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Prignitz In der Alten Brennerei entstehen Wohnungen
Lokales Prignitz In der Alten Brennerei entstehen Wohnungen
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00:17 26.09.2016
Die Schmiede mit verschiedenen Arbeitsplätzen für Schmiedekurse im Erdgeschoss der Alten Brennerei. Quelle: Michael Beeskow
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Nettelbeck

Eigentlich möchte Paul Homm keine Worte darüber verlieren. Ja, er schmiedet manchmal. Was ist schon dabei. Erst nach einigem Drängen ist er bereit, den Kerzenhalter hervorzuholen, der am Vortag unter seinen Hämmerschlägen entstanden ist. Wie ein Gelegenheitsprodukt sieht der allerdings nicht aus. Der zweiteilige Leuchter würde jedem rustikalen Ambiente zur Zierde gereichen.

Eine Kunstschmiedeausbildung strebt der 18-Jährige allerdings nicht an, der die Werkzeuge in der Schmiede routiniert handhabt, die in einem Teil der Alten Brennerei in Nettelbeck untergebracht sind. Sein Vater, der vor zwei Jahren verstarb, der Bildhauer und Kunstschmied Martin Garschke, hatte vor beinahe zwei Jahrzehnten mit seiner Frau, der Künstlerin Anika Homm, begonnen, in dem gewaltigen Denkmalgebäude Werkstatt und Atelier einzurichten. „Hier in der Brennerei bin ich aufgewachsen“, berichtet Paul Homm. „Mit fünf habe ich den Hammer gehalten.“

Paul Homm mit selbst geschmiedetem Kerzenleuchter. Quelle: Beeskow

Gerade hat er seine letzten Ferientage in der Alten Brauerei verbracht. Nach dem Abitur will er sich ein Jahr Kanada gönnen und dann Medizin studieren. Vor dem Gebäude liegt noch ein Berg Holz, das er noch spalten will. Ferien in Nettelbeck sind für ihn immer auch Arbeitseinsätze.

Er denkt, dass es auch künftig Veranstaltungen in der Alten Brennerei geben wird, wie im Vorjahr beim Tag der offenen Ateliers in der Prignitz. Doch darüber hinaus haben die Eigentümer einiges vor. In dem ehemaligen Maschinenhaus, das zur Brennerei gehörte, entstehen derzeit zwei Wohnungen. Leitungen sind verlegt, neue Fenster eingesetzt. Durch eine große Flügeltür im Erdgeschoss sollen die künftigen Bewohner gleich ins Freie treten können. Die Wohnung darüber wird sich über zwei Etagen erstrecken. „Das werden sicher keine ganz normalen Wohnungen“, meint Paul Homm. Das könnte etwas für Familien und auch für Künstler sein, die es auf das Land zieht und die im Haus über eine große Werkstatt oder ein Atelier verfügen können.

Das Denkmalobjekt stellt die Familie immer wieder vor Probleme. Erst vor einigen Jahren konnte mit Förderung des Naturschutzbundes der obere Bereich des hoch aufragenden Schornsteins gesichert werden. Der Erhalt des Storchennestes, das sich auf dem Schornsteinkopf befindet, war damit gesichert. „Die Störche kommen jedes Jahr wieder“, berichtet der junge Mann. In diesem Jahr gab es einen Jungstorch.

Blick von der Dorfstraße zur Alten Brennerei mit dem hohen Schornstein und dem vorgesetzten Maschinenhaus, in dem Wohnungen entstehen. Quelle: Beeskow

Doch der große Schlot bleibt ein Sorgenkind. Im unteren Bereich sind inzwischen Risse zu erkennen. Es muss dringend etwas unternommen werden. Derzeit wird Ausschau nach einer Fördermöglichkeit gehalten.

Die Alte Brennerei hat so einige Besonderheiten und Eigentümlichkeiten. Dazu gehört der Fußboden im Atelier und im Bereich der Schmiede. Nachdem die Brennerei zu Beginn der DDR ihren Betrieb eingestellt hatte, wurden in diesen Hallen Traktoren abgestellt. Dazu wurde der Boden mit Kies aufgefüllt.

Heute gehen die Besucher über jahrhundertealte Steine – die sechseckigen stammen aus dem Altarbereich der Putlitzer Kirche. Um die Jahrtausendwende bekam die Kirche einen neuen Fußboden. Martin Garschke übernahm die alten Steine und verlegte sie sorgfältig in der Alten Brennerei. Unmittelbar vor dem Schmiedefeuer liegen die Steine aus dem Chor getreu dem Urzustand in der Kirche. Sogar das Kreuzzeichen ist im Muster der Bodensteine zu erkennen.

Von Michael Beeskow

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