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Im Deutschen Haus ist wieder viel los

Touristenmagnet in Lenzen Im Deutschen Haus ist wieder viel los

Nach vielen Jahren des Niedergangs blüht das Deutsche Haus in Lenzen nun wieder auf. Die Stadt sanierte das ehemalige Hotel und das Umweltbildungszentrum Burg Lenzen hat es als Betreiber übernommen. Touristen finden hier eine Filzschauwerkstatt, einen begehbaren Fundus zur Stadtgeschichte, einen DDR-Konsum und eine Kulturstube mit Gastronomie.

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Der Knick im 250 Jahre alten Fachwerk ist kein Baufehler, sondern vom Denkmalwert besonders wertvoll.

Quelle: Michael Beeskow

Lenzen. Das Deutsche Haus in Lenzen ist wieder eine erste Adresse. Über ein Jahrhundert lang stiegen Gäste im „Ältesten Spezial-Reise-Hotel“ der Stadt ab, wie es in einer Annonce aus den 1930er Jahren beworben wurde. Zu jedem ankommenden Zug hielt sich der Hausdiener auf dem Bahnhof bereit. Jetzt ist das Haus für Touristen eine erste Adresse geworden.

Das Deutsche Haus

Das Fachwerkgebäude wurde um 1750 errichtet, bei der Sanierung blieb der historische Charakter erhalten. Das Innere wurde für heutige Nutzungen hergerichtet. Die Sanierung kostete mehr als eine Million Euro.

Entstanden sind mehrere Ausstellungsbereiche, moderne Büroräume sowie eine Kulturstube mit gastronomischer Versorgung.

Schon lange hält in Lenzen kein Zug mehr, und mit dem „Deutschen Meier“, wie Lenzener das Haus nach dem einstigen Besitzer Hermann Meier oft nennen, ging es nach 1945 steil bergab. Nach der Wende scheiterten die Versuche zur Rettung des stadtbildprägenden Eckgebäudes gegenüber der Katharinenkirche. Immerhin gelang es dem Förderverein Rudower See, das einsturzgefährdete Gebäude zu sichern. Schließlich erwarb 2013 die Stadt den „Deutschen Meier“, einen der größten Sanierungsfälle in Lenzen.

Einige Arbeiten aus der Filzwerkstatt

Einige Arbeiten aus der Filzwerkstatt.

Quelle: Beeskow

Voraussetzung war allerdings ein Pachtvertrag mit dem Umweltbildungszentrum Burg Lenzen, das das Haus betreibt. Nach dem Abschluss der Sanierung in diesem Jahr bezogen Mitarbeiter des BUND-Fachzentrums für Auenökologie Büroräume und auch die Mitarbeiter der Naturwacht fanden hier ihren Arbeitsplatz.

Die Nutzung des Hauses ist aber vielfältig. Auch die Filzschauwerkstatt, die abseits am Bahndamm in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geriet, blüht in ihrem neuen Domizil auf. In den Erdgeschossräumen wird fleißig gefilzt, aber auch Kurse für jedermann werden angeboten. Es gibt Führungen durch die Werkstatt und die Möglichkeit, ein Souvenir selbst herzustellen. Künstlerische Arbeiten können in einem Regionalladen erworben werden. „Da ist richtig was los“, berichtet Bürgermeister Christian Steinkopf. Zur Freude der Stadt gibt es jetzt wieder eine Art Stadtmuseum. Viele Archivalien, die bislang im Depot lagerten, sind auf dem Dachboden als begehbarer Fundus nun wieder zugänglich. „Das geschieht allerdings nur nach Anmeldung“, erklärt der Bürgermeister. In einem weiteren Raum sind Teile eines originalen DDR-Dorfkonsums ausgestellt.

Der Laubengang

Der Laubengang.

Quelle: Michael Beeskow

Zumindest einige Räume sind wieder einem geselligen Beisammensein vorbehalten. In der Kulturstube, sie ist täglich außer dienstags ab 17 Uhr geöffnet, stehen 30 Plätze zur Verfügung, auch bei Veranstaltungen. In einer Baulücke neben dem Haus ist ein anheimelnder Laubengang entstanden zum Verweilen und im Sommer mit gastronomischer Versorgung.

Von Michael Beeskow

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