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Heitere Mienen am Kamin in Pritzwalk

Berichte von der Online-Omi Heitere Mienen am Kamin in Pritzwalk

Mit 82 Jahren steht die Berlinerin Renate Bergmann noch voll im Leben. Ihre abenteuerlicher Alltagserlebnisse füllen inzwischen drei Bücher, täglich berichtet sich auf Facebook und Twitter. Die Pritzwalker Bibliothekarin Angela Kludas las am Sonnabend zur großen Erheiterung ihrer Zuhörer aus den Büchern der inzwischen als Online-Omi bekannten Autorin.

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Rechts neben dem Kamin: die Pritzwalker Bibliotheksleiterin Angela Kludas.

Quelle: Michael Beeskow

Pritzwalk. Eigentlich wollte Renate Bergmann ja selbst in die Pritz­walker Stadtbiliothek kommen, um aus ihrem inzwischen dritten Buch vorzulesen. Doch da die 82-jährige ehemalige Reichsbahnerin prinzipiell nicht mit dem Zug reist – wenn schon, dann nur mit dem Flugzeug – und Pritzwalk keinen Flugplatz hat, so konnte sie eben nicht kommen.

Angela Kludas flunkerte natürlich ein wenig. Doch nichts passt besser zu den Geschichten von der inzwischen als Online-Omi bekannten Autorin. Und vielleicht war die Bibliotheksleiterin auch ein wenig froh, dass Renate Bergmann nicht nach Pritzwalk kam, denn so konnte sie selbst die Texte vorlesen, die ihr so unverkennbar großen Spaß bereiten. Überhaupt scheint es unmöglich, sich dem Charme der Geschichten von Renate Bergmann zu entziehen. Selbst ernste Gesichter lösen sich zwangsläufig in ein Schmunzeln auf. Es sind aber auch alles Geschichten, die der eigenwilligen Senioren widerfahren, die überhaupt keine Zeit hat, auf den Tod zu warten. Inzwischen berichtet sie von ihrem aufregenden Alltagsleben auch auf Facebook und Twitter – was der Berlinerin eben den Ruf der Online-Omi eingebracht hat.

Die Online-Omi übt scharfe Kritik – aber immer wohlmeinend

So modern dies Tun auch scheint, so eigenwillig distanziert bleibt die 82-Jährige allem modischen Getue gegenüber. Google heißt bei ihr eben „Gockel“ und ihren Toyota bezeichnet sie eben als „Koyota“. Der kritische Blick von Renate Bergmann auf ihre lieben Mitmenschen ist scharf, doch er bleibt immer wohlmeinend. Da ist ihre Freundin Gertrud, die ihr zu Weihnachten ein Kästchen „Mon Cherie“ schenkt. Renate Bergmann führt über Geschenke genau Buch, um in gleicher Höhe zurück zu schenken. Bei Gertrud ist das einfach: Da braucht sie jedes Jahr hinter der Rubrik „Mon Cherie“ nur einen Strich zu machen.

Meist kommt es bei Renate Bergmann anders als erwartet. Etwa, wenn sie ihre Tochter am Heiligen Abend im Sauerland besuchen möchte. Im Gepäck eine richtige Gans, die nicht nach Chemie riecht, und zwei Flaschen Korn, der für die Omi eine wichtige Rolle spielt. Doch leider steigt sie ins falsche Flugzeug, während Gans und Korn immerhin das Sauerland erreichen. Heiligabend in London – und nun geht die Geschichte von Renate Bergmann erst richtig los.

Von Michael Beeskow

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