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Prignitz Hinter der Mauer bröckelt der Backstein
Lokales Prignitz Hinter der Mauer bröckelt der Backstein
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19:15 31.08.2016
Juniorchef Thomas Gottschalk und Geburtstagskind Reiner Wild auf dem Kirchturm. Quelle: Claudia Bihler
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Falkenhagen

In die Luft gegangen ist Reiner Wild zwar nicht zu seinem Geburtstag, doch hoch hinaus ging es für ihn am Mittwoch allemal: „Nächstes Jahr kann ich in Rente gehen“, meint er, „aber in diesem Jahr muss ich noch arbeiten.“ Allerdings gibt es beim derzeitigen Sonnenschein wesentlich schlechtere Arbeitsplätze als seinen auf dem Gerüst am Kirchturm in Falkenhagen – zumindest, wenn man ab und zu einen Blick auf die fantastische Aussicht über das Dorf und die grüne Region werfen kann. Viel Zeit bleibt Reiner Wild und dem Juniorchef Thomas Gottschalk der Friesacker Firma Gottschalk Baudenkmalpflege jedoch nicht zum Schauen. Die beiden sollen Bauschäden an der Kirche untersuchen – die haben es offenbar in sich.

Zumindest bei der derzeitigen spätsommerlichen Wetterlage ist das Gerüst an der Kirche ein schöner Arbeitsplatz mit einer fantastischen Aussicht über das Dorf Falkenhagen. Quelle: Claudia Bihler

Zwar sieht die Kirche mit ihrer nachträglich vorgebauten Klinkerfassade auf den ersten Blick ziemlich gut aus – in den vergangenen Jahren waren immer mal wieder kleinere und größere Erneuerungsmaßnahmen durchgeführt worden.

Lange Spalten zwischen den Wänden

Erst auf den zweiten Blick fallen lange Risse auf, die sich vom Turmdach bis hinunter zum Feldsteinsockel ziehen. Und auch in der Flucht ist die Außenhaut nicht mehr – so wölbt sich das Mauerwerk etwa rund um die schmucke Kirchturmuhr bogenförmig nach außen.

Die Außenmauer wurde zu Untersuchungszwecken geöffnet. Quelle: Claudia Bihler

Nachdem nun auch der Dachstuhl erneuert wird, sollten die beiden Bauhandwerker nach den Ursachen für die Risse suchen: „Eigentlich wollten wir ja nur an ein paar kleinen Stellen nachsehen, aber jetzt haben wir mehr aufgemacht“, sagt Thomas Gottschalk. Dazu wurden an den Ecken des Turms einige der außenliegenden neuen Steine entfernt: Das Ergebnis kommentieren die beiden Bauleute mit einem Satz: „Das sieht ganz schön schlimm aus.“ Zwar war die Außenwand mit altem Backsteinmauerwerk verbunden worden, doch inzwischen haben sich die Wände getrennt, ein mehrere Zentimeter langer Spalt hat sich dazwischen geöffnet. „Irgendwo ist Wasser eingedrungen,“ meint Reiner Wild. Und Thomas Gottschalk sagt: „Das konnte nicht entweichen, und dann kam der Frost und hat die Backsteine gesprengt.“ Die beiden zeigen: Die alten Backsteine sind an manchen Stellen vollständig zerbröselt.

Ob und wie es mit der Sanierung weitergeht, steht noch nicht fest. „Demnächst kommt erstmal der Architekt“, meinen die beiden Handwerker. Und auch der Statiker will den Schaden an den Backsteinwänden noch begutachten.

Zumindest für die Standfestigkeit des Gotteshauses sehen die beiden Handwerker aber keine akute Gefahr. Reiner Wild: „Die Mauern sind recht dick, teils bis zu 60 Zentimeter.“ Immerhin nimmt die Kirche momentan keinen Schaden durch Vibrationen: Die Glocke ist derzeit nämlich außer Betrieb.

Von Claudia Bihler

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