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Prignitz Historienspektakel auf der Freilichtbühne
Lokales Prignitz Historienspektakel auf der Freilichtbühne
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00:17 26.08.2016
Das traurige Ende naht: Der Wunderknabe alias Max aus Kehrberg wird festgenommen. Quelle: Atzenroth
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Kehrberg

Die Darsteller kommen aus dem ganzen Landkreis. Doch ansonsten ist vor allem ein ganzes Dorf auf den Beinen, wenn der „Wunderknabe von Kehrberg“ aufgeführt wird. Die Geschichte des 1731 geborenen Johann Ludwig Hohenstein, der als Wunderheiler galt, deswegen ins Gefängnis wanderte und dort mit nur fünf Jahren starb, wurde am Sonntag zum neunten Mal auf der Freilichtbühne an der Kirche von Kehrberg (Gemeinde Groß Pankow) erzählt. Etwa 30 Laiendarsteller wirkten an dem Historienspektakel mit, das offenbar so etwas wie identitätsstiftende Wirkung hat. Seit einem Jahr gibt es einen Gedenkstein für den Jungen an der Kirche, und mittlerweile weisen Schilder im Ort auch auf ihn hin.

Der König und sein Berater wollen der Wunderheilung ein Ende setzen. Quelle: Atzenroth

Für das Geschehen auf dem Gelände selbst gab es eigentlich nur ein Problem: das unbeständige Wetter. Ausgerechnet zu Beginn der Aufführung ging ein erster kleiner Schauer nieder, zwei weitere folgten, doch schien immer wieder zwischendurch die Sonne. Die Gäste waren ohnehin darauf eingestellt – das Wetter ist schließlich der Risikofaktor bei Freiluftveranstaltungen. Ansonsten hatte der Förderverein der Kehrberger Kirche um dessen Vorsitzende Kordula Hammermeister – sie gehörte natürlich auch zu den Akteuren – für ein tolles Umfeld gesorgt. Auch zu essen gab es genug für die Besucher, vom selbst gebackenem Brot bis hin zu einem üppigen Kuchenbuffet.

Warten auf ein Wunder: Alle hofften auf den Knaben von Kehrberg. Quelle: Atzenroth

Wie immer hat das Ensemble um den Lindenberger Hans Serner den Stoff etwas weiterentwickelt. In diesem Jahr gab es zudem einen neuen Wunderknaben: Max ist der Nachfolger von Kaya, die aber auch noch mitwirkte. Aber Max, der ein echter Kehrberger ist, schlüpfte nahtlos in ihre Fußstapfen. Ansonsten waren ein paar neue Gesichter unter den Darstellern zu bewundern, allerdings auch viele, die schon seit Jahren zum Ensemble gehören. Unter den Darstellern waren einige Schauspieltalente zu entdecken, Ulrich Preuß etwa, der seine Rolle mit einigem komödiantischen Witz zu spielen vermochte.

Schon an der Kasse wurde man in historischen Gewändern empfangen Quelle: Atzenroth

Für den roten Faden sorgte Hans Serner selbst, der vor allem am Anfang und am Ende die Geschichte des Jungen dem Publikum als Erzähler nahebrachte. Musikalisch wiederum sorgte die Geigerin Ivy Maria für eine schöne Untermalung der Aufführung. Nach gut einer Stunde war schon wieder alles vorbei. Am Schluss gab es viel Applaus für alle Akteure, und Kordula Hammermeister hatte noch ein paar Präsente für die mitspielenden Kinder sowie die Akteure vom CJD.

Ivy Maria sorgte mit ihrer Geige für musikalische Untermalung. Quelle: Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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