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Prignitz Rückhaltebecken wird probegeflutet
Lokales Prignitz Rückhaltebecken wird probegeflutet
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00:19 08.01.2018
Das Hochwasserrückhaltebecken an der Neuen Mühle bei Perleberg wird derzeit probegestaut. Viele Schaulustige wollen den so entstandenen riesigen Stepenitz-See selbst sehen und machen einen Spaziergang auf der Deichanlage, die eigentlich nicht betreten werden darf. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Die Stepenitz ist oberhalb des Wehrs von Lübzow mittlerweile so etwas wie eine Prignitzer Seenplatte. Wüsste man es nicht besser, so sieht es bei Kreuzburg oder auch Klein Linde fast idyllisch aus, der ein oder andere Schwan zieht seine Kreise auf dem temporären Großgewässer.

Schon der Regen hat für ein massives Anschwellen der Flussläufe in der Prignitz. Am Hochwasserrückhaltebecken bei der Neuen Mühle nahe Perleberg wurde nun probehalber das Wasser zusätzlich gestaut, mit Rückwirkungen auf den Oberlauf der Stepenitz. Hier ein paar Bilderimpressionen.

Insbesondere an der Neuen Mühle bei Perleberg fanden sich auch viele Schaulustige ein. Schließlich wird das dortige Hochwasserrückhaltebecken derzeit probegeflutet – und die Folgen sind bis einige Kilometer flussaufwärts zu spüren. Am Freitag gegen 14.30 Uhr lag der Pegelstand in dem Rückhaltebecken bei etwa 4,15 Meter – eine gelbe Zusatzmarkierung war erreicht. „Wir haben jetzt die 800.000 Kubikmeter erreicht“, sagt Stefan Blechschmidt vom Landesumweltamt. Auf diesem Stand soll das Becken jetzt 24 Stunden lang belassen werden, bis das Wasser wieder abgelassen wird.

Schaulustige am Hochwasserrückhaltebecken. Quelle: Bernd Atzenroth

So sorgten zwar zuerst die 40 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter, die in der Prignitz in den vergangenen drei Tagen gefallen sind, für höhere Wasserstände an Dömnitz, Stepenitz und Löcknitz. Aber hat sich die Lage in Meyenburg und Pritzwalk mittlerweile entspannt, so bleibt sie in Wolfshagen und Perleberg weiterhin angespannt, weil seit Donnerstagnachmittag das Hochwasserrückhaltebecken geflutet wird.

Aufgrund der derzeitigen Hochwassersituation liegen günstige hydrologische Verhältnisse vor, um den Probestau bei beherrschbaren Risiken durchzuführen, so Stefan Blechschmidt – die Obere Wasserbehörde hatte für einen solchen Stau bereits 1998 Auflagen beschlossen, die nun einzuhalten sind. Die notwendigen baulichen und konzeptionellen Grundlagen hat man in den vergangenen Jahren geschaffen. Letztlich ist es das Ziel, die Betriebssicherheit der Hochwasserschutzanlage zu bestätigen. Mit Behörden und Landwirten hat sich das Landesumweltamt nun abgesprochen, den Probestau bis zum kommenden Montag abzuwickeln.

Konstant hohe Wasserstände bis Wolfshagen

„Durch die derzeitigen günstigen hydraulischen Bedingungen sind die zusätzliche Beanspruchung des Beckens und die Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen und den Naturhaushalt gering“, heißt es von Jens-Uwe Schade, Pressesprecher im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

Doch durch den Rückstau der Stepenitz bleibt der Pegel bis nach Wolfshagen zurück konstant hoch. Am Donnerstagabend rief der Landrat aufgrund des Probestaus Alarmstufe drei für den Abschnitt der Stepenitz von der Dömnitzmündung bis einschließlich Wolfshagen aus. Derzeit liegt man mit 241 Zentimetern konstanter Wasserhöhe knapp unter dem Richtwert der Alarmstufe drei, am Freitagnachmittag sank auch bei Wolfshagen der Pegel erstmals um einen Zentimeter. Selbst wenn Alarmstufe 3 doch nicht erreicht werden sollte, so ist ihre Ausrufung für eine solche Übung genau richtig. Das Landesumweltamt habe sie empfohlen, betonte Blechschmidt.

Die gelbe Markierung für den höchsten Wasserstand ist am Rückhaltebecken am Freitag gegen 14.30 Uhr fast erreicht. Quelle: Bernd Atzenroth

Der Zielwasserstand von 4,15 Meter soll bis Samstag Nachmittag gehalten werden. „In der Nacht von Donnerstag zu Freitag sind keine Probleme aufgetreten“, so Jens-Uwe Schade. Das Landesamt für Umwelt hat für die Durchführung des Probestaus einen lokalen Einsatzstab gebildet, der den Damm, die Brücken, Flächen und sämtliche Pegelanlagen in der Stepenitz von Perleberg bis Wolfshagen laufend kontrolliert. Für eine mögliche Havarie wurden Einsatzmaterialien und Technik des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz nach Perleberg gebracht sowie eine ständige Bereitschaft der beteiligten Fachbehörden eingerichtet.

„Risiken für Unterlieger sind gering“

„Die Risiken für die Unterlieger sind für den gesamte Zeitraum gering, weil das Becken nur zu etwa 50 Prozent seines möglichen Rückhaltevolumens gefüllt wird“, heißt es aus dem Ministerium weiter. Bei starker Strömung werden im Rückhaltebecken Wassertiefen von mehr als zwei Metern erreicht. Von einem Betreten der Hochwasserschutzanlagen ist aus diesem Grund unbedingt abzusehen. Blechschmidt ist daher nicht glücklich darüber, dass sich so viele Menschen nicht daran halten. Ganz verhindern lässt es sich nicht, denn die Anlage ist nur schwer komplett abzusperren. Doch wird darauf geachtet, dass niemand sich an der Böschung hinunter in Richtung Wasser bewegt.

Bis Dienstag soll der Probestau kontrolliert aufgehoben sein. „Für das Stadtgebiet Perleberg sind keine wesentlichen Veränderungen bei den Abflüssen der Stepenitz zu erwarten, als ohnehin durch das derzeitige Hochwasser eintreten würden“, informiert Jens-Uwe Schade. „Lediglich die Dauer des Hochwasserereignisses wird durch den Probestau hier um etwa drei Tage verlängert.“

Von Bernd Atzenroth und Marcus J. Pfeiffer

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