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In Brügge erklingt wieder eine Orgel

Der Westfale Herbert Brügge gibt ein Konzert in der Persiuskirche In Brügge erklingt wieder eine Orgel

Der Verein Persiuskirche Brügge hat eine elektrische Orgel geschenkt bekommen. Das erste Konzert auf dem Instrument gibt am Sonntag, 12. Juli, ab 14.30 Uhr der Hobby-Orgelbauer Herbert Brügge aus Mettingen (Westfalen), einer der Mitinitiatoren um den Wiederaufbau der 1865 vom Architekten Reinhold Persius errichteten Kirche.

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Im Juli 2008 fand die erste Veranstaltung nach Jahrzehnten in der Brügger Kirche statt.

Quelle: Beate Vogel

Brügge. In der Persiuskirche in Brügge soll am Sonntag, 12. Juli, ab 14.30 Uhr wieder Orgelmusik erklingen. Für den Nachmittag hat sich Herbert Brügge, der vor Jahren durch die Namensgleichheit auf den kleinen Ort in der Prignitz aufmerksam geworden ist, als Organist angekündigt. Er dürfte ordentlich ins Staunen kommen: Herbert Brügge war es, der vor knapp zehn Jahren einen großen Anteil daran hatte, dass sich Bürger des kleinen Prignitzdorfes der Instandhaltung der Kirche angenommen haben.

Wegen der Namensgleichheit hatte im Sommer 2006 ein gewisser Herbert Brügge aus Mettingen in Westfalen Kontakt in dem Ort gesucht. Darüber berichtete im Oktober 2006 auch der Prignitz-Kurier. Kurt Zander hatte dem Gast daraufhin im August des Jahres zu einem Blick ins Innere der Feldsteinkirche verholfen. Herbert Brügge war erschüttert, schrieb er später in einem Brief: „Zum Gotterbarmen! Eine dicke Lage Staub, Laub und Vogelkot erwarteten mich im Inneren der Orgel, die all ihrer Metallpfeifen beraubt ist.” Kurt Zander vom Gemeindekirchenrat erinnerte sich damals noch gut an den Besuch des pensionierten Lehrers und Hobby-Orgelbauers: „Er war fast zehn Stunden in der Kirche.”

Im Sommer 2014 wurde die Brügger  Kirche saniert

Im Sommer 2014 wurde die Brügger Kirche saniert. Sie bekam auch ein neues Dach.

Quelle: Beate Vogel

Der Mann aus Westfalen stellte eine mit Fotos versehene und detailgenaue Beschreibung der Orgel und ihres Zustandes zusammen. Weil die Kirche kaputte Fenster hatte, blieb die Orgel dank des stetigen Luftzugs einigermaßen gut erhalten, urteilte Herbert Brügge. Das habe auch dafür gesorgt, dass sich Holzwürmer nicht halten konnten. Brügge hatte in seinem Schreiben außerdem einen kurzen Abriss zur Geschichte geschrieben: Die Firma Heerwagen in Klosterhäseler bei Naumburg stellte 1870 die Orgel fertig. Im Kriegsjahr 1917 büßte die Orgel ihre Prospektpfeifen für Rüstungszwecke ein. Sie wurden laut einer Inschrift hinter einem Vorsatzbrett erst 1933 von einem Orgelbauer aus Wittenberge durch solche aus Zink ersetzt.

Nach dem sehr engagierten Brief von Herbert Brügge dauerte es nicht mehr lange, bis sich die Bürger des Dorfes zu einer Initiative zusammenfanden und damit begannen, rund um die Kirche aufzuräumen. Inzwischen gibt es einen Förderverein „Persiuskirche Brügge“, der es geschafft hat, dass das Gebäude mithilfe von Fördermitteln im vergangenen Jahr ein neues Dach bekam. Auch die Fenster wurden längst erneuert. Heute finden in dem Gotteshaus, das der preußische Architekt Reinhold Persius 1864/65 errichten ließ, Ausstellungen und die Hubertusmessen statt.

Georg Zander, Kurt Zanders Sohn, ist heute Vorsitzender des Vereins „Persiuskirche Brügge“. Er konnte nun Herbert Brügge, der zu Besuch in der Gegend weilt, für das Orgelkonzert gewinnen. „Er ist ja auch seit Jahren Mitglied im Förderverein.“ Auf der alten Orgel wird das aber nichts. Erst vor wenigen Wochen hatte der Verein von der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Dionysius in Recke (Westfalen) eine elektrische Orgel geschenkt bekommen, die das dortige Altenheim wegen Platznot abgeben musste. „Wir haben Herbert Brügge gebeten, dass er der erste sein soll, der in der Persiuskirche wieder die Orgel spielt.“ Auf dem Programm stehen acht Komponisten, unter anderem Johann Sebastian Bach, Christoph Wolfgang Druckenmüller und Vincent Lübeck. „Bei den Temperaturen können wir ein sehr angenehmes Raumklima bieten“, meinte Georg Zander. Der Eintritt ist frei. Spenden für den Erhalt der Kirche sind aber willkommen. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Von Beate Vogel

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