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Prignitz Illegale Abfälle in Kiesgrube in der Prignitz
Lokales Prignitz Illegale Abfälle in Kiesgrube in der Prignitz
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19:39 23.09.2016
Zwei ehemalige Mitarbeiter eines Kiessandtagebaues stehen wegen illegaler Müllentsorgung vor Gericht. Quelle: dpa
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Luggendorf

2010 entdeckte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) auf dem Gelände des Kiessandtagebaues Groß Buchholz etwa 1000 Kubikmeter Baumischabfälle. 2012 kamen in der Kiesgrube Luggendorf (Gemeinde Groß Pankow) mehr als 40 000 Kubikmeter illegale Abfälle zu Tage.

Ehemaliger Firmenchef nicht verhandlungsfähig

Verantwortlich sollen für diese unerlaubte Entsorgung der damalige alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der Schmidt Kieswerke, Martin Schmidt, gewesen sein sowie seine ehemaligen Mitarbeiter Dominik B. und Thomas W.

Diese beiden müssen sich seit Freitag vor dem Landgericht Neuruppin wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen verantworten. Eigentlich sollte noch der einstige Firmenchef mit auf der Anklagebank sitzen. Doch das Verfahren gegen ihn wurde vorläufig eingestellt und abgetrennt, weil der 38-Jährige auf nicht absehbare Zeit verhandlungsunfähig ist, wie der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann mitteilte.

Bauschutt in Kiesgrube illegal entsorgt

Die Staatsanwaltschaft wirft den 43 und 41 Jahre alten Männern vor, in „bewusstem und gewollten Zusammenwirken“ Bauabbruchsmischabfälle und umweltgefährdende Stoffe ohne Genehmigung in den Kiessandtagebauen in Groß Buchholz und Groß Pankow entsorgt zu haben. Und zwar in den Jahren 2007 bis 2010. Dominik B. soll in der Zeit Geschäftsführer gewesen sein und laut Staatsanwaltschaft selbst am Wochenende den Müll planiert haben. Thomas W. soll in die Betriebsabläufe eingebunden gewesen sein.

Im Einzelnen handelte es sich, so die Staatsanwaltschaft. um den Schutt von neun Wohnblöcken in Bergen Belsen. 40 Lkw-Ladungen wurden in Groß Buchholz abgeladen. Die Mitarbeiter sollten auf Anordnung die Lieferungen planieren und mit Sand und Kies abdecken. Auch die Überreste einer ehemaligen Kaufhalle in Karstädt landeten dort. In Luggendorf kamen laut Anklage 100 Container mit Baumischabfällen ehemaliger Wohnblöcke aus Pankow und einer Brauerei an.

Rechtsgespräch über mögliche Strafen

Am Freitag wurden noch keine Zeugen gehört. Die Verteidigung von Dominik B. regte ein Rechtsgespräch an, um die Vorstellungen von Gericht und Staatsanwaltschaft über die Höhe einer möglicherweise zu erwartenden zu erfahren.

Nach eingehender Beratung teilte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann mit, dass sich das Gericht für den Fall eines Geständnisses zu „ der Verhängung von bewährungsfähigen Freiheitsstrafen im Bereich von einem Jahr bereit finden könnte“.

Daneben kamen die Dauer einer Bewährungszeit sowie mögliche Bewährungsauflagen zur Sprache .

Verteidigung und Staatsanwaltschaft signalisierten ihr Einverständnis mit dem Vorschlag des Gerichts. Nur Thomas W. und sein Verteidiger konnten sich auf die Schnelle nicht entscheiden. „Sie müssen in sich gehen, ob das ein für Sie annehmbarer Vorschlag ist“, sagte Lechtermann.

Nun hat der Angeklagte bis zum kommenden Verhandlungstag Zeit, darüber nachzudenken. Am 27. September wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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