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Prignitz Imageproblem von Freyenstein
Lokales Prignitz Imageproblem von Freyenstein
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13:50 03.12.2014
Der Wohnraum über dem Center-Kauf-Geschäft in Freyenstein sollte saniert werden - zumindest ist das ein Wunsch. Quelle: Björn Wagener
Freyenstein

Wer zieht denn schon nach Freyenstein? Sätze wie dieser kommen den Einwohnern des kleinen Städtchens immer wieder zu Ohren. Der Verlust von Bewohnern und Infrastruktur macht ihnen nach wie vor zu schaffen. Doch diesen Zustand wollen sie nicht länger nur beklagen, sondern aktiv gegensteuern. Das wurde auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung am Montagabend deutlich. Da ging es um die Frage, wie sich Freyenstein künftig entwickeln sollte.

Bestand alter Häuser soll aufgenommen werden
Ein erstes greifbares Ergebnis dieser Runde: Der Bestand an alten Häusern soll aufgenommen und die Besitzer gefragt werden, was sie mit den Immobilien vorhaben. Steht etwa ein Verkauf an? Hintergrund des Ganzen: Auf speziellen Portalen im Internet seien Immobilien in Freyenstein kaum zu finden, was im krassen Gegensatz zum Eindruck vor Ort stehe. Daher wurde es in der Runde für sinnvoll erachtet, dafür zu sorgen, sich einen realen Überblick zu verschaffen.

Als ein zentrales Problem rückten auch die Wohnblöcke am Stadtrand in den Mittelpunkt. Laut Volkmar Reichelt von der Gebäude- und Wohnungsverwaltung stünden von den 32 Wohnungen in zwei Blöcken der GWV insgesamt 14 Wohnungen leer – also fast die Hälfte.

Bewohner sollen in die Kernstadt
Abhilfe könnte geschaffen werden, indem die dortigen Bewohner in die Kernstadt geholt werden. Dazu müsse dort zunächst aber ansprechender Wohnraum geschaffen werden – zum Beispiel über dem Center-Kauf-Geschäft, einem Einkaufsladen, hieß es am Montag in der Runde. „Dabei sollen endlich Zahlen auf den Tisch!“, regte Stefan Lischnewski vom örtlichen Förderverein an. Wie viel kostet es, die dortigen Wohnungen zu sanieren und welche finanziellen Verpflichtungen sind mit den Schulden verbunden, die auf den Wohnblöcken lasten? Was würde der Abriss kosten? Zudem regte Lischnewski an, mit den Banken Kontakt aufzunehmen. Eventuell ließen sich bessere Bedingungen heraushandeln.

17 Kilometer bis nach Wittstock
Den Freyensteinern ist bewusst, dass die rund 17 Kilometer bis nach Wittstock ein Nachteil sind. Jedoch werde es Zeit, die Vorteile nach vorn zu kehren – etwa mit Hilfe eines Flyers, der eben diese in den Mittelpunkt rückt: Unter dem Motto: „Warum bleibe ich in Freyenstein oder warum ziehe ich dorthin?“ könnten Argumente zusammengefasst werden – Kinderbetreung, Vereinsleben, das Schloss, der archäologische Park. „Wir haben ein Image-Problem“, war man sich in der Runde sicher. Dagegen müsse dringend etwas getan werden. Die Sanierung von Häusern in der Kernstadt Wittstock habe offensichtlich Vorrang. Für diese Tatsache wurde am Montag sogar Verständnis aufgebracht. Dennoch dürften die Randgebiete des städtischen Territoriums nicht gänzlich aufgegeben werden. Es brauche ein politisches Bekenntnis und einen „Fahrplan“, der klarmacht, welchen Weg die Stadt künftig einschlagen will. Wenn der archäologische Park als touristischer Magnet fungieren soll, dann dürfe die Entwicklung der kleinen Stadt darüber nicht vergessen werden. „Die wollten uns doch haben, jetzt sollen sie sich auch kümmern.“, sagte eine Besucherin der Sitzung in Anspielung auf die Bildung der Groß-Stadt Wittstock mit ihren Ortsteilen.

Unkonventionelle Ideen am Montag
Bei einer Zusammenkunft von Vertretern der Stadt sowie des Ortsbeirates und der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung im November wurden die wichtigsten Eckpunkte bereits zusammengetragen – etwa die Entwicklung des Fahrrad- und Wohnmobiltourismus’. Andererseits werden die vielen Windparks als „Gefahr“ für den Tourismus angesehen. Wenn es darum geht, das Städtchen nach vorn zu bringen, blitzten am Montag auch unkonventionelle Ideen auf – etwa leer stehende Häuser zu verschenken, mit der Auflage, sie zu sanieren. Positiv aufgenommen wurde auch die Idee, direkt im Ort ein Schaufenster zu gestalten, in dem Häuserangebote zusammengefasst werden. Um solche Vorschläge zu entwickeln oder weitere zusammenzutragen, soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die regelmäßig darüber berät.

Die Freyensteiner ließen am Montag keinen Zweifel daran, dass die Zeit der Lippenbekenntnisse für sie vorbei ist. „Wir müssen uns bemerkbar machen“, brachte es Ortsvorsteher Manfred Engel auf den Punkt.

Von Björn Wagener

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