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Prignitz Hoffnung für den Park Hoppenrade
Lokales Prignitz Hoffnung für den Park Hoppenrade
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17:36 20.10.2015
Fraßbild an einem Champion Tree: Der Maschendraht half nicht viel.
Hoppenrade

Der Landschaftspark Hoppenrade (Gemeinde Plattenburg) gleicht seit einiger Zeit mehr einem Feuchtbiotop als einem englischen Garten. Das macht den Mitgliedern des Fördervereins Landschaftspark Hoppenrade zu schaffen, die regelmäßig den Zustand der denkmalgeschützten Parkanlage begutachten. Im Moment scheint es, als müssten sie hilflos zusehen, wie das Areal mehr und mehr verwildert. „Der Park in seiner ganzen Bedeutung für die Region ist völlig aus dem Bewusstsein verschwunden“, so Ralf Haetzer, der seit 2013 als Landschaftsplaner zum Vorstand des Vereins gehört.

Jetzt wollen die Beteiligten einen neuen Anlauf nehmen: Ergebnis der Mitgliederversammlung des Fördervereins vergangene Woche war, dass der Park vordringlich vor dem Biber geschützt werden müsse. „Und es geht um die Auslotung aller Möglichkeiten, den Park wieder in einen pfleglichen Zustand zu überführen“, berichtet Haetzer. In der kommenden Woche will der Vereinsvorstand mit Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung in Plattenburg beraten, wie die aktuelle Leader-Periode für ein Förderprojekt um Erhalt des Parks genutzt werden kann. Für den 2. November ist außerdem eine Zusammenkunft mit der Unteren Naturschutzbehörde geplant, in der das Thema Biber auf dem Plan steht.

Der Biber hat die Landschaft verändert: Diese Buchen sind abgestorben. Quelle: Beate Vogel

Denn zum ohnehin beklagenswerten Zustand der Anlage kommt, dass seit einigen Jahren ein Biber im Park lebt. Der große Nager hat den Cederbach inzwischen mit seiner Burg so angestaut, dass viele der Gehölze mit den Wurzeln im Wasser stehen. Die Wiese versumpft und wird von Schilf völlig überwuchert. „Ich kenne den Park seit 1994, aber so viel Wasser hatten die Gräben noch nie“, so das Vorstandsmitglied. Der Cederbach steht randvoll. Das geschützte Tier verändere nicht nur das Raumbild, sondern auch die Flora, sagt Haetzer.

Im Winter nutzt der Biber die Rinde der alten Bäume als Nahrung. Etliche Buchen, Haselsträucher und auch Linden hat er vom Boden bis in etwa einen Meter Höhe abgenagt. „Für den Baum ist dann zu befürchten, dass er in etwa zwei Jahren eingehen wird“, meint Ralf Haetzer. Unter den geschädigten Gehölzen sind auch sehr alte und seltene Exemplare und so genannte Champion Trees. Sie sind somit die größten ihrer Art im Land Brandenburg. Leider steht eine „Farnblättrige Buche“ seit dem vergangenen Winter quasi mit nacktem Fuß da. Den zum Schutz angebrachten Maschendraht hat der Biber so verschoben, dass er trotzdem an die Rinde kam. „Bis in zehn Metern Abstand vom Gewässer sind die Bäume angenagt“, sagt Haetzer, der sie schon verloren gegeben hat. „Aber was ist, wenn er weiter in den Park hinein vordringt?“

Laut Haetzer prallen hier zwei Positionen aufeinander: Zum einen geht es um den Erhalt des denkmalgeschützten Parks, der um 1830 im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde und um 1900 als „Perle der Prignitz“ galt. Hier stehen Buchen, Douglasien, Eichen, Sumpfzypressen. Zum anderen ist der Park teilweise als europäisches Flora-Fauna-Habitat eingestuft und unterliegt damit strengem Schutz, unter den eben auch der Biber fällt.

Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz beim Landkreis Prignitz, kennt die Situation im Park: „Wir haben vor einem Jahr eine Vor-Ort-Begehung gemacht, da sah es schon genauso aus.“ Deshalb versuche man seit längerem gemeinsam mit der Gemeinde Plattenburg, eine Lösung zu finden. Zu dem für den 2. November anberaumten Termin sei auch der Förderverein willkommen. „Und wir haben die beiden Biberbeauftragten des Landes Brandenburg eingeladen, die vielleicht neue Ideen mitbringen“, so Lindow.

Termin: Am 14. November ist vom Förderverein übrigens ein Arbeitseinsatz im Park geplant. Nähere Einzelheiten dazu werden vom Verein noch bekanntgegeben.

Von Beate Vogel

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