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Prignitz Jubiläumsfest mit Straßenhistorie
Lokales Prignitz Jubiläumsfest mit Straßenhistorie
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17:13 06.07.2017
Ellershagen-Ausbau: Die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf will die alte Plattenstraße erneuern. Die Anlieger der Objektstraße lehnen das ab. Quelle: Beate Vogel
Ellershagen

500 Jahre alt ist der kleine Gemeindeteil Ellershagen. Das soll am Samstag, 15. Juli, ganz groß gefeiert werden. Zu dem Jubiläumsfest laden nicht nur das Festkomitee in Ellershagen, sondern auch die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf (Amt Meyenburg) und die örtlichen Vereine ein, rund um den Dorfteich in Ellershagen zu feiern. Eröffnet wird das Fest um 14 Uhr von Bürgermeisterin Astrid Eckert am Brunnen in der Dorfmitte.

Zu Ellershagen gehört auch der kleine Gemeindeteil Ellershagen-Ausbau, dessen Bewohner in den vergangenen Monaten von sich reden machten, weil sie sich gegen den geplanten Ausbau der Objektstraße wehren. Auch sie wollen ihren Teil zum Fest beitragen, kündigt Elvira Gwozdz an. „Wir treten jetzt als Interessengemeinschaft ’Wir gemeinsam’ auf“, erklärt Elvira Gwozdz. Die Vereinsgründung war nicht genehmigt worden.

Zwei Strohpuppen in der Wartehalle

Ihr Anliegen machen die Anwohner der kleinen Betonplattenstraße auf einem Aufsteller deutlich, den Vorbeifahrende auch schon fleißig gelesen haben. In der Wartehalle für den Bus sitzen zwei Strohpuppen, die die Anwohner als Beitrag zum Dorffest gestaltet haben. Daneben steht: „50 Jahre Objektstraße, 69 Jahre Ellershagen-Ausbau, 500 Jahre Ellershagen“ – in dieser Reihenfolge.

Den Bau der liebevoll genannten „Waschbrettstraße“ können die Anlieger anhand historischer Fotos recht genau belegen. „Darum hatte auch das zuständige Denkmalamt gebeten“, erzählt Elvira Gwozdz. „Zum Glück haben wir Ellen Hellwig hier wohnen.“ Diese hatte in ihren alten Familienfotos den Beleg dafür gefunden, wann die Betonplatten in der Objektstraße verlegt wurden. Sie wohnt seit ihrer Kindheit in Ellershagen-Ausbau.

Im Vorbeifahren können die Bürger sehen, dass die Objektstraße mit eigenem Beitrag feiert. Quelle: Privat

Während des Straßenbaus sei laut Ellen Hellwig hinter ihrem Elternhaus in der Objektstraße 17 ein Ausweichweg auf dem Acker geschaffen worden, den sie in der Zeit als Dreherlehrling in Pritzwalk zwischen 1966 und 1968 nutzte. „Die Gemeinde konnte sich die Straße von Ellershagen nach Ellershagen-Ausbau nicht leisten. Aus diesem Grund wurde vertraglich vereinbart, dass die Armee den Straßenbau übernimmt.“ Gebaut worden sei die Straße von einer Tiefbaufirma aus Berlin. Erst musste der Untergrund gemacht werden, dann wurden die Betonplatten verlegt. „Wir haben uns die Platten auch angeschaut, sie waren so bis 20 Zentimeter dick“, erinnert sich die damals 17-Jährige. „Nachmittags, wenn ich von der Schicht kam, habe ich zugeschaut.“ 1967 wurde die Straße fertig, die Firma hat durchgearbeitet. „1968, das weiß ich genau, bin ich dann mit dem Moped gefahren, und da war die Straße schon fertig“, erzählt Ellen Hellwig. Zwei Fotos belegen das: 1965 feierte Ellen Hellwig Konfirmation, da gab es noch keine Straße. 1968 war die Konfirmation ihres Bruders Karl-Gustav Soller: Auf dem Erinnerungsfoto aus gleicher Perspektive ist deutlich zu sehen, dass die Betonplatten liegen.

Buntes Programm

Elvira Gwozdz und die Mitglieder der Interessengemeinschaft forschen weiter nach geschichtlichen Daten zur Straße. Auch nach einstigen NVA-Soldaten wird gesucht. Was sie bisher herausgefunden haben, können Interessierte beim Dorffest auf dem Aufsteller lesen.

Das Jubiläumsfest am 15. Juli beginnt um 14 Uhr in Ellershagen. Um 14.15 Uhr wird der Brunnen eingeweiht. Hella Dibbert wird eine Chronik vorstellen. Von 14 bis 19 Uhr sollen die Stände vieler Aussteller geöffnet sein – auch der der Interessengemeinschaft „Wir gemeinsam“. Auf einigen Höfen soll es einen Hof-Flohmarkt geben. Für Kinder und Erwachsene gibt es Spiele wie Stelzenlauf, Wikinger-Schach oder Vier gewinnt mit dem Sport- und Kulturverein Halenbeck. Erwachsene können sich beim Baumstammweitwurf und nageln, Schafe scheren oder Tauziehen messen. Ab 19 Uhr ist Tanz, der Verein Pyrotechnik Halenbeck zeigt ab 22 Uhr ein Feuerwerk. Wem das nicht reicht, der kann am Sonntag, 16. Juli, ab 10 Uhr zum Frühschoppen und Reinemachen kommen.

Von Beate Vogel

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