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Immer höher, immer näher

Gerdshagener protestieren gegen den geplanten Bau eines neuen Windrades Immer höher, immer näher

In Gerdshagen (Amt Meyenburg) regt sich Protest: Die Volkswind GmbH aus Ganderkesee (Niedersachsen) will noch dieses Jahr ein weiteres Windrad auf der Gemarkung errichten - 23 stehen schon, teils im Gebiet Falkenhagen. Gemeindevertreter und Bürger wollen, dass das riesige Windrad nicht so nah an der Wohnbebauung steht.

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Die geplante Windkraftanlage von Volkswind ist rot markiert.

Quelle: Beate Vogel

Gerdshagen. Die Anlage soll im kleinen Wäldchen an der Kreuzung der A 24 mit der B103 gebaut werden - gerade 800 Meter von den ersten Häusern in der Triftstraße entfernt. Die Gerdshagenerin Heike Alex hatte für den jüngsten Erörterungstermin ein Schreiben aufgesetzt, das 53 weitere betroffene Bürger unterzeichnen konnten: "Wir sind genug belastet", argumentierte sie darin. "Wir wollen wenigstens, dass der empfohlene Mindestabstand von 1000 Metern eingehalten wird." In der Erörterung wurden die Einwendungen besprochen, die bei der Auslegung der Pläne zusammenkamen.

Die Anlage vom Typ Vestas V112-3,0 soll eine Nabenhöhe von 140 Metern haben und einen Rotordurchmesser von 112 Metern. Die Gesamthöhe des Modells liegt bei 196 Metern. Damit ist es sogar höher als die zuletzt errichteten Windräder der Firma Windstrom, die erst dieses Jahr im Zuge des Repowering im Windpark Gerdshagen/Rapshagen alte, kleine WKA durch 180 Meter hohe ersetzte. Heike Alex und andere Gerdshagener leiden vor allem unter Schall und Schlagschatten: "Wir haben schon jetzt Nachtgeräusche von über 40 Dezibel durch Windräder und Autobahn." Wenn der Wind ungünstig steht, könnten viele Gerdshagener nicht schlafen, berichtet die 44-Jährige: "Letztes Jahr hatten wir eine Woche im Sommer, das war wie im Seekrieg." Sie möchte nun bei den Gerdshagenern eine Wachheit für das Problem entwickeln.

Die Gerdshagener Gemeindevertreter sind generell für erneuerbare Energien. Dass die Windräder immer dichter an die Wohnhäuser rücken, passt ihnen aber nicht: "Die 1.000 Meter Abstand werden hier nicht eingehalten", sagt Bürgermeisterin Brunhilde Müller, die beim Erörterungstermin dabei war. "Wir hatten das Ansinnen von Volkswind deshalb in der Gemeindevertretersitzung abgelehnt." Die neuen Windräder seien viel zu hoch, Schlagschatten und Lärm durch die flappenden Rotorblätter zu dicht am Ort. Wenn die WKA immer höher werden, müsste man den Abstand anpassen, findet Müller. Das fordert auch Alex: "Man könnte erreichen, dass sie wenigstens nachts abgeschaltet werden."

Große Chancen haben die Gerdshagener nicht, etwas gegen der Bau des Windrades zu tun, erklärt Meyenburgs Bauamtsleiterin Uta Nebert. Aktuell gilt der Regionalplan Windenergie von 2003, der Entwurf für den neuen Plan - mit neuen Kriterien - wird bekanntlich im Dezember erwartet. Soll ein Bau verhindert werden, müssen "bestimmte Ausschlussgründe vorliegen", so die Bauamtsleiterin. Die gebe es hier nicht. Eine Möglichkeit wäre, einen Bebauungsplan aufzustellen. Doch der kostet viel Geld und das hat die Gemeinde nicht. Und eine "Verhinderungsplanung" dürfen Kommunen auch nicht machen. "Die viel zitierte Möglichkeit für Gemeinden, Einfluss zu nehmen, läuft also ins Leere", sagt Nebert.

Von Beate Vogel

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