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Prignitz „Jesus war auch ganz klar ein Flüchtling“
Lokales Prignitz „Jesus war auch ganz klar ein Flüchtling“
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00:25 07.12.2015
Christian Ruch: „In der Kirche sind nicht nur Gläubige willkommen und nicht nur zu Weihnachten.“ Quelle: Foto: Fischer
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Dahlhausen

„Wir nennen diejenigen etwas scherzhaft U-Boot-Christen, die am Heiligen Abend neben den regelmäßigen Kirchgängern die Gotteshäuser füllen“, sagt Pfarrer Christian Ruch, „sie tauchen einmal auf und dann wieder ab.“

Christian Ruch ist Pfarrer der Kirchengemeinde Jäglitz-Nadelbach, die mit ihren rund 450 Kirchenmitgliedern zum Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen gehört. Zur Kirchengemeinde gehören die Orte Blumenthal, Dahlhausen, Grabow und Rosenwinkel (alle Landkreis Ostprignitz-Ruppin) sowie Wutike (Landkreis Prignitz).

Fünf Orte, fünf Kirchen – in jeder wird der Pfarrer Heiligabend eine Christvesper zelebrieren. Christian Ruch: „Ich mache es gern, denn die Menschen möchten an diesem Tag in ihrem eigenen Dorf zum Gottesdienst gehen. Ja, es ist anstrengend, soviel zu singen und zu sprechen. Doch wer das nicht kann, hätte einen anderen Beruf wählen sollen.“

Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es in seiner Gemeinde keinen Gottesdienst, am zweiten dann in drei Kirchen.

An „normalen“ Wochenenden hält Pfarrer Ruch Gottesdienste in zwei bis drei Kirchen. Einmal monatlich lädt er in vier Dörfern zu Gemeindenachmittagen ein – im Dezember wird Advent gefeiert. Es gibt einen Männerkreis und Kinderkirche in Blumenthal. Dienstags und mittwochs betreut Christian Ruch als Seelsorger die Bewohner von insgesamt drei Seniorenheimen in Kyritz und Wusterhausen. An der Grundschule Blumenthal gibt er Religionsunterricht.

Früher hat Pfarrer Ruch sich darüber geärgert, dass viele Leute nur Heiligabend in die Kirche gehen. Jetzt denkt er anders: „Vielleicht bleibt ein Funken hängen, was Weihnachten ausmacht. Für mich ist Weihnachten auch eine politische Sache. Zentrum der Weihnachtsgeschichte ist die Hoffnung, dass endlich Frieden wird. Jesus ist als König auf die Welt gekommen, als kleines Kind und Retter der Welt. Doch er war auch ganz klar ein Flüchtling.“ Ausgehend davon, sagt Christian Ruch, wird er in seiner Christvesper-Predigt auf die Flüchtlingsproblematik eingehen. Deren Hauptursache sieht er nach wie vor im Waffenhandel. „Unser Land lebt gut davon,“ sagt er, „deshalb haben wir auch die Pflicht, die vor Kriegsgreuel Flüchtenden aufzunehmen. Das hat vom christlichen Glauben her auch etwas mit Barmherzigkeit zu tun.“

Nachdenklich fügt er hinzu: „Wir müssen auch über Ängste reden, denn Fremdes machte schon immer erst mal Angst. Zudem dürfen wir natürlich nicht die Not im eigenen Land vergessen: Armut, Hartz IV, Obdachlosigkeit. Ich kann den Zorn der Leute nachfühlen, dass plötzlich Geld vorhanden ist, das vorher angeblich nicht da war.“

Was die Vorweihnachtszeit betrifft, möchte der Pfarrer gern erreichen, dass es in jedem Ort eine einzige gemeinsame Adventsfeier von Kirchgemeinde, Kommune und Vereinen gibt. „Ich träume immer noch davon. Jesus ist zur ganzen Welt gekommen, zur Krippe darf auch jeder kommen“, so Christian Ruch. „Advent ist eine schöne Zeit, doch was Advent wirklich ist, ist wenigen bewusst. Es hat etwas mit Warten zu tun, mit dem sich Besinnen – Zeit der Stille.“

Von Ulrich Fischer

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