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Helle empfing 280 Gäste

Ein Dorf, das gefällt Helle empfing 280 Gäste

Die schmucke Kirche in Helle (Gemeinde Groß Pankow) hat wohl noch nie so viele Besucher erlebt, wie in den vergangenen Tagen. 280 Ludwigsluster kamen in vier Etappen und besichtigten das Gotteshaus und auch den Ort. Die Reisenden waren auf den Spuren der Gänse zu Putlitz.

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Jutta Röder (vorn r.) hatte viele Informationen für die Gruppe aus Ludwigslust.

Quelle: Atzenroth

Helle. Das gab es noch nicht: Etwa 280 Besucher besichtigten vergangene Woche die Dorfkirche in Helle (Groß Pankow). Es handelte sich um Besucher aus Ludwigslust, die an vier aufeinanderfolgenden Tagen zu je etwa 70 Personen in das 37 Einwohner zählende Dorf kamen. Lediglich beim Kulturstopp der Tour de Prignitz im Jahr 2008 dürften mehr Menschen auf einen Schlag das Kirchlein besucht haben.

Aber unter den „normalen“ Besuchergruppen war dies die größte, die je da war. Empfangen wurden die Gäste von der Kirchenältesten Jutta Röder, die ihnen zunächst im Bus und dann in der wunderschönen Kirche selbst allerlei Interessantes über Kirche und Dorf zu erzählen hatte. Das 1913 erbaute Gotteshaus ist ein Werk des Architekten Georg Büttner und eine von 13 Kirchen, die er in Brandenburg konzipiert hat. Begeistert waren die Gäste von der Innenausmalung und Details wie den beiden Leuchtern und dem mittelalterlichen Flügelaltar. 1990 gab es die erste Taufe nach der Wende, seitdem goldene Hochzeiten, Trauungen, aber auch Trauerfeiern. „Seit drei Jahren ist sie eine offene Kirche, und von Jahr zu Jahr erhöhen sich die Besucherzahlen und die Spenden der Tagesgäste“, erzählt Jutta Röder. Wer ins Gästebuch der Kirche schaut, entdeckt die Eintragungen vieler Fahrradgruppen, die gezielt die Kirche ansteuern. Regelmäßig melden sich kleinere Gesellschaften für die Besichtigung an. Doch auch das Dorf selbst kommt gut an. „Wer pflegt denn dieses Dorf?“, fragte eine Besucherin aus Ludwigslust, angetan von dem Ambiente. „Na, wir!“, antwortete Jutta Röder, nicht ohne einen Anflug von Stolz auf die funktionierende Dorfgemeinschaft.

Fred Wegert, Geschäftsführer der Ludwigsluster Sanddorn-Apfelscheune, in der einheimische Sanddornprodukte hergestellt und an Ludwigsluster wie an Urlauber verkauft werden, hat die Fahrt für seine Kunden organisiert. Es war bereits die siebte dieser Art, und sie führte bislang immer in die Prignitz. „Auf den Spuren der Gänse von Putlitz“ lautete diesmal das Thema, und Helle ist nicht der einzige Haltepunkt gewesen. Natürlich ging es in Putlitz los, und nach dem Helle-Besuch fuhren die Besucher jeweils nach Retzin und Wolfshagen. Zum Abschluss kehrten sie in der Gaststätte Lamprecht in Lindenberg ein.

Fred Wegert hat eine persönliche Verbindung mit der Prignitz. Beide Töchter des gläubigen Baptisten haben in der Putlitzer Kirche geheiratet. Daher kennt er auch den Fleischer Guido Korn. „Der Prignitzer Menschenschlag gefällt mir sehr gut“, erzählt Wegert. Mit seinen Kunden hat er schon viele Städte besichtigt, besonders gerne war er in Kyritz. Und: „Die Prignitz ist immer noch nicht ’abgereist’ – die nächste Tour startet im Juni.“

Eine der Fahrtteilnehmerinnen hatte ebenfalls eine ganz besondere Beziehung zu Helle: Helga Schmidt war nach dem Krieg mit ihrer Familie in Helle untergekommen und hatte danach einige Jahre im benachbarten Groß Langerwisch gelebt – für sie war es ein Wiedersehen nach vielen Jahren.

Von Bernd Atzenroth

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