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Prignitz Hilfe für Häftlinge: Team stellt sich neu auf
Lokales Prignitz Hilfe für Häftlinge: Team stellt sich neu auf
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17:27 21.02.2017
Justizvollzugsanstalt Wulkow: Wer aus dem Knast kommt, ist dankbar dafür, wenn er beim Wiedereinstieg in das Leben draußen Hilfe bekommt. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin/Perleberg

„Keiner darf verloren gehen.“ Das ist der Leitspruch des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD). Daran orientieren sich auch Andrea Wetzlmair und ihr Team, die für das CJD im Landgerichtsbezirk Neuruppin Menschen unterstützen, die aus der Haft entlassen werden oder denen eine Haftstrafe droht. Jetzt wollen die Mitarbeiter mit dem Projekt „Haftvermeidung durch soziale Integration“ (HSI) durchstarten. „Es gibt Menschen, die vom rechten Weg abkommen“, sagt Projektleiterin Andrea Wetzlmair. „Letztlich müssen wir uns auch um diese Menschen kümmern.“

Andrea Wetzlmair und ihre Kolleginnen helfen etwa Straftätern in der Justizvollzugsanstalt Wulkow, nach der Haft wieder ins Leben „draußen“ zurückzufinden. „Das ist nicht immer einfach.“ Ein halbes Jahr vor der Entlassung nehmen die Mitarbeiter Kontakt zu den Klienten auf und schauen sich zunächst den Fall an: „Wird der Betreffende von der Familie aufgefangen, wenn er herauskommt? Gibt es eine Lebensgefährtin? Müssen wir eine Wohnung einrichten?“ Soziale und berufliche Integration lasse sich nicht trennen, sagt die Sozialarbeiterin. „Niemand möchte einen Inhaftierten direkt auf die Straße entlassen.“ So könne ein Praktikum vermittelt werden, auch bei der Wohnungssuche wird geholfen.

Auch Schuldner werden betreut

Betreut werden aber auch Schuldner, die sich für eine Ersatzstrafe in Form gemeinnütziger Arbeit entschieden haben. Das CJD-Team hilft dabei, eine Ratenzahlung zu beantragen, eine neue Arbeit zu finden, unterstützt bei Behördengängen, stellt Kontakte zu Schuldner- oder Suchtberatung her oder verhandelt mit dem Vermieter. Uwe Litfin – der einzige Mann im Team – schildert, wie verschieden die Klienten sein können: „Die Leute treten uns mit einem ganz unterschiedlichen Niveau entgegen. Manche haben Vorstellungen, die jenseits von Gut und Böse sind.“ Man müsse aber jeden da abholen, wo er steht, sagt Uwe Litfin.

Das HSI-Team operierte bisher von Perleberg aus, mit Büros in Wittenberge, Wittstock, Gransee, Oranienburg, Prenzlau und Schwedt. „Jetzt konzentrieren wir uns auf Perleberg und Neuruppin“, sagt Teamleiterin Wetzlmair. Alle anderen Büros sind gekündigt.

Das Motto heißt: „Aufsuchende Sozialarbeit“

„Der meiste Kontakt findet sowieso in der Fläche statt“, sagt Uwe Litfin. „Aufsuchende Sozialarbeit“ heißt das. Andrea Wetzlmair: „Wir fahren viel hin und her, haben jedes Mal Akten im Gepäck.“ Sie und ihre Kollegen seien also in der Regel vor Ort bei den Klienten, machen häufig Hausbesuche. „Das hilft uns auch besser bei der Orientierung, mitunter können wir da mehr klären.“ Nicht nur der Klient sei gelöster in den eigenen vier Wänden. „Man bekommt auch ein besseres Bild“, so Andrea Wetzlmair. Manchmal wird sehr deutlich, dass sich ein Haftentlassener bemüht. Manchmal aber auch das Gegenteil, sagt die Teamleiterin und beschreibt, was sie mitunter in den Wohnungen der Klienten vorfinden: schmutzige Kinder und große Hunde, Streit und Trostlosigkeit. Jeder im Team nehme oft mehr mit nach Hause, als er manchmal selbst tragen kann. „Da bin ich manchmal froh, wenn ich noch im Auto sitzen kann“, sagt die Sozialarbeiterin. Das schaffe den nötigen Abstand und die Helfer können Dinge sacken lassen.

In Neuruppin hat das CJD in der Fehrbelliner Straße 139 die Dachetage angemietet, wo auch die Büros der ambulanten Autismusförderung liegen. Büroräume seien unerlässlich, etwa für Trainingsangebote, als Anlaufpunkt oder für persönliche Gespräche. Zu entscheiden, wo man sich mit dem Klienten trifft – dafür seien sie und ihre Kolleginnen Spezialisten.

Fachkräfte werden gebraucht

„Das heißt aber nicht, dass die Eltern eines autistischen Kindes auf die Etage kommen und dort Straffälligen begegnen“, betont Andrea Wetzlmair. Beide Projekte seien klar voneinander getrennt. Für das Projekt HSI soll nun ein ganz frisches Team aufgebaut werden. „Dafür brauchen wir Fachkräfte“, sagt die Teamleiterin.

Seit zehn Jahren versuchen die Mitarbeiter, Menschen über den Teilbereich „Arbeit statt Strafe“, seit zwei Jahren mit Anlauf- und Beratungsstellen und jetzt auch mit ambulanten sozialen und berufsorientierten Angeboten zu helfen. Im Bereich „Arbeit statt Strafe“ betreuen die CJD-Mitarbeiter rund 800 Klienten, über die Beratungsstellen rund 140 und in Sachen Berufsorientierung 24 junge Leute. Die Kollegen besuchen regelmäßig Aus- und Weiterbildungen, sind hoch spezialisiert. „Das gehört bei uns dazu“, versichert Andrea Wetzlmair.

Die Kontaktaufnahme ist über Andrea Wetzlmair, 0173/7 45 82 62, oder das CJD-Büro, 03876 /78 34-29, möglich.

Von Beate Vogel

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