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Herbstputz und Tanne aufgestellt

Weisen Herbstputz und Tanne aufgestellt

In der Gemeinde Weisen wurde am Sonnabend Herbstputz gemacht. Etwa 80 Einwohner beteiligten sich an der Aktion und befreiten den Friedhof vom Laub. In Schilde ist am Vormittag ein Weihnachtsbaum neben der Kirche aufgestellt worden.

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Eifrig mit dabei: die Weisener Jugendfeuerwehr beim Laubharken.

Quelle: Kerstin Beck

Weisen. Vielleicht hat es sich ja schon herumgesprochen: Vor etwa drei Wochen wurde im Einvernehmen mit der unteren Denkmalbehörde die große Tanne vor der Kirche in Schilde gefällt – sie hatte die Dachschindeln beeinträchtigt. Aber stimmt das wirklich? Wer am Gotteshaus vorbeifährt, sieht schließlich nach wie vor dort ein mächtiges Nadelgewächs stehen. Beim genaueren Hinsehen wird man jedoch noch mehr entdecken: Hier steht eine etwa sieben Meter hohe Nordmanntanne, die bis zum Samstagvormittag noch einen privaten Garten in Bad Wilsnack geziert hatte.

Die Auflösung des Rätsels ist vom Bürgermeister David Leu zu erfahren, der gerade selbst tatkräftig bei der „Wiederauferstehung“ des Baumes, der letztlich durch die Zimmerei Muhs herbeigeschafft und fachgerecht aufgestellt wurde, mit Hand anlegt: „Jedes Jahr – und so auch heute – wird eine große Tanne bei uns in Weisen vor dem Prignitzer Landmarkt aufgestellt. Aber in diesem Jahr habe ich auch an die Schilder Einwohner gedacht, die noch nie einen Baum bekommen haben. Der Baum soll ein Dank dafür sein, dass sie sich so für die Sanierung ihrer Kirche engagiert haben.“

tag gibt es vor der Schilder Kirche erstmals einen Weihnachtsbaum

tag gibt es vor der Schilder Kirche erstmals einen Weihnachtsbaum.

Quelle: Kerstin Beck

Aber an diesem Tag, dem Sonnabend vor Totensonntag, passiert noch mehr, und zwar einige Stunden zuvor auf dem Weisener Friedhof: Am mittlerweile dritten Laubharken“, einer Aktion, die es seit dem Amtsantritt des ehrenamtlichen Bürgermeisters Leu gibt, beteiligen sich mehr als 80 Weisener fast allen Alters. Wer den Friedhof kennt, wird darüber vielleicht den Kopf schütteln, vielleicht aber auch bewundernd den Fleiß der Einwohner achten: Das Gelände ist immerhin zwei Hektar groß.

„Das hier ist eigentlich ein kirchlicher Friedhof, weil das Gelände der Kirche gehört, wir aber als Gemeinde verwalten ihn jedoch“, ist von dem CDU-Abgeordneten zu erfahren. „Und ich freue mich, dass heute so viele Leute gekommen sind, es sind sogar mehr als beim letzten Mal. Und ich würde mich noch mehr freuen, wenn auch mal alle die Leute mitmachen würden, die ansonsten nur meckern können. Worüber ich mich besonders freue, und das ist ihnen ganz hoch anzuerkennen, ist, dass auch unsere Gemeindearbeiter heute hier sind, ohne dass sie sich diese Stunden als Arbeitsleistung anschreiben!“

Weg zum Ehrenmal von Laub befreit

Gekommen ist auch Jean-Paul aus Weisen, der mit seinen Kameraden von der Jugendfeuerwehr emsig den leicht ansteigenden Weg zu dem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vom Laub befreit. Der Zwölfjährige ist jetzt das dritte Mal, also von Anfang an, dabei. „Warum ich hier mitmache? Weil es halt Spaß macht, in der Gemeinschaft zu helfen“, sagt Jean-Paul, dessen Eltern leider heute arbeiten müssen – sonst wären sie ebenfalls hier.

Nun geht es gemeinsam ans Essen, eine große Gulaschkanone ist aufgefahren, und jeder lässt sich die deftig-heiße Erbsensuppe und gern auch einen Nachschlag schmecken; dazu gibt es für alle den Dank des Gemeindeoberhauptes. „Immerhin scheint heute auch die Sonne und wir haben gutes Wetter“, sagt eine Frau fröhlich, obwohl sie schon recht durchgefroren ist.

Am Sonnabend gibt es in Schilde ein kleines Fest

Auch an der Schilder Kirche sind nun noch einige Männer zugange - zu sehen sind Gesichter, die man dort immer sieht, wenn in und um das Gotteshaus etwas zu tun ist. Und wie geht es jetzt, da nun wieder ein Baum dort steht, damit weiter? „Am nächsten Samstag möchte ich mich bei einem kleinen Fest persönlich bei den Schildern für ihren großen Einsatz bei der Sanierung bedanken. 105 Einwohner habe ich gefragt, und 95 haben zugesagt, dass sie kommen werden – ab 17 Uhr gebe ich Glühwein und Bratwurst für sie aus“, kündigt David Leu an, der schon das nächste Vorhaben im Auge hat: Der große Findling, der dort an den Ersten Weltkrieg gemahnt, soll bald wieder an seine ursprüng­liche Stelle gerückt werden.

Von Kerstin Beck

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