelbeeren der Familie Quirling nennen dürfen, nicht gepflückt werden. In den ersten Tagen müssen die Pflückerinnen sehr sorgfältig sein: Blasse, kleine Beeren hängen dicht an dicht neben den dunkelblauen, großen und reifen Früchten. „Mittlerweile bekommt man aber ein Gefühl dafür“, sagt die 75-jährige Ilse Lange. Auch sie kommt gern wegen der Gemeinschaft auf die Plantage: „Das ist eine nette, kollegiale Truppe“, erzählt sie. „Ich freue mich jedes Mal, wenn es wieder losgeht.“

Heidrun Scherff kennt die Beeren in- und auswendig: Die Pflückerin aus dem nur sechs Kilometer entfernten Burow ist seit 1995 im Team. Sie war schon dabei, als Quirlings noch Spargel angebaut haben. „Ich habe eine grünen Daumen, habe einen gärtnerischen Beruf gelernt.“ Auch für sie ist der Einsatz in den Heidelbeeren nicht nur ein Job: „Es macht Spaß, deshalb komme ich jedes Jahr her.“ Ganz früh Aufstehen muss sie jedenfalls nicht: Gepflückt wird immer ab 9 Uhr. „Weil dann kein Tau mehr auf den Beeren liegt.“

Plantageninhaber Claus-Dieter Quirling blickt zuversichtlich in die Saison, auch wenn die Bedingungen zunächst nicht ganz so gut aussahen. „Das Frühjahr war trocken und sehr warm, da haben wir alle gedacht, es geht eher los.“ Doch dann kamen im Mai noch einmal die frostigen Nächte. Quirlings haben aber vorgesorgt: „Wir haben viel Geld in eine Frostberegnung gesteckt“, so der Betreiber. Vergangenes Jahr war der 28. Juni Saisonstart, diesmal ist es der 4. Juli. Die paar Tage, mag mancher denken. Aber die seien eben entscheidend, so Claus-Dieter Quirling.

Sein Team warte genau den richtigen Zeitpunkt ab, bevor es an die Ernte geht: „Die Qualität ist ganz entscheidend.“ Das sei auch der Grund, warum die Selbstpflücker von weit her kommen, um die „Dicken Blauen“ bei Berge in ihre Körbe zu pflücken. Quirling entscheide manchmal morgens, welche der acht Sorten an dem Tag gepflückt werden soll. Auf Wunsch der Kunden habe er einen Hektar einer alten Sorte durch eine neue ersetzt. „Legacy ist eine der neuesten Sorten, deren Geschmack sehr nachgefragt wird.“ Insgesamt haben die Quirlings acht Sorten auf ihrer Plantage, die sich in ihrem Reifeprozess ablösen. So kann bis Ende August/Anfang September gepflückt werden. Die professionellen Pflücker sind aus der Region, aber auch aus Polen. Viele von ihnen sind schon seit Jahren dabei und kommen immer wieder.

Die Familie Quirling ist stolz darauf, dass ihre Kulturheidelbeeren Prädikat „Die dicken Blauen“ tragen dürfen. Darüber hinaus hat der Betrieb bei der letzten QS-Zertifizierung die volle Punktzahl erreicht. „Wir haben von 100 von 100 Punkten“, berichten Ute und Claus-Dieter Quirling. Bewertet werden mit dem Prüfzeichen Erzeugung, Bearbeitung und Handelswege. „Auch die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, die Unterbringung unserer Beschäftigten, die Packstation, das Abfüllen, Sauberkeit und Ordnung – eben der gesamte Betriebsablauf“, erklärt der Plantagenchef. „Das müssen wir auch alles einhalten, sonst könnten wir die großen Ketten nicht beliefern“, erklärt er. Zu denen gehören etwa Aldi, Edeka und Famila.

Der Heidelbeerhof Quirling gehört seit diesem Jahr außerdem zum Netz „Die blauen Höfe“. Sozusagen als Ausreißer: „Die blauen Höfe“ finden sich vor allem in Niedersachsen. Quirlings sind die einzigen, die im westlichsten Zipfel Brandenburgs dazugehören. Sie führen die Liste an. Zu den Plantagen, die auf der Karte zu finden sind, gibt es kleine Piktogramme, die darüber informieren, ob es sich um eine Selbstpflückerplantage handelt, ob es ein Café gibt oder einen Hofladen.

Geöffnet ist der Heidelbeerhof Quirling dienstags bis freitags von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Montags ist Ruhetag. Die Beeren können selbst gepflückt oder gekauft werden. Im Café werden Kuchen und Eisbecher angeboten – die passenden Rezepte dazu finden sich auf einem Flyer, den die Besucher an der Anmeldung erhält. Claus-Dieter Quirling blickt jedenfalls zuversichtlich in die nächsten Wochen: „Es sieht gut aus, wir erwarten eine gute Ernte.“

Infos, Tipps und Rezepte unter www.hof-quirling.de

Von Beate Vogel

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