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Hospizdienst in Perleberg sucht Ehrenamtliche

Caritas muss das Team verstärken Hospizdienst in Perleberg sucht Ehrenamtliche

Das Team des Ambulanten Hospizdienstes der Caritas in Perleberg sucht Verstärkung. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Sterbebegleiter ist es vor allem, für die Betroffenen da zu sein, ihnen Zeit zu schenken, erklärt Koordinatorin Ute Gajewski. Die Helfer werden vor ihrem Einsatz intensiv geschult.

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Ute Gajewski koordiniert den Hospizdienst.

Quelle: Beate Vogel

Perleberg. Auf dem letzten Weg mögen viele nicht gern allein sein. Manchmal werden sterbenskranke oder sehr alte Menschen von ihren Angehörigen begleitet, manchmal aber auch von ehrenamtlichen Sterbegleitern. Die Caritas in Perleberg bietet einen solchen Ambulanten Hospizdienst an. Jetzt sucht die Koordinatorin Ute Gajewski nach Helfern, die diesen Dienst ehrenamtlich übernehmen würden.

Es ist keine einfache Aufgabe, Menschen in den Tod zu begleiten. Für Ute Gajewski ist der Tod aber ein Teil des Lebens: „Viele Menschen reagieren da sehr befangen, sind unsicher oder haben Angst.“ Gerade den Angehörigen falle es schwer, den geliebten Menschen loszulassen. „Wir werden oft erst geholt, wenn es dem Ende zugeht“, schildert Ute Gajewski.

Einen letzten Wunsch erfüllen

Dabei helfen die Hospizbetreuer gern auch schon eher. „Dann lernt man sich kennen, bevor es richtig schlimm ist.“ In der Regel übernimmt die Koordinatorin den Erstbesuch bei den Betroffenen und fragt, was sie möchten. So können die Betreuer zum Beispiel die Familie entlasten, etwa wenn es darum geht, einen letzten Wunsch zu erfüllen.

Manchmal geht es dabei nur um Dinge, die andere als Kleinigkeiten bezeichnen würden. „Der eine möchte vielleicht in seiner Lieblingskneipe noch einmal ein Bierchen trinken, der andere ins Kino gehen“, erzählt die Koordinatorin Gajewski. Einmal hatte sie einen alten Herrn, der unbedingt noch einmal in den Stall zu seinen Pferden wollte. „Er fragte, ob sie gut versorgt sind. Dann war es für ihn gut.“ Ein anderer ließ sich im Rollstuhl in den Hühnerstall fahren, um nach seinen Tieren zu sehen.

Ein Patient – er lebte im Seniorenzentrum in Stepenitz – wollte unbedingt noch einmal ein Picknick im Park machen. Das war recht schwierig, ihn aus dem Rollstuhl und wieder hinein zu bekommen, damit er auf der Wiese sitzen konnte. „Aber wir haben das hinbekommen. Und es hat ihn glücklich gemacht.“ Genau das sind die Momente, in denen ein Betreuer von den Betroffenen etwas zurückbekommen kann. „Man hat auch selbst etwas davon“, ist Ute Gajewskis Erfahrung. Und mit so manchem, den sie betreute, habe sie auch ganz schön viel gelacht.

Drei Helfer müssen ersetzt werden

Nicht immer müssen Dinge organisiert werden. Das Wichtigste ist, sagt Ute Gajewski, „dass wir den Betreffenden Zeit schenken“. Die Betreuung kann aus intensive Gesprächen bestehen, vielleicht einem Spaziergang. „Manchmal ist es aber auch gut, wenn einfach nur jemand da ist“, weiß die Koordinatorin.

Vor zwei Jahren erst hat der ambulante Hospizdienst der Caritas in Perleberg sechs neue Ehrenamtler ausgebildet. „Vergangenes Jahr sind drei von ihnen ausgestiegen, die müssen wir jetzt ersetzen“, sagt Ute Gajewski. 18 ehrenamtlich arbeitende Helfer sind derzeit im gesamten Landkreis Prignitz unterwegs, besuchen Sterbende in ihrem Zuhause im Seniorenheim oder – seit kurzem – auch im Kreiskrankenhaus.

Die Ausbildung eines Mitarbeiters für den Hospizdienst – sie erfolgt im Haus der Caritas in Perleberg – dauert ein Jahr: „Mit Pausen und Praktikum“, sagt Ute Gajewski, die selbst nach ihrer Arbeit Patienten betreut. Die Schulungen finden einmal monatlich statt, denn die meisten der Freiwilligen sind berufstätig.

Abschied nehmen ist schmerzhaft

Hinzu kommen Gespräche, in denen das Erlebte aufgearbeitet wird. „Als ich selbst 2005 diese Ausbildung gemacht habe, habe ich gemerkt, was ich selbst noch aufzuarbeiten hatte“, erinnert sich die Caritas-Mitarbeiterin. Begleitet werden die Betreuer von einer Sozialarbeiterin, die laut Gajewski „sehr praxisorientiert“ ist. Nach jeder Begleitung hat ein Betreuer das Recht auf eine Auszeit, damit er wieder zu sich findet. Denn obwohl Hospizbetreuer von vornherein wissen, dass sie Abschied nehmen müssen, kann das dennoch sehr schmerzhaft sein.

Bewerber sollten volljährig sein, eine gefestigte Persönlichkeit und ein offenes Wesen haben sowie ohne Vorurteile an die Dinge des Lebens herangehen, beschreibt Ute Gajewski die Anforderungen. „Sie sollten sensibel sein, aber nicht zu sensibel, sonst gehen sie kaputt.“

Die Patienten kostet der Hospizdienst nichts, sagt Ute Gajewski. Die Caritas bekomme dafür Fördermittel. Seit diesem Jahr werden außerdem auch Sachkosten erstattet.

Wer sich für die Arbeit beim ambulanten Hospizdienst der Caritas interessiert, kann sich bei Ute Gajewski, 03876/797314, E-Mail u.gajewski@caritas-altenhilfe.de melden.

Von Beate Vogel

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