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Prignitz Herzensangelegenheit gewürdigt
Lokales Prignitz Herzensangelegenheit gewürdigt
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00:17 09.05.2016
Gudrun Gragert vom Tourismusverein(r.) gratulierte Antje Biewald-Blumenthal am Freitag in ihrem Hotel. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Überrascht und ein wenig stolz auf sich und ihr Hotel war Antje Biewald-Blumenthal, als sie am Mittwoch in Potsdam auf dem Unternehmerinnen- und Existenzgründerinnentag mit dem 3. Preis in der Kategorie „Unternehmerin des Landes Brandenburg 2016“ ausgezeichnet wurde. „Das gibt mir Auftrieb“, blickte sie auf die Laudatio zurück, die Brandenburgs Wirtschaftsminister Al-brecht Gerber auf sie gehalten hatte.

Neben einem Preisgeld von 1000 Euro sowie einer Urkunde und Blumen folgten am Freitag weitere Glückwünsche. Gudrun Gragert vom Tourismusverein Wittstocker Land war zu Besuch in Biewald-Blumenthals Hotel „Stadt Wittstock“ gekommen, um zu gratulieren. „Wir sind stolz auf unser Vereinsmitglied, das ist auch eine Aufwertung für die ganze Region“, sagte Gragert. Gemeinsam mit der Sparkasse, der Industrie- und Handelskammer sowie der Stadt Wittstock hatte der Verein die Hotelchefin für den Wettbewerb nominiert.

Die Preisträgerinnen am Mittwoch in Potsdam. Quelle: Adam Sevens

Begründet durch eine Eigenschaft, die für Biewald-Blumenthal eigentlich nichts Besonderes ist: Sie gibt benachteiligten Jugendlichen eine Chance, bei ihr ins Berufsleben einzusteigen.„Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt die Hotelchefin. Auch behinderte oder lernschwache Jugendliche hätten ihre Qualitäten. „Die Eins in Mathe ist nicht das Entscheidende“, stellt sie klar. Dafür überzeugten die Menschen mit Engagement und Freundlichkeit gegenüber dem Gast. Gespräche mit Gästen seien nämlich mindestens genau so wichtig, wie ein aufgeräumtes Zimmer.

Danni Müllenberg lernt seit zwei Jahren im Hotel „Stadt Wittstock“. Quelle: Christian Bark

Auch Danni Müllenberg hat im Hotel „Stadt Wittstock“ trotz seiner Lernschwäche die Chance bekommen, seine Ausbildung zum Helfer im Gastgewerbe zu beenden. Vor zwei Jahren war der 21-jährige Fretzdorfer von einem Hotel in Rheinsberg nach Wittstock gewechselt. „Dort war es viel härter zugegangen“, erinnert er sich. In Antje Biewald-Blumenthals Team ginge es mehr familiär zu. Trotzdem will Danni nach seiner Ausbildung nicht in Wittstock bleiben, wie er sagt. Sein Traum ist es, nach Berlin zu gehen und dort als Zugbegleiter für die Bahn zu arbeiten.

Geblieben ist dagegen die 21-jährige Cindy Wils. Durch ihre geistige Behinderung schafft sie zwar nur maximal einen Sechs-Stunden-Tag, aber laut Biewald-Blumenthal habe der Job die junge Wittstockerin in ihrem Leben gefestigt.

Ihr Preisgeld will die Hotelchefin übrigens in ihren Betrieb, oder vielmehr ihr Team, stecken. „Vielleicht machen wir davon bald eine Mitarbeitersause“, blickt Biewald-Blumenthal in die Zukunft.

Von Christian Bark

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