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Jahn-Kastanie in Lanz gefällt

200 Jahre alter Baum Jahn-Kastanie in Lanz gefällt

In Lanz ist die sogenannte Jahn-Kastanie gefällt worden. Der über 200 Jahre alte Baum, der an den Turnvater erinnerte, war morsch und innen teilweise schon zu Mehl zerfallen. An gleicher soll noch in diesem Jahr ein neuer Baum gepflanzt werden.

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Eine Erinnerung weniger: Am Freitag wurde die Jahn-Kastanie auf dem Lanzer Dorfplatz gefällt.

Quelle: Kerstin Beck

Lanz. Nun gibt es eine Erinnerung an den Turnvater weniger: Am Freitag wurde die Jahn-Kastanie auf dem Lanzer Dorfplatz gefällt. „Wir haben schon im letzten Jahr alle Äste abgesägt, weil der Baum trocken war und ihn extra noch ein Jahr stehenlassen – in der Hoffnung, dass er noch einmal ausschlägt. Aber da kam nichts mehr, und wir wollen nicht, dass hier vielleicht jemand zu Schaden kommt“, erklärte Bürgermeister Hans Borchert.

„Das wurde aber höchste Zeit“, sagte ein Ferbitzer Forstunternehmer, der das über 200 Jahre alte Gehölz absägte. Und tatsächlich: In ihrem Innern war die Kastanie morsch und zum Teil schon zu Mehl zerfallen.

Unter den Zweigen des damals noch recht jungen – knapp 150 Meter von seinem Geburtshaus entfernten – Baumes soll Friedrich Ludwig Jahn 1813 die Jugend der Prignitz zum Kampf gegen Napoleon aufgerufen haben. Viele ­junge Burschen zogen darauf mit dem nationalistisch gesinnten Vorturner nach Breslau, um sich dort dem Lützowschen Freikorps ­anzuschließen. Diese Geschichte wurde über viele Jahrzehnte hindurch im Dorf wieder und wieder erzählt.

Feuer zum Tag der deutschen Einheit an der Lütkenwischer Fährstelle

Noch liegen die Baumtrümmer an der denkmalwürdigen Stelle, aber nicht mehr lange. „Das Holz wird erst einmal weggeräumt, und zum Tag der deutschen Einheit, den wir wieder an der Lütkenwischer Fährstelle begehen werden, wird dann alles verbrannt“, sagte Bürgermeister Hans Borchert. „Und selbstverständlich werden wir an dieser Stelle – und das bestimmt noch in diesem Jahr – eine neue Kastanie pflanzen. Die ­müssen wir aber erst noch besorgen.“

Wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, konnte sich als Andenken eine dünne Baumscheibe mit nach Hause nehmen – eine Erinnerung an das, was Jahns Augen noch gesehen haben.

Von Kerstin Beck

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