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Jugendwehren trainierten an sechs Stationen

Berge Jugendwehren trainierten an sechs Stationen

Mehr als 100 Kinder und Jugendliche trainierten an sechs Stationen mit ihren Betreuern beim ersten „Tag der Jugendfeuerwehr“ am Samstag in Berge. Amtswehrführer Christian Reisinger hatte dazu eingeladen. Dabei standen nicht der Wettkampf, sondern die Ausbildung und die Teamarbeit im Vordergrund.

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Mit Druck schießt der Trockenschaum aus dem ABC-Löscher. Für die Frischlinge der Jugendfeuerwehr Berge war das ein tolles Erlebnis.

Quelle: Beate Vogel

Berge. Sechs Kilogramm wiegt ein ABC-Pulverlöscher. Sein Inhalt reicht für zehn bis zwölf Sekunden. Da ist es etwas Besonderes, wenn die Kinder aus sechs Jugendfeuerwehren des Amtes Putlitz-Berge ein paar Sprühstöße abgeben können. Beim „Tag der Jugendfeuerwehr“ am Samstag auf dem Dorfanger in Berge hatten die Brandschützer sechs Stationen für den Nachwuchs aufgebaut – auch Umgang mit Feuerlöschern war dabei. Im Vordergrund stand nicht der Wettkampf, sondern Ausprobieren und Lernen. „Und der Zusammenhalt“, so Amtswehrführer Christian Reisinger.

Kathrin Fischer vom Katastrophenschutz zeigt den Kopfverband

Kathrin Fischer vom Katastrophenschutz zeigt den Kopfverband.

Quelle: Beate Vogel

Vor allem für die Mitglieder der vor zwei Monaten gegründeten Jugendfeuerwehr Berge dürfte der Tag ein Gewinn gewesen sein. In doppelter Hinsicht, berichtet Jugendwart Falko Dierke: „Bis heute früh waren wir acht, jetzt sind wir neun.“ Er will seinem Team eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und sie grundsätzlich für die Feuerwehr begeistern. „Wenn sie zehn Jahre sind, können wir intensiver einsteigen.“ Immerhin ist die Truppe eine der jüngsten auf dem Platz: Das jüngste Mitglied ist gerade sechs Jahre alt geworden, das ältestes zehn. Dass Dierke die Kinder nicht allein betreuen kann, liegt auf der Hand. „Man muss Familie, Beruf, aktiven Feuerwehrdienst und die Jugendwehr zusammenbringen.“ Das sieht auch Amtswehrführer Reisinger so: „Die Position des Jugendwartes ist für mich eine der schwierigsten. Die ganze Feuerwehr eines Ortes muss dabei unterstützen.“ Wo das funktioniert, sei auch ein gutes Team am Start.

Verhalten bei Feuer im Haus

Die Jugendfeuerwehr Triglitz war mit sieben Kindern angereist. „So einen Ausbildungstag finde ich gut, das sollten sie öfter machen“, meint Jugendwartin Cindy Bohnsack. Derweil üben sich ihre Mädchen und Jungs am Einsatzwagen vom Katastrophenschutz des Landkreises Prignitz darin, Kopf- und Druckverbände anzulegen. Geduldig zeigte ihnen Kathrin Fischer die Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die Bolognese für die Spirelli dampft schon in der aufgearbeiteten Feldküche der Verpflegungstruppe der Putlitzer Feuerwehr

Die Bolognese für die Spirelli dampft schon in der aufgearbeiteten Feldküche der Verpflegungstruppe der Putlitzer Feuerwehr.

Quelle: Beate Vogel

Am Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbandes erklärt Ralf Arnold einem der Teams aus Pirow, wie man sich im Brandfall verhält. Grundregeln seien: Oben im Haus warten, nie allein den Weg nach draußen suchen und schon gar nicht aus dem Fenster klettern. Wer allein den Weg sucht, könne die Orientierung verlieren und in Panik geraten. „Die Zimmertür hält den Rauch etwa 30 Minuten ab. In der Zeit ist die Feuerwehr da und hilft.“ Mit dem Atemgerät kämen die Männer ins Haus und bergen die Verletzten mit einer Fluchthaube, die giftige Stoffe aus der Luft filtern kann. Pirow war mit 14 Kindern im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren angereist.

100 Kinder an den Stationen

Auch Feuerwehrtechnik war ein Thema: Knoten und Saugleitung zum Beispiel. Hartmut Peters von der Putlitzer Feuerwehr fragte nicht nur die Kinder der Jugendfeuerwehr Telschow-Weitgendorf, sondern auch ihre Begleiter ab: Welche Einzelteile braucht man für die Saugleitung? Wie lang sind die Schläuche? Gemeinsam setzten Kinder und Erwachsene die Leitung zusammen.

Ralf Arnold demonstriert, wie die Retter den Opfern die Fluchthaube überstreifen

Ralf Arnold demonstriert, wie die Retter den Opfern die Fluchthaube überstreifen. Das sah lustig aus.

Quelle: Beate Vogel

Der Amtsbrandmeister freute sich, dass sechs Ortswehren der Einladung gefolgt waren. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche sowie ihre Betreuer tummelten sich an den Stationen, die von Freiwilligen betreut wurden. Reisinger will sich dafür einsetzen, dass die Jugendfeuerwehren im Amt finanziell mehr unterstützt werden. Derzeit zahlen Jugendbetreuer viel aus eigener Tasche, etwa bei Ausflügen oder wenn es mal ein Eis geben soll.

Zu Mittag gab es eine Premiere: Amtsdirektor Hergen Reker übergab dem Putlitzer Verpflegungsteam um Silvio Waehlan, Wolfgang Dillow, Dietmar Kenzler und Ralf Richter eine komplett sanierte Feldküche, Baujahr 1989. Die Nudeln mit Bolognese für die Kinder waren das erste Gericht, das in den Kesseln dampfte. Die gasbetriebene Feldküche löst ein gut 40 Jahre altes Modell ab. Die 3000 Euro kamen aus den Einnahmen des Vuuv-Festivals.

Von Beate Vogel

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