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Hof mit Himmel

Buchholz Hof mit Himmel

Johanna Šabat aus Hamburg und Marco Kriedemann aus Wittstock möchten in Buchholz bei Pritzwalk einen christlichen Begegnungshof schaffen. „Hof mit Himmel“ soll das Areal heißen und Platz für Familien, Menschen mit Behinderung sowie junge und ältere Menschen zugleich bieten.

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Johanna Šabat und Marco Kriedemann vor dem Hauptportal des Gutshofes in Buchholz

Quelle: Andreas König

Buchholz. Sie sind im Auftrag des Herrn unterwegs. Johanna Šabat aus Hamburg und Marco Kriedemann aus Wittstock möchten in Buchholz bei Pritzwalk einen christlichen Begegnungshof schaffen. „Hof mit Himmel“ soll er heißen und viel Platz bieten für Familien, Menschen mit Behinderungen, Junge und alte Leute, für Seminare, Gebete, Andachten, vielleicht später einmal einen Dorfkonsum und ein Café. Bisher existiert auf dem Grundstück in der Hauptstraße 5 vor allem eines: Platz. Allein das ehemalige Gutshaus der Familie Zander hat eine Wohnfläche von 523 Quadratmetern – theoretisch, denn erst einmal muss der Bau saniert werden.

Johanna Šabat an der Schrotmühle

Johanna Šabat an der Schrotmühle.

Quelle: Andreas König

Wie alt er genau ist, lässt sich nicht mit letztgültiger Sicherheit sagen. In einigen Unterlagen ist von 1864 die Rede, ein Architekt sieht in einigen der Türbeschläge Produkte des 18. Jahrhunderts, und Johanna Šabat ist der Meinung, dass die Vorgängergebäude sogar noch älter sein können. Noch mehr als für die Vergangenheit des Gebäudes interessieren sich die Diplompädagogin und ihr Lebensgefährte für die Zukunft des Anwesens. Gekauft haben sie den Hof „kurz vor Weihnachten 2015“, erzählt Johanna Šabat mit beseeltem Gesichtsausdruck. Sie ist der festen Überzeugung, dass „Er“ einen Plan hatte, als er das suchende Paar und den leerstehenden Hof zusammenbrachte. Beim Wort „Er“ zeigen Johanna Šabats Finger nach oben in Richtung Himmel.

Menschen sollen hier zusammenkommen

Wenn man das Haus so sanieren und instandsetzen will, dass dort Familien wohnen können, wird mindestens eine halbe Million Euro benötigt. Johanna Šabat arbeitet im Sozialen Dienst am KMG-Klinikum in Kyritz, Marco Kriedemann ist Lagerist bei Kronotex in Heiligengrabe. Ist eine solche Herkulesaufgabe realistisch? „Es ist realistisch, wenn man weiß, dass man Hilfe im Hintergrund hat“, sagt Johanna Šabat und deutet erneut gen Himmel. „Und wir wissen, dass Gott dafür ist.“

Marco Kriedemann vor einer christlichen Spruchtafel im Gutshaus

Marco Kriedemann vor einer christlichen Spruchtafel im Gutshaus.

Quelle: Andreas König

Mit dem Gedanken, einen solchen Begegnungshof zu schaffen, trägt sich die 39-Jährige schon seit langem. In ihrer Heimatstadt Hamburg hat sie 14 Jahre bei der Lebenshilfe, gearbeitet, sie gründete eine Fußballmannschaft für Menschen mit Behinderungen in Hamburg, sie ist in der landeskirchlichen Gemeinschaft Wittstock aktiv, sie möchte Menschen unterschiedlichster Herkunft, jedweden Alters und verschiedenster Lebensläufe zusammenbringen.

Sieben Mitstreiter gefunden

Auch Marco Kriedemann ist in der landeskirchlichen Gemeinschaft in Wittstock aktiv. Er kennt Buchholz bereits von früheren Treffen. Gegenwärtig arbeitet er als Beisitzer im Vorstand des Christlichen Vereins Junger Menschen Wittstock (CVJM) mit.

In Buchholz sei die Idee vom „Hof mit Himmel“ bereits per Handzettel bekanntgemacht worden, sagt Johanna Šabat. Im vergangenen Jahr Frühjahr gab es eine Nikolausfeier und im Sommer einen Open-Air-Gottesdienst mit mehr als einhundert Teilnehmern. Johanna Šabat und Marco Kreidemann wollen einen Verein gründen. Sieben Mitstreiter aus der näheren und weiteren Umgebung haben sie bereist gefunden, suchen aber weitere. „Man muss auch ganz klar sagen, wenn wir den Hof nicht gekauft hätten, wären die Gebäude wahrscheinlich schon eingestürzt“, sagt Johanna Šabat.

Aufgabe für die nächsten 40 Jahre

Möglichkeiten, das Vorhaben zu unterstützen, gibt es einige. „Junge Familien könnten die Wohnungen in Eigenleistung ausbauen und dafür eine sehr günstige Miete zahlen“, nennt die Hausherrin ein Beispiel. Sie und ihr Lebensgefährte wollen im nächsten Jahr nach Buchholz ziehen. Sie würde gern ihre Familie in den Ort holen, die Kinder von Marco Kriedemann und ihre Mutter aus Hamburg.

Alle Einrichtungen, die sie in Form von Visionen, Träumen und inspiriert von ihrem Glauben in Buchholz zu etablieren gedenkt, sollen nach und nach folgen. Eine Fahrradwerkstatt gehört dazu und vielleicht ein Bibel-Café, wobei das Bibel-Café, das Johanna Šabat in Blandikow bei Heiligengrabe betreibt, weitergeführt werden soll. „Ich weiß, das ist eine Aufgabe für die nächsten 40 Jahre“, sag sie. „Aber wenn ich nur einen Tag lang den Hof so erleben könnte, wie ich ihn mir vorstelle, wäre ich schon zufrieden.“ Glaube versetzt bekanntlich Berge. „Und dem, der glaubt, ist nichts unmöglich“, sagt Johanna Šabat.

Kontakt: Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich bei Johanna Šabat melden unter leoni2002@aol.com

Von Andreas König

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