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Prignitz Im Putlitzer Café lieben gelernt
Lokales Prignitz Im Putlitzer Café lieben gelernt
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02:15 16.04.2016
Seit sechs Jahrzehnten ein Herz und eine Seele: Ursula und Helmut Große. Quelle: Bernd Atzenroth
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Putlitz

„Wir waren immer eine große Familie. Wir hatten keinen Zank und keinen Streit. Hier war immer Leben drin“, erzählt Ursula Große am Vorabend ihrer diamantenen Hochzeit. Denn sie und ihr Mann Helmut sind am Donnerstag seit sage und schreibe genau 60 Jahren ein Ehepaar. Und Leben ist auch heute immer noch in der Bude bei den beiden.

Dabei war ein solcher gemeinsamer Lebensweg nach dem anfänglichen Kennenlernen wohl noch keineswegs ausgemacht. „Wenn ihr den einladet, dann komme ich nicht“, hatte sie damals noch zunächst zu Bekannten gemeint, als es um eine Veranstaltung ging. Ihr Mann und sie hatten sich 1955 im Putlitzer Café kennengelernt, wo er als junger Agronom mit seinen Kollegen häufig war und sie ab und zu als Kellnerin aushalf. Als junge Friseurin arbeitete sie dann zunächst im Herrensalon, wo ihr Mann zum Kunden wurde. Irgendwie fanden sich die beiden dann doch, gingen zunächst gemeinsam tanzen, und am 14. April 1956 war dann Hochzeit in der Putlitzer Kirche. Das junge Paar wohnte seitdem im Elternhaus der Braut in der Pritzwalker Straße. Anfangs lebten dort vier Generationen miteinander unter einem Dach. Der gemeinsame Sohn ist in Putlitz geblieben, während es beide Töchter nach Berlin zog. Das Ehepaar hat zudem fünf Enkel.

Der Agronom und die Friseurin

Der aus dem Elbsandsteingebirge stammende Helmut Große war nach seinem dreijährigen Besuch der Fachschule für Landwirtschaft in Bad Doberan 1953 nach Putlitz delegiert worden. „Ich wollte aus Sachsen weg“, sagte er. In der Gänsestadt war er zunächst in der Maschinen- und Traktorenstation als Agronom tätig, später als Leiter der Abteilung Landwirtschaft in der Stadtverwaltung. Doch er merkte irgendwann, dass ihm die reine Landwirtschaft doch nicht so gut lag, und wechselte 1967 das Fach: Die letzten zwanzig Jahre seines Berufslebens war er Bereichsleiter Landwirtschaft bei der Kreisstelle für Statistik in Pritz­walk. „Das hat mir dann auch Spaß gemacht“, erzählte er.

Seine Frau Ursula, geborene Boeck, lebte seit ihrem dritten Lebensjahr in Putlitz – nach dem Tod ihres Vaters kam ihre Familie hierhin. Der frühe Tod eines Elternteils war eine Erfahrung, die sie mit ihrem Mann teilt und die beide geprägt hat.

Immer noch viel unterwegs

Schon vor zehn Jahren hatten die beiden Jubilare aus Anlass ihrer Goldhochzeit erklärt, sie sehen ihrer diamantenen Hochzeit optimistisch entgegen. Dass sie das konnten, hat sicher auch damit zu tun, dass die beiden noch immer vor Tatendrang sprudeln. „Ich kann nicht still sitzen, ich muss immer irgendetwas machen“, sagt Helmut Große, der sich auch mit 85 Jahren immer noch um alle möglichen handwerklichen Arbeiten auf seinem Grundstück kümmert. So sei er schon aufgewachsen. „Mir hat die Arbeit auch immer Spaß gemacht.“ Für gemeinsame Ausflüge der beiden setzt er sich noch selbst ans Steuer. Dann geht es immerhin schon einmal nach Wittenberge oder Parchim. „Mein Onkel ist ein flotter Fahrer“, erzählt Nichte Carsta Krüger, die beim Gespräch dabei ist und sich ihrem Onkel und ihrer Tante sehr verbunden fühlt.

Gemeinsam fahren die beiden auch schon einmal essen oder einfach Brot kaufen in Pritzwalk, weil es da die Lieblingssorte gibt. „Man muss so ein bisschen raus, sonst vertrödelt man ganz und gar“, sagt Ursula Große, die immer bestens frisiert ist. Einen Friseur hat sie nicht – sie macht all dies selbst. Und das mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Denn 42 Jahre lang arbeitete sie in Putlitz als Friseurin. Dem Herrensalon schwor sie schnell ab, und so bekam die Putlitzer Damenwelt über viele Jahre von ihr den richtigen Haarschnitt. „An meinen Kopf lasse ich niemand anderen“, sagt sie mit Bestimmtheit. Dafür war die 79-Jährige auch noch viele Jahre nach dem Ende ihrer Berufslaufbahn so etwas wie die „Familienfriseurin“.

Heute nun steht das große Jubiläum an, das die beiden zu Hause verbringen werden. Eine Feier in der Gaststätte „Zur Endstation“ gegenüber auf der anderen Straßenseite ist aber auch noch geplant.

Von Bernd Atzenroth

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