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Hürden für ältere Bürger in Pritzwalk

Kommunen im Autobahndreieck Wittstock Hürden für ältere Bürger in Pritzwalk

Wenige Sitzgelegenheiten, unebene Wege, fehlende Aufzüge in öffentlichen Einrichtungen: Mit der Barrierefreiheit ist es in den Kommunen der Kooperation Autobahndreieck noch nicht zum Besten bestellt. Zu diesem Ergebnis kommen die Planer des Büros Stadt-Land-Fluss in ihrem Gutachten für Pritzwalk, Wittstock, Meyenburg und Heiligengrabe

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Planerin Barbara Horst erläuterte den Vertretern der Kooperationskommunen das Konzept zur Barrierefreiheit.

Quelle: Foto: Andreas König

Pritzwalk. Wie kann die älter werdende Bevölkerung ein lebenswertes Leben in der Region Pritzwalk-Meyenburg-Heiligengrabe-Wittstock führen? Wie sind öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Verkehrsmittel oder die Verwaltung zu erreichen, wenn es mit dem Gehen nicht mehr so gut läuft? Solche Fragen will ein Gutachten beantworten, das von den Kommunen der Kooperation Autobahndreieck in Auftrag gegeben wurde. Jetzt wurden die Ergebnisse im Pritzwalker Kulturhaus vorgestellt.

Von Erreichbarkeit bis hin zu generationengerechtem Wohnen

Das Planungsbüro Stadt-Land-Fluss aus Berlin hat zunächst alle relevanten Einrichtungen erfasst und nach ihrer Bedeutung für das öffentliche Leben bewertet. Ziel sollen allerdings nicht nur eine Bestandsaufnahme sein, sondern auch Vorschläge, wie man die Bedingungen verbessern kann. Fünf Handlungsfelder haben die Planer um Miller Stevens ausgemacht: Erreichbarkeit, Vernetzung und Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr, Daseinsvorsorge und Nahversorgung, barrierefreie Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen, Barrierefreiheit öffentlicher Räume und generationengerechter Wohnraum.

Bevölkerungsdichte schwankt stark

Berücksichtigt wurde die Bevölkerungsdichte. Dieser Wert schwankt zwischen 75 Einwohnern je Quadratkilometer in Pritz­walk über 36 Einwohner je Quadratkilometer in Wittstock bis hin zu 21 und 22 Einwohner pro Quadratkilometer in Heiligengrabe und Meyenburg. Trotz der vergleichsweise dünnen Besiedlung seien die Angebote im Nahverkehr relativ gut ausgebaut. Doch der Teufel liegt im Detail. So sind Bahnhöfe zwar vorhanden, befinden sich aber teilweise weit ab vom eigentlichen Siedlungskern wie etwa in Heiligengrabe. Aber auch bei zentraler Lage ist nicht alles optimal. Der Bahnhofsvorplatz in Meyenburg etwa ist mit seinem Kopfsteinpflaster nicht nur wenig barrierearm, es fehle auch an klar definierten Parkplätzen.

Überall fehlen Sitzgelegenheiten

Eine generelle Forderung der Planer ist das Aufstellen von Bänken oder anderen Sitzgelegenheiten in einem Abstand von höchstens 300, besser sogar 150 Meter. Defizit darin haben alle betrachteten Kommunen. Gleiches gilt für die Zugänglichkeit gerade der öffentlichen Einrichtungen. Von den Pritz­walker Bildungseinrichtungen sind zum Beispiel lediglich die KMG-Bildungsakademie, die ­Rochowschule und die Bildungsgesellschaft barrierefrei – also für Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder gehbehinderte Personen zugänglich.

Gehwege sind in schlechtem Zustand

Namentlich das Rathaus der Dömnitzstadt sollte einen barrierefreien Zugang bekommen, empfehlen die Planer als Vorhaben höchster Priorität. Ein großer Teil der Gehwege in Pritz­walk sind in schlechtem Zustand, konstatieren die Planer. Wenigstens entlang der Haupttrassen zwischen Altstadt und Bahnhof sollten Fußwegverbindungen ohne Hürden für die eingeschränkte Zielgruppe entstehen. Gefordert werden mehr Querungshilfen, bei denen die Bordsteinkanten auf ein rollstuhlgerechtes Niveau abgesenkt werden sollte. Das generationengerechte Wohnen sollten die Kommunen möglichst in ohnehin leerstehenden Häusern ermöglichen, empfehlen die Planer.

Der Heiligengraber Bürgermeister Holger Kippenhahn dankte dem Büro. „Die größte Barriere ist übrigens nicht zu sehen: die Kreisgrenze“, scherzte er.

Von Andreas König

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