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Jobscout-Projekt für Rettungssanitäter

Perleberg Jobscout-Projekt für Rettungssanitäter

Der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Prignitz begegnet dem Fachkräftemangel über eine Kooperation mit Jobcenter und Arbeitsagentur: In dem Jobscout-Projekt werden Rettungssanitäter ausgebildet. Sieben Bewerber konnten mit der Qualifikation mit ihrer Arbeit beginnen. Bei den Notärzten wird der prognostizierte Mangel nicht so einfach zu beheben sein.

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Quelle: picture alliance / dpa

Perleberg. Noch vor wenigen Jahren hatte der Rettungsdienst des Landkreises Prignitz in Perleberg einen dicken Stapel Bewerbungsmappen in der Schublade, erzählt der Leiter des Eigenbetriebes, René Glaeser. „Wenn einer gekündigt hat, wurde einfach eine Bewerbung aus dem Stapel gezogen.“ Längst hat der Fachkräftemangel auch den Rettungsdienst erreicht. Der Bedarf nimmt aber zu – nicht zuletzt, weil in den vergangen drei Jahren die Einsatzzahlen enorm stiegen. Deshalb laufen permanent Ausschreibungen für freie Stellen. „Mitte des Jahres hatten wir zehn offene Stellen, jetzt sind es noch vier“, so Glaeser.

Um dem Personalmangel zu begegnen, hat der Rettungsdienst gemeinsam mit dem Jobcenter Prignitz und der Arbeitsagentur Neuruppin im Sommer ein Jobscout-Projekt gestartet. Über dieses werden Rettungssanitäter ausgebildet. Offenbar mit Erfolg: „Wir hatten alle 14 Tage Bewerbungsgespräche.“ 30 Erwerbslose hatten sich gemeldet, sieben sind angenommen, so Glaeser. Voraussetzung sind unter anderem ein Abschluss der 10. Klasse, ein Führerschein und ein „sauberes“ polizeiliches Führungszeugnis. In einem zwölfwöchigen Intensivkurs können sich die Probanden nun qualifizieren lassen.

141 Einsatzkräfte sind es aktuell

Die Projektteilnehmer werden dann das Team im Rettungsdienst des Landkreises verstärken. Aktuell arbeiten hier 141 Einsatzkräfte – vom Notarzt bis zum Rettungssanitäter. René Glaeser hofft, dass bei etwa 150 Mitarbeitern der Bedarf an Personal gestillt ist – wenn nicht die Neustrukturierung des Notfallsystems weitere Einstellungen notwendig macht (die MAZ berichtete gestern).

Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäter – der Laie kann die Bedeutung dieser Berufsbezeichnungen kaum unterscheiden. Doch sie sind durchaus entscheidend. Während der Rettungsassistent die Verantwortung für die Abläufe im Rettungswagen trägt, ist der Rettungssanitäter für den Transport zuständig und unterstützt den Rettungsassistenten als Teampartner. Dieser hat die höhere Qualifikation und ist dem Rettungssanitäter übergeordnet.

Aus Rettungsassistenten werden Rettungssanitätern

Seit 2014 heißt der Rettungsassistent nach dem Notfallsanitätergesetz Notfallsanitäter. Die neue Ausbildung ist umfangreicher als die bisherige, die über zwei Jahre dauerte. Derzeit werden alle Rettungsassistenten qualifiziert. „Wir müssen nun unsere 78 Rettungsassistenten bis 2020 zum Notfallsanitäter qualifizieren“, erklärt der Eigenbetriebsleiter. Manche Qualifizierungsmaßnahmen dauern bis zu 960 Stunden – je nachdem, wie viel Berufserfahrung ein Kollege hat. Die Qualifikation absolvieren die Rettungsassistenten neben der täglichen Einsatztätigkeit in den neun Rettungswachen in der Prignitz, in denen trotz allem die Dienste besetzt werden müssen. Zudem ist es nicht immer einfach, einen Platz in einer der zwei Schulen zu bekommen, die in Brandenburg ausbilden. Noch ungelöst ist aus Glaesers Sicht die Situation der Notärzte: Der Altersdurchschnitt liegt bei Mitte, Ende 40. In zehn, 15 Jahren könnte das zu einem großen Problem werden.

Von Beate Vogel

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