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Historische Kindermode im Festsaal

Meyenburg Historische Kindermode im Festsaal

„Schnittklau“ heißt das Projekt, das die Direktricen der Gruppen 15 und 16 der Akademie Mode & Design umgesetzt haben. Dafür haben sie historische Kindermode zum Vorbild genommen, die teils im Modemuseum Schloss Meyenburg ausgestellt ist. Das Ergebnis ist nun im Festsaal des Schlosses zu sehen.

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Direktrice Andrea Perl hat sich für eine Knabenkombination entschieden.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. In cremefarbenem Nesselstoff bauschen sich die gerafften Kinderkleidchen. Daneben hängen Kombinationen aus Hemd und Hose, dazu ein Pullunder. Alles wirkt in bisschen altmodisch. Das soll auch so sein. „Damals und heute“ heißt die neue Ausstellung im Festsaal des Schlosses Meyenburg. Gestaltet haben sie Direktricen der AMD Akademie Mode und Design Hamburg. Aufgabe war, in Einzel- oder Teamarbeit historische Modelle nachzuarbeiten. Die Direktricen der Gruppen 15 und 16 der AMD haben sich dabei für die Kindermode entschieden, die im Modemuseum Meyenburg ausgestellt wird, und teils auch frei recherchiert.

„Die Direktricen haben die Modelle in der so genannten Simulanztechnik nachgearbeitet“, erklärt Schnittdozentin Brigitte Platzer, die die Gruppe beim Aufbau der Ausstellung begleitet hat. Die historischen Vorlagen durften nicht direkt abgenommen werden, die Schnitte wurden also allein nach Augenschein nachempfunden. Dabei haben die Direktricen Zierrat wie Stickereien oder Strickmuster nicht eins zu eins umgesetzt, sondern eben simuliert: Das Norwegermuster auf einem Jungenpullunder ist aufgeklebt, die zarte Kreuzstickerei auf den weißen Baumwollkleidchen mit einem Gelstift aufgemalt erklärt Brigitte Platzer.

Moderne Variante war gefragt

Zweite Aufgabe für die Lehrgangsteilnehmerinnen war, zu dem historischen Modell eine moderne Variante zu entwickeln, die Kinder heute tragen könnten. Die beiden Modelle – eben „Damals und heute“ – hängen immer paarweise zusammen. Zu der Knabenkombination Hemd, Strickpullunder und dunkle Hose hat zum Beispiel Direktrice Andrea Perl eine winterliche Steppweste mit einer ähnlichen Farbgebung entwickelt.

Direktricen haben eine Schneiderlehre und eine Zusatzausbildung in der Schnitttechnik, erklärt Brigitte Platzer. Nachdem sie ihre Kenntnisse an der AMD in Hamburg verfeinert haben, sollen sie in der Lage sein, Schnitte für Modelle zu entwickeln, die sie zuvor auf Fotos oder im Gegenüber gesehen haben. „Sie sollen lernen, Schnitte von Modellen großer Designer herzustellen“, erklärt die Dozentin. „Schnittklau“ heißt das Projekt. Diese Modelle werden für die Damenoberbekleidung in der Mustergröße 38 angefertigt und später auf alle anderen Größen übertragen.

Absolventinnen sind international gefragt

Die Direktricen aus Hamburg sind international gefragt. „Viele unserer Absolventinnen arbeiten für H&M, in England, Norwegen oder den Niederlanden oder machen die Kostüme für die Aida-Shows.“ Manche seien sogar bei der bekannten Designerin Vivienne Westwood in London gelandet. Neben Brigitte Platzer für Organisation und Schnitt war Dozentin Uschi Weber für die Fertigung verantwortlich.

Die Ausstellung im Modemuseum Schloss Meyenburg ist bis 29. Oktober zu sehen.

Von Beate Vogel

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