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Prignitz Helfen im Schichtbetrieb
Lokales Prignitz Helfen im Schichtbetrieb
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02:15 16.02.2017
Der praktische Teil des Lehrgangs fand auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Pritzwalk statt. Quelle: Marc Histermann
Pritzwalk

Erbsensuppe mit Speck (gebraten bevorzugt) oder vegan, ohne Schweinefleisch oder ganz einfach klassisch: „Sofern es uns möglich ist, nehmen wir Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen“, sagt der stellvertretende SEE-Einsatzleiter Marc Histermann: „Auch, wenn man meinen könnte, dass solche Fragen in einer Notfallsituation eigentlich egal sind.“ Doch in vielen Fällen rückt die Sondereinsatzeinheit (SEE) des Landkreises Prignitz zu Einsätzen aus, die planbar sind – und wenn ein Einsatz planbar ist, ist es eben auch der Speiseplan.

Zum Lehrgang trafen sich die Helfer der SEE am Wochenende in Pritzwalk, dabei ging es um die Organisation von größeren Einsätzen, bei denen eine größere Zahl an Menschen versorgt werden muss. Thematisiert wurden Fragen wie jene, wie den Hilfesuchenden beispielsweise Hygieneartikel zur Verfügung gestellt werden können – oder auch, für wen unter den betroffenen eine andere Unterkunft als eine auf einem Feldbett beschafft werden muss. Nicht immer ist das so einfach, wie bei der älteren Dame, die sich während des letzten Elbehochwassers zunächst selbst evakuiert hatte und von der SEE lediglich an ein Seniorenheim verwiesen werden musste. „Letztlich hat es ihr dort so gut gefallen, dass sie dort geblieben ist“, erinnert sich SEE-Kreisbereitschaftsleiter Christian Piehl, Dozent beim Lehrgang.

Hochwasser und Bombenentschärfung

Diverse Einsätze haben die SEE-Leute aus der Prignitz in den vergangenen Jahren gehabt. Da war nicht nur das Elbe-Hochwasser, bei dem viele Einsatzkräfte im Dauereinsatz waren, sondern auch solche anlässlich von Bombenentschärfungen in Oranienburg, oder ein Einsatz in der Flüchtlingsaufnahme-Stelle in Eisenhüttenstadt. Hinzu kam die Unterstützung der Feuerwehr, bei denen die SEE für die Verpflegung sorgt, wenn ein Einsatz länger als zwei Stunden dauert. Oder auch Einsätze bei Veranstaltungen wie der Voov.

Alle Lehrgänge haben unterschiedliche Anforderungen – am Wochenende ging es um die Organisation einer Großschadenslage. Viele Fragen müssen bei einem solchen Ereignis geklärt werden – angefangen bei der Evakuierung bis zum Ort, an dem eine Sammelunterkunft eingerichtet werden kann und zur Registrierung der Betroffenen. Gibt es eine Turnhalle oder müssen Zelte aufgebaut werden? Ist die Unterkunft geheizt? Wer sorgt für die Verpflegung? Auch die Hygiene spielt eine große Rolle. Christian Piehl steuerte Berichte aus der Praxis bei: „Wir müssen beispielsweise genau Buch führen, welche Hygienesets wir ausgeben.“ Weil dies nachts mit schmaler Personaldecke schwierig ist, hätten sie in Eisenhüttenstadt schon im Vorfeld Sets für Männer oder Frauen zusammengepackt, so dass die Empfänger nur noch den Erhalt quittieren mussten.

Praktische Übung bei der Feuerwehr

Der Theorie am Samstag folgte am Sonntag dann die praktische Übung auf dem Gelände der Pritzwalker Feuerwehr. Die Übung der Sondereinsatzeinheit am Wochenende war zudem bereits der zweite Teil der Ausbildung für die ehrenamtlichen Helfer, der erste Teil fand bereits im November statt.

Im Landkreis Prignitz ist die Sondereinsatzgruppe an drei Standorten in Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge vertreten. Die drei Stützpunkte teilen sich die Aufgaben. In Pritzwalk sind zwei Krankentransporter und zwei Mannschaftswagen für eine Sanitätsgruppe sowie eine mobile Küche für den Verpflegungstrupp stationiert, der bis zu 80 Leute versorgen kann.

30 Helfer in Einsatzbereitschaft

Rund 30 Mitglieder der SEE sind in Pritzwalk in ständiger Bereitschaft. Im Notfall werden sie per Pieper und Handy zum Einsatzort gerufen. Sofern ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter dafür freistellt, erhält er wie bei der Feuerwehr eine Entschädigung. In einigen Fällen können die Einsätze jedoch vorgeplant werden – etwa, wenn wie beim Elbehochwasser eine Rund-um-die-Uhr-Hilfe erforderlich ist. „In solchen Fällen arbeiten wir dann sogar im Schichtbetrieb“, sagt der Pritzwalker Marc Histermann.

Drei bis vier große Einsätze gibt es in jedem Jahr für die Helfer, hinzu kommt die Absicherung von Veranstaltungen. Histermann: „Die Bereitschaft der Ehrenamtler zu helfen, ist groß.“

Von Claudia Bihler

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