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Hinter dem Haus beginnt die Blumenwelt

Lanz Hinter dem Haus beginnt die Blumenwelt

Elfriede Hoffmann aus Lanz ist eine begeisterte Hobbygärtnerin. Vor 20 Jahren legte sie ihre grüne Oase an, in der sie schnell die Zeit vergisst. Eine Pracht sind die Sonnenblumen: Geschätzte drei Meter messen die drei größten Exemplare schon.

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Elfriede Hoffmann aus Lanz ist stolz auf ihre großen Sonnenblumen.

Quelle: Kerstin Beck

Lanz. In Lanz (Amt Lenzen-Elbtal­aue) ist die Welt noch in Ordnung – zumindest in dem kleinen, mehrere hundert Quadratmeter umfassenden Domizil bei Elfriede Hoffmann. Die schlanke ältere Dame mit dem gutmütigen Gesicht, der man ihre vielen Jahrzehnte gar nicht ansieht, ist eine begeisterte Hobbygärtnerin. Nach dem 1997 vollendeten Hausbau legte sie die grüne Oase an. Gerade war sie aus dem benachbarten Wustrow nach Lanz gezogen.

Nach dem Frühstück geht Elfriede Hoffmann nach draußen

„Mein Garten ist mein Psychologe und mein Psychiater“, sagt die Lanzerin, die in vier Monaten ihren 90. Geburtstag begeht. Und damit die Anlage auch „medizinisch“ wirken kann, gibt es ein gesunderhaltendes Ritual, welches Elfriede Hoffmann grundsätzlich jeden Tag vollzieht: „Nach dem Frühstück gehe ich nach draußen und arbeite hier im Grünen, und dabei kann ich ganz leicht die Zeit vergessen, das kommt dabei ganz schnell vor.“

Hinter dem Haus führt ein geschwungener Weg durch eine bunte Blumenwelt. Schmetterlingsflieder, Buchsbaum, Schilf, Reseda sind zu sehen und jede Menge rankelnder Pflanzen. Eine hat sogar einen benachbarten Schuppen völlig „übernommen“, aber da hat niemand etwas dagegen.

Zum Garten gehört ein kleiner Teich

Zum Garten gehört ein kleiner Teich.

Quelle: Kerstin Beck

Und in einem kleinen Teich schwimmen Goldfische, „die nach oben kommen, wenn sie meine Stimme hören.“ Gleich daneben gibt es eine in den Erdboden eingelassene alte Badewanne voller Wasser, in denen Pflanzen ihre „Sommerkur“ genießen, und in einem kleinen, ehemals von Hühnern besiedelten Beschlag gedeihen Erdbeeren – besser gedüngt kann der Boden bestimmt nicht sein.

Eine Gemüse-Abteilung gibt es natürlich auch – mit Buschbohnen, die in voller Pracht stehen, nur die Kartoffeln wollen in diesem Jahr nicht ganz so, wie sie eigentlich sollten. „Aber die Beete werden sowieso von Jahr zu Jahr kleiner, weil ich immer mehr Blumen habe, denn ich bekomme auch immer wieder andere Blumen geschenkt, und die werden dann auch eingepflanzt.“

Typisch für den Sommer ist die blühende Reseda

Typisch für den Sommer ist die blühende Reseda.

Quelle: Kerstin Beck

Ganz hinten im Garten ist auch eine einzelne Sonnenblume zu sehen, die das Blütenmeer sichtbar überragt. Eine einzige Pracht jedoch sind die Sonnenblumen vor der Terrasse an dem Haus: Geschätzte drei Meter messen die drei größten Exemplare schon. „Die habe ich irgendwann im Frühjahr ausgesät und im April hier ausgepflanzt und dann jeden Tag begossen“, sagt die gebürtige Warschauerin, die 1946 als Flüchtling hierhergekommen ist und noch immer perfekt Polnisch sprechen kann.

Und natürlich war die Kindheit der Blumenliebhaberin durch Blüten geprägt: „Um zur Schule zu kommen, musste ich durch eine kleine Niederung hindurch. Dort habe ich immer Seerosen gepflückt. Und habe dabei einmal so die Zeit vergessen, dass ich zur Schule kam, als der Unterricht schon aus war!“

Der Rasenmäher ist bereits 45 Jahre alt

Vor dem Haus gibt es eine kleine Rasenfläche, die die ausgebildete Schneiderin noch immer pflegt – mit einem 45 Jahre alten DDR-Rasenmäher, den sie heimlich „für 300 Mark“ kaufte und sodann versteckte, da ihr Gemahl viel lieber die Sense schwang. Und der dann nur zum Einsatz kam, „wenn mein Mann nicht da war, und dann erzählte ich ihm, dass mir jemand geholfen hätte – was ja auch stimmte.“

Aber ein neuer Rasenmäher ist bereits gekauft, denn ab Januar werden die das Haus mitbewohnenden Mieter den Rasen kurz halten. „Denn momentan bin ich im Vorruhestand, und mit 90 gehe ich dann in Rente“ sagt Elfriede Hoffmann.

Die MAZ stellt in loser Folge schöne Gärten der Region vor.

Von Kerstin Beck

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