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Jäger kämpfen gegen Waschbären

Buchholz Jäger kämpfen gegen Waschbären

Eigentlich haben die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Buchholz-Seefeld Rehe und Wildschweine im Visier. Doch immer öfter müssen sich die Weidmänner mit Raubwild der unangenehmen Art auseinandersetzen. Waschbären erobern das Jagdrevier von Klaus Doerks und den anderen Pächtern. Allein 41 Exemplare wurden 2015 gefangen und getötet.

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Klaus Doerks, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Buchholz-Seefeld nimmt seinen Enkel Arvid Ehrenberg gern zur Jagd mit.

Quelle: Andreas König

Buchholz. Ein Geheimnis aus seiner Leidenschaft könnte Klaus Doerks nicht machen, selbst, wenn er es wollte. Im Büro in einem flachen Gebäude auf seinem Grundstück drängen sich die Jagdtrophäen an der Wand über einer schönen alten Anrichte. Das Prachtstück in der Sammlung von Klaus Doerks hängt genau gegenüber: Das Geweih eines ungeraden 14-Enders, den er selbst vor Jahren unweit seines Heimatortes geschossen hat.

Gebiet hat etwas eigentümlichen Zuschnitt

Klaus Doerks leitet die Jagdgenossenschaft Buchholz-Seefeld und vertritt damit die Interessen von fünf Jagdpächtern. „Der Zuschnitt unseres Gebietes ist ein wenig eigentümlich“, berichtet er. Ursprünglich war das Jagdgebiet bei Seefeld noch ein Stück größer. „Die Flur reichte bis Klein Woltersdorf. „Aber weil die Gemeinde Groß Pankow eine Landverbindung benötigte, wurde ein Stück der Seefelder Flur abgetrennt“, erinnert sich Doerks. So kommt es, dass es keine eigene Jagdgenossenschaft Buchholz gibt, sondern eine gemeinsame mit Seefeld. Doch dem jagdlichen Wirken tut das keinen Abbruch.

Der Waschbär ist ein ausgemachtes Schlitzohr

Der Waschbär ist ein ausgemachtes Schlitzohr.

Quelle: dpa-Zentralbild

Waschbären machen den Löwenanteil aus

Hauptwildarten sind Rehwild und Schwarzwild (Wildschweine). Während die Jäger deren Bestände gut im Griff haben, bereitet vor allem die sich immer stärker ausbreitende Waschbärenpopulation einige Sorgen. „Im vergangenen Jahr haben wir sechs Füchse und drei Marderhunde erlegt, aber sozusagen den Löwenanteil an Raubwild bildeten die Waschbären mit 41 Stück“, sagt Klaus Doerks. Im Gegensatz zu Fuchs und Co. lassen sich Waschbären so gut wie gar nicht aus der Ferne mit der Büchse erlegen. „Wir verwenden dafür meist Katenfallen und töten die Tiere dann per Schuss“, sagt der Buchholzer.

Eine Gefahr für einheimische Tiere

Die Einwanderer, die eigentlich aus Nordamerika stammen, seien nicht nur intelligent, sie haben auch kaum natürliche Feinde. Das aus Sicht des Jägers gefährlichste Merkmal ist allerdings die Fähigkeit der Waschbären, auf Bäume zu klettern. Davon machen sie nicht nur weidlich Gebrauch, sondern räubern dabei auch Vogelnester. „Alles in allem sind Waschbären auf Dauer eine Gefahr für die heimischen Tierarten“, erklärt Doerks. Prinzipiell gelte das auch für den Marderhund, doch habe die Räude den Bestand auf natürliche Art dezimiert.

Enkel Arvid geht gern mit zur Jagd

Mangels Mitgliederzahl werden in Buchholz-Seefeld so gut wie keine organisierten Jagden durchgeführt. Stattdessen durchstreifen die Jäger ihre Abschnitte und sitzen oftmals auf dem Hochsitz an. „Ich gehe noch jeden Tag ins Freie“, berichtet Klaus ­Doerks stolz, wenn es auch nicht jeden Tag auf die Pirsch geht. Mit auf die Pirsch nimmt er sehr gern seinen Enkel Arvid Ehrenberg. Der Zwölfjährige wohnt in Hohen Neuendorf (Oberhavel), wo es wegen der Berlinnähe kaum Möglichkeiten zur Jagd gibt.

Von Andres König

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