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Hobbymusiker lernt bei den Profis

Neuruppin Hobbymusiker lernt bei den Profis

Nicht nur mit seinen Musikerfähigkeiten an der Gitarre, sondern auch durch seine Persönlichkeit und Motivation hat Björn Hannemann die Teilnahme an einem renommierten Gitarrenworkshop im Sauerland gewonnen. An diesem Wochenende holt er sich dort wertvolle Tipps von einer Größe der Gitarristenszene.

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Inspirierend findet Björn Hannemann Bands wie Bap, Dire Straits, U2, Pink Floyd, Ton Steine Scherben, Pearl Jam und die Foo Fighters.

Quelle: Christina Koormann

Alt Ruppin. Am liebsten spielt Björn „Hanne“ Hannemann auf der Gitarre das Vorspiel von „Jupp“, einem Song der Band „Bap“, die für Lieder in Kölscher Mundart bekannt ist. „Daran versuche ich mich schon jahrelang, immer mal wieder“, sagt der Alt Ruppiner und lächelt. Aber der Ehrgeiz nagt an ihm, und Hannemann gibt sich damit noch nicht zufrieden. „Es gibt zwei Stücke, die ich unbedingt lernen will, und das sind „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd und „Comfortably numb“ von Pink Floyd. In beiden Songs gibt es zwei tolle Soli, und ich liebe Gitarrensoli. Beide sind aber ziemlich schwer.“ Das zweite beherrscht er schon zu drei Vierteln – „aber wenn man nicht ständig dranbleibt, verlernt man es schnell wieder.“

Im Musikkeller seines Hauses in Alt Ruppin ist der Hobbymusiker ganz in seiner Welt. Hier stehen vier Akustik- und vier E-Gitarren, für jeden Anlass greift der 49-Jährige die richtige heraus.

Als der gebürtige Neuruppiner mit 16 Jahren die Band „Fluchtweg“ in seiner Heimatstadt live erlebte, begeisterte ihn die Musik, die aus Coverversionen von „Bap“ bestand. „Da ist mir klar geworden: Das will ich auch machen.“

Hannemann darf an renommiertem Gitarrenworkshop teilnehmen

Seine erste Gitarre kaufte Hannemann für 170 Mark von Wolfgang Freese. „Ich war nie in einer Musikschule“, erzählt er, „die ersten Gitarrengriffe haben mir im Teenageralter meine Kumpels beigebracht.“ Erst seit ein paar Jahren nehme er Gitarrenunterricht und bringe sich über Online-Kurse zusätzliche Kniffe bei, erzählt der Mitbegründer der beiden Neuruppiner Bands „Unerhört“ und „Zoundquadrat“.

Mit der ersten, einer Cover-Rockband, ist Hannemann schon seit 14 Jahren auf verschiedenen Bühnen unterwegs, die U2-Coverband „Zoundquadrat“ besteht seit 2016. „Ich habe nie darüber nachgedacht, beruflich Musik zu machen“, erzählt der Bauingenieur. „Es ist ein riesengroßes Hobby, das mir sehr viel Spaß macht, aber es soll eben auch ein Hobby bleiben.“

Dass er dieses Hobby am Wochenende bei einem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Workshop noch stärker vertiefen kann, freut den Familienvater besonders.

„Ich war ganz überrascht und hätte nicht damit gerechnet, dass ich ausgewählt werde“, sagt Hannemann. Für die Teilnahme hatten sich viele Bewerber aus Deutschland und Belgien gemeldet.„Man sollte ein Video drehen, in dem man ein vorgegebenes Pflichtstück spielt und sich kurz vorstellt “, sagt der begeisterte Gitarrenspieler. Ausschlaggebend war nicht in erster Linie die „gitarristische Klasse“, sondern die persönliche Vorstellung des Bewerbers, ließen die Dozenten auf ihrer Homepage verlauten. „Einige Bewerber haben den Eindruck hinterlassen, dass sie die richtige Motivation haben.“

„Dezentrale Workshops sind Gold wert“

Diese Motivation strahlt Björn Hannemann stark aus. „Ich freue mich darauf, von einem namhaften Musiker neuen Input zu kriegen, Tipps an die Hand zu bekommen, wie man sich schneller und effektiver Dinge aneignet, mich zu verbessern, und natürlich auch darauf, Gleichgesinnte zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.“

Der Kontakt unter Musikern sei keine schlechte Angelegenheit, kann der Gitarrist aus Erfahrung sagen. Regelmäßig tauscht er sich mit anderen Gitarristen im Netz aus und war bereits bei vielen Treffen mit Leuten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. „Da haben sich viele gute Freundschaften entwickelt“, sagt Hannemann. Er findet es wichtig, sich in verschiedene Richtungen zu orientieren: „Dezentrale Workshops sind Gold wert.“

Das „E-Gi-Training“ vom 7. bis 9. Juli auf Burg Bilstein im Sauerland leitet Peter Autschbach mit den Co-Dozenten Richard Müller und Markus Ottenberg. Autschbach ist Gitarren-Lehrbuchautor, Jazzmusiker und spielte über 1000 Shows in der Rockoper „Tommy“ des „The Who“-Gitarristen Pete Townshend. Auch für die Queen-Show „We will rock you“ war er als Musiker engagiert und hat sich in den vergangenen Jahren als Band- und Solokünstler einen Namen gemacht. Die Gewinner bekommen dieses Wochenende intensiven Unterricht bei den drei Profis, kriegen freie Übernachtungen und Vollpension.

Chancen auf den „Gitarren-Glücklichmacher“?

Eine besonders schöne Überraschung wäre es für Hannemann, wenn er am Sonntag auch noch den Hauptpreis mit nach Hause nehmen dürfte: Die Gitarrenvorstufe AX8 im Wert von 1.599 Euro wird dem motiviertesten Teilnehmer am letzten Abend überreicht. „Es verfügt über dieselbe Technologie wie das AxeFXII, welches auch Bands wie U2 oder Metallica nutzen“, sagt Hannemann. „Das Ding hat ein 200-Seiten-Bedienerhandbuch und ist ein richtiger Gitarristen-Glücklichmacher.“

Mit seinen Bands probt der 49-Jährige wöchentlich. „Dass wir für Auftritte angefragt werden, ist für uns das schönste Feedback“, sagt Hannemann. Mit „Unerhört“ und „Zoundquadrat“ spielt er lokale Konzerte, auf Geburtstagen, Stadtfesten, Jahresabschlusskonzerten im JFZ oder Benefizkonzerten. Vor Auftritten seien die Proben intensiver. Und „Hanne“ übt auch viel für sich selbst.„Ich bin dran am Üben, immer und immer wieder, und ich möchte natürlich gerne mehr können. Doch egal, wie viel man übt, auf welchem Level man steht, jeder findet irgendwo seinen Meister.“

Von Christina Koormann

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