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Prignitz Hunderte tote Fische im Rhinowkanal
Lokales Prignitz Hunderte tote Fische im Rhinowkanal
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15:39 11.08.2017
Quelle: dpa (Archiv)
Potsdam/ Lenzen

Die anhaltenden Regenfälle und die lange unter Wasser stehenden Wiesen in den Löcknitzniederungen haben jetzt Auswirkungen auch auf den Fischbestand. Die Untere Wasserbehörde und der Kreisanglerverband Perleberg wurden von einem Angler aus Lenzen über ein Fischsterben in einem Angelgewässer bei Kietz, direkt hinter dem Achterdeich, informiert. Er vermutete eine Gewässerverunreinigung durch Gülle oder Jauche.

Die Untere Wasserbehörde reagierte umgehend und führte am 4. August eine Messung des Sauerstoffgehaltes durch, informierte der Sprecher des Landkreises Prignitz, Frank Stubenrauch. Auf dem Wasser zeigte sich eine braune Schwimmschicht und viele tote Fische lagen am Rand. Der Kreisanglerverband stellte bei der Begehung des „Rhinowkanals“ fest, dass auf einer Gewässerstrecke von 500 Metern oberhalb des Pumpwerkes Gaarz Hunderte von verendeten Fischen, selbst Wollhandkrabben, aus dem Wasser gekommen oder verendet waren.

Hier sollen die toten Fische im Wasser gewesen sein. Am Freitagnachmittag gibt es jedoch keine Spur mehr davon. Quelle: Kerstin Beck

Gewässerverunreinigung durch Gülle wird ausgeschlossen

„Die Untere Wasserbehörde schließt eine Gewässerverunreinigung durch Gülle aus, die aufgrund der überschwemmten Wiesen nicht ausgebracht werden konnte“, teilte Frank Stubenrauch mit. Das hätten nach einer Befragung auch die ansässigen landwirtschaftlichen Unternehmen bestätigt.

Als Ursache für das Fischsterben am Rhinow kommt aus Sicht der UWB das rücklaufende Wasser von den überschwemmten beziehungsweise überstauten landwirtschaftlichen Flächen in Betracht. „Im Einzugsgebiet des Rhinow waren – wie ebenfalls in weiteren Flächen im Einzugsgebiet der Löcknitz – landwirtschaftliche Flächen über mehrere Tage überflutet“, erläutert Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz. Und weiter: „Die unter Wasser befindliche Biomasse, also Gras oder Feldfrüchte, ist in diesen Tagen in Fäulnis übergegangen. Diese Fäulnisprozesse haben dabei fast allen Sauerstoff im Wasser verbraucht und im Wasserkörper die charakteristische schwarze Farbe und den unangenehmen Fäulnisgeruch verursacht. In Bereichen geringer Fließgeschwindigkeit wie in der Kietzer Kuhle und im Mahlbusen oberhalb des Schöpfwerkes Gaarz wird dabei der Sauerstoffgehalt in einen für die Fischfauna tödlichen Bereich abgesenkt, die beobachteten schaumähnlichen beziehungsweise schillernden Aufrahmungen sind ebenfalls Fäulnisprodukte.“

Fischereipächter ist der Kreisanglerverband Perleberg

Bedauerlicherweise werde dieser Zustand so lange anhalten, bis das mit Fäulnisprodukten versetzte und sauerstoffarme Wasser vollständig abgeflossen ist. Technische Möglichkeiten zur Bekämpfung dieses natürlichen Prozesses seien seitens der UWB zur Zeit nicht ersichtlich, so Lindow.

Nach dem Fischereirecht ist der Fischereipächter für die oben genannten Gewässer für das Bergen und Entsorgen der toten Fische zuständig. Fischereipächter ist hier der Kreisanglerverband Perleberg.

Das Landesamt für Umwelt Brandenburg wurde über den Sachverhalt informiert und um kurzfristige Hilfestellung beim Bergen und Entsorgen der toten Fische gebeten. Dieser Bitte wurde entsprochen, bereits am Montag wurden durch Kollegen des Wasser- und Bodenverbandes „Prignitz“ im Auftrag des Landesamtes für Umwelt die toten Fische am Schöpfwerk Gaarz beräumt.

Von Nathalie Waehlisch

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