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Hilfe für Gumtows Senioren

Beirat nimmt sich alltäglicher Probleme an Hilfe für Gumtows Senioren

Der Seniorenbeirat der Gemeinde Gumtow will nicht nur Feste für die Senioren organisieren. Sie können sich auch mit ihren alltäglichen Problemen an den Beirat wenden. Aktuell konnte ein Fall zum Abschluss gebracht werden, bei dem es um einen Zuschuss für einen Treppenlift ging.

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Norbert Ebel ist Chef des Seniorenbeirats.

Quelle: Sandra Bels

Gumtow. Norbert Ebel, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Gemeinde Gumtow, kann endlich einen Haken hinter einen Fall machen, der ihn mehr als ein Jahr lang beschäftigt hatte. Ein Rentner aus der Gemeinde Gumtow war im November 2014 an den Beirat herangetreten, weil der Mann von seiner Krankenkasse die Ablehnung eines Zuschusses für einen Treppenlift bekommen hatte. „Der Lift ist nicht notwendig, stand sinngemäß in dem Schreiben“, so Ebel. Für ihn war das unverständlich, denn der Senior konnte offensichtlich nicht mehr richtig laufen.

Ebel, der kein Rechtsanwalt ist, aber ehrenamtlicher Verwaltungsrichter am Oberverwaltungsgericht Berlin und ebenfalls ehrenamtlich am Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder tätig war, nahm sich der Sache an. Er erhielt eine Patientenvollmacht im November 2014 und sichtete die Unterlagen, auch auf Bitten der Familie des Rentners. Mit Erstaunen stellte Ebel fest, dass über den Gehbehinderten ein Gutachten erstellt worden war, laut dem der Mann problemlos 18 Stufen steigen könne. Damit erklärte sich für ihn die Ablehnung des Zuschusses. „Ich konnte das nicht glauben“, sagt Ebel. Er kannte den Mann, wusste, dass er nicht dazu in der Lage war. Ebel schrieb das Krankenhaus an und bat darum, das Gutachten zu berichtigen. „Daraufhin erhielt ich die Krankenakte des Seniors und einen Kostenbescheid“, so Ebel. Auch ein berichtigtes Gutachten zu Gunsten des Patienten wurde ihm zugesandt, was jedoch die Kasse nicht veranlasste, den Zuschuss zu gewähren.

Klage vor dem Sozialgericht eingereicht

Ebel ging den nächsten Schritt und reichte eine Klage vor dem Sozialgericht ein. Wenig später starb der Patient. „Aber seine Familie bat mich, die Sache weiter zu verfolgen“, so Ebel. Posthum wurde also ein neues Gutachten erstellt und Anfang September dieses Jahres erhielt die Lebensgefährtin des Mannes einen Bewilligungsbescheid über 2500 Euro. Einen Monat später war das Geld auf dem Konto.

Für Norbert Ebel ist angesichts dieses Falles ganz klar: Es lohnt sich, auf sein Recht zu pochen. Er weiß aber auch, dass vielen älteren Menschen dafür die Erfahrung und besonders der Mut fehlt. Deshalb sieht es der Seniorenbeirat als seine Aufgabe, solche Fälle zu einer Klärung zu bringen. Und das aktuelle Beispiel habe laut Ebel gezeigt, dass man etwas erreichen kann, wenn man dranbleibt. Ebel betont aber, dass er nur beraten könne und kein Rechtsanwalt sei. Zu helfen, das ist für ihn Ehrensache. Der Seniorenbeirat ist deshalb bereit, sich um weitere Fälle dieser Art zu kümmern.

Der Beirat arbeitet derzeit ebenso daran, eine regelmäßige Sprechstunde für Senioren zu etablieren. Sie soll in der Gemeindeverwaltung in Gumtow stattfinden. „Feste Termine gibt es bisher noch nicht“, so Ebel. Aber das Einverständnis von Bürgermeister Stefan Freimark liege bereits vor, fügt er an. Einige Absprachen dazu müssten noch getroffen werden. Das soll bei der nächsten Sitzung des Seniorenbeirats der Gemeinde Gumtow am 7. Dezember geschehen.

Norbert Ebel ist zu erreichen unter Telefon  033977/50 57 78 oder in der Vehliner Dorfstraße 34a in Vehlin.

Von Sandra Bels

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