Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Hornissennest unterm Schleppdach
Lokales Prignitz Hornissennest unterm Schleppdach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 03.10.2016
Unten ist das Hornissennest offen. Quelle: Beate Vogel
Anzeige
Meyenburg/Bergsoll

Ein dicker, heller Klumpen aus Zellulose hängt im offenen Schuppen auf einem Grundstück im Meyenburger Gemeindeteil Bergsoll. Drinnen raschelt, brummt und summt es bedrohlich, draußen an den Öffnungen krabbeln bis zu drei Zentimeter lange Hornissen umher. Immer wieder fliegt eine aus, eine andere kommt über die gleiche Schneise wieder an. Von Besuchern nehmen die Hornissen so gut wie keine Notiz.

Deshalb hat auch Claudia Kuschinski keine Angst vor den beeindruckenden, gelbschwarzen Brummern. Nach und nach konnte die Familie beobachten, wie das Nest unter dem Schleppdach immer größer wurde. „Wir sind total entspannt, gehen ein und aus“, sagt sie. Die Männer der Familie holen ihre Motorräder regelmäßig aus dem Unterstand und auch der junge, verspielte Hund hatte bisher keine Probleme mit den großen Insekten. „Jetzt wollen wir warten, bis die Hornissen zur Ruhe kommen und dann das Nest abnehmen“, so Kuschinski.

Hornissen stehen unter Artenschutz

Hornissen (Vespa crabro) sind die größten in Mitteleuropa lebenden Faltenwespen. Sie stehen unter Artenschutz und dürfen eigentlich nicht umgesiedelt werden. Wer ein Hornissennest auf dem Grundstück oder in seiner Nähe hat, sollte einen Sicherheitsradius von zwei bis sechs Metern einhalten. Mitunter tolerieren die Insekten aber auch weitaus mehr Nähe. Muss ein Volk dennoch umgesiedelt werden, können über die zuständigen Ordnungsämter Fachleute beauftragt werden.

Claudia Kuschinski am Nest. Quelle: Beate Vogel

Königinnen können bis zu dreieinhalb, Arbeiterinnen bis zu zweieinhalb Zentimeter groß werden. Wer sie zu Nachbarn hat, kann sich freuen: Ein großes Volk vertilgt am Tag etwa ein halbes Kilogramm Insekten. Mitte August bis Mitte September hat ein Volk seinen Entwicklungshöhepunkt erreicht. Es kann dann zwischen 400 und 700 Tiere zählen. Jetzt im Herbst produzieren die Hornissenvölker Geschlechtstiere – Jungköniginnen und Männchen. Diese begatten die Königinnen und sterben dann gegen Ende Oktober ab. Auch die Lebenszeit der Arbeiterinnen endet dann. Bald stirbt die alte Königin und damit das Nest. Die Jungköniginnen suchen sich einen Platz zum Überwintern. Im Frühjahr, etwa im April, suchen sie sich einen neuen Ort zur Nestgründung.

Ihre Nahrung besteht aus Insekten und Pflanzensäften

Die Nahrung der Hornissen besteht aus allen Insekten, die sie überwinden können: Heuschrecken, Raupen, Spinnen, Libellen und Käfern. Ältere Tiere laben sich an Baum- und Pflanzensäften, manchmal auch an Fallobst. Sie interessieren sich weder für Kuchen noch für Eis.

Hornissenangriffe sind äußerst selten. Die wehrhaften Tiere stechen nur, um ihr Nest zu verteidigen oder wenn sie gequetscht werde. Ansonsten versuchen sie zu fliehen. Wespen dagegen fliegen mitunter gezielt Menschen an und stechen auch schon mal, ohne dass sie provoziert wurden. Sticht eine Hornisse doch einmal zu, soll das Schmerzempfinden ähnlich dem eines Wespen- oder Bienenstiches sein. Die Giftdosis ist geringer als die der Honigbiene. Große Gefahr besteht allerdings für Allergiker.

Ausführliche Informationen über Hornissen hält auch die Homepage des Landkreises Prignitz unter www.landkreis-prignitz.de/de/wirtschaft/natur_umwelt/flora_fauna/hornissen.php bereit. „Übertriebene Angst ist unbegründet“ heißt es auch dort.

Von Beate Vogel

Susan Hoyer aus Leipzig ist die neue Geschäftsführerin im Modemuseum im Meyenburger Schloss. Die 28-jährige aus Leipzig hat sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Nun soll sie unter anderem die Technisierung des Museums in Angriff nehmen, wünscht sich der Vorsitzende des Trägervereins, Jürgen Pilgrim.

06.10.2016

Das DDR-Geschichtsmuseum in Perleberg hat nichts mit Verklärung zu tun. Gisela und Hans-Peter Freimark dokumentieren in 30 Ausstellungsbereichen, wie das Leben in der DDR gewesen ist. In zehn Jahren haben 40.000 Menschen das Museum besucht. Am 3. Oktober wird dort gefeiert.

04.10.2016

Zahlenmäßig war die Sache klar: Während am Freitagabend weniger Freie Kräfte als erwartet an einer Kundgebung in Perleberg (Prignitz) teilnahmen, demonstrierte eine vielfache Menge an Menschen gegen die Versammlung der Rechtsextremen. Es war laut auf dem Platz und es flog eine Stinkbombe, ansonsten blieb es ruhig.

30.09.2016
Anzeige