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Prignitz Herbstexkursion im Hainholz
Lokales Prignitz Herbstexkursion im Hainholz
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00:15 25.10.2016
Das imposante Werk der Biberfamilie sorgt mittlerweile für einen Niveau-Unterschied von gut einem Meter. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Es war fast so etwas wie eine vergessene Naturwelt, in die Olaf Bergmann, Revierförster des Reviers Meyenburg in der Oberförsterei Bad Wilsnack, die Teilnehmer an der Herbstexkursion ins Pritzwalker Hainholz führte. Ein großer Teil der alten Forstbaumschulen im Hainholz liegt seit der Wende brach und entwickelt sich wild. Und so machten sich die leider zu wenigen Exkursionsteilnehmer auf die Spuren einstiger Anpflanzungen, mit denen auch eine Reihe von Baumexoten aus Nordamerika und Asien Einzug fanden in das Hainholz. „Hier steht alles Mögliche drauf“, erklärte Bergmann, noch bevor die Gruppe in das Gelände durch den Zaun hineingeklettert war. Noch auf dem Weg sahen sie Wacholder-Anpflanzung, die aber jetzt schon im Schatten anderer Bäume stehen und daher „irgendwann einmal weg“ sein werden.

Licht ist alles, um überleben zu können, jedenfalls für die meisten Bäume. Der relativ seltene Feldahorn, im vergangenen Jahr Baum des Jahres, kann es aber besser ab, im Unterstand zu stehen. Man findet ihn nur wenige Meter, nachdem man den Zaun passiert hat. „Eichen oder Robinien könnten ihn in den Schatten stellen“, erklärt Bergmann.

Die Natur holt sich alles zurück, wenn der Mensch nichts mehr macht

Schnell wird eins klar. „Die Natur holt sich alles zurück, wenn der Mensch nichts mehr macht.“ Und so sind diese immerhin 50 Hektar Land eine seltsame Mischung aus den noch sichtbaren Spuren menschlicher Kultivierung und der sie wieder überwuchenden Natur. Douglasien, dereinst von 120 Jahren aus Nordamerika hier angepflanzt, wachsen mittlerweile wild – junge Triebe schießen aus dem Boden.

Sandbirken neben Linden. Das geht eigentlich nicht gut, weiß der Förster, denn die Sandbirke macht ihre Konkurrenz kaputt. „Eigentlich müsste man jetzt beigehen und etwas tun“, weiß er, „hier ist zu wenig Licht für alle, weil alles sehr eng gepflanzt ist. Wenn ich die Linden erhalten will, dann muss ich Birken herausnehmen.“

Auch die Traubenkirsche sei sehr invasiv. Sie verhält sich wie der Zauberlehrling: Man könne sie abschlagen, dafür wüchsen fünf neue. Die Traubenkirsche wurden hier kurz nach den Douglasien angepflanzt. Dann wuchskräftige nordamerikanische Fichten und schließlich eine ganze Reihe Roteichen, bewusst stehen gelassen, „um das Klima zu mildern“. Roteichen wurden auch eingeführt. Sie wachsen schneller als deutsche Eiche, brauchen weniger Wasser.

Feldahorn auf dem Gelände der alten Forstbaumschule. Quelle: Bernd Atzenroth

Für „Bernstein“, Olafs Bergmanns ständigem vierbeinigen Begleiter und „Mitarbeiter“, dem die Farbe seines Fells seinen Namen gegeben hat, war etwas anderes aber noch viel interessanter. Denn kurz vor Schluss der Wanderung schlugen sich die Exkursionsteilnehmer nochmal im wahrsten Sinne des Wortes in die Büsche, um das imposante Werk der Hainholzbiber zu bewundern. Deren Burg, ganz in der Nähe des Hainholzbades gebaut, sorgt mittlerweile für einen Niveauunterschied der Dömnitz von gut einem Meter. Und angesichts der jetzt häufigeren Niederschläge staut sich das Wasser schon ordentlich zurück – der nahe gelegene Steg über die Dömnitz steht jetzt schon fast im Wasser. An diesem Zustand soll auch erstmal nichts geändert werden – schließlich soll sich im künftigen Naturschutzgebiet Dömnitz, das von der Quelle bis zum Pritzwalker Stadtgebiet reicht und dahinter weitergeht, alles naturbelassen entwickeln können. So fallen Bäume mitunter um und liegen im oder über dem Fluss – es wäre zudem ein zu großer Aufwand, sie herauszunehmen. Olaf Bergmann geht aber davon, dass man spätestens dann reagieren muss, sollte der von Bibern verursachte Rückstau einmal landwirtschaftliche Flächen erreichen.

Olaf Bergmann (l.) führte die Gruppe sachkundig durch den Wald. Quelle: Bernd Atzenroth

Und zum Schluss nochmal Licht: Ein hohe Eiche im Unterholz am Verbindungspfad zwischen Parkplatz und Hainholzbad hatte zuwenig davon, jetzt muss sie bald gefällt werden.

Gute zwei Stunden, in denen die Exkursionsteilnehmer vieles für sie Neues erfuhren und eine Menge über die grüne Lunge ihrer Heimat lernten, gingen schließlich in der Waldschule zu Ende, wo es noch für jeden eine Bratwurst gab.

Von Bernd Atzenroth

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