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Junge Familie betreibt Gutshaus als Gästehaus

Silmersdorf Junge Familie betreibt Gutshaus als Gästehaus

Damaris und Andreas Bohn bezogen vor einem Jahr das Gutshaus Silmersdorf in der Prignitz. Für die Stiftung „Baustelle Leben“ betreibt es die junge Familie mit ihren drei Kindern als Gästehaus.

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Damaris und Andreas Bohn mit ihren Kindern Johannes, Charlotte und Benjamin.

Quelle: Michael Beeskow

Silmersdorf. Mama und Papa sind die besten Kletterbäume für Benjamin (4), Charlotte (6) und Johannes (7). Hier im Gutshaus Silmersdorf haben die drei Kinder mit ihren Eltern seit gut einem Jahr ihr Zuhause. Aus Süddeutschland kommend sind sie in dem Prignitz-Dorf angekommen. „Wir sind ein Teil davon“, sagt Damaris Bohn und staunt: „Das ist so ein kleines Dorf mit echt vielen Kindern.“ Für Ehemann Andreas Bohn war der Schritt, nach Silmersdorf zu gehen, eher eine Heimkehr. Denn er ist in Buchholz bei Pritzwalk gebürtig.

Das Gutshaus Silmersdorf ist ein ganz normales Haus, aber wiederum auch nicht. Andrea von Parpart hat hier ihre Stiftung „Leben als Baustelle“ eingerichtet. 2000 war die ungewöhnliche Frau, die Theologin, Kfz-Meisterin und Unternehmensberaterin war, auf das halb verfallene Gutshaus gestoßen. Sie machte sich daran, das Gebäude wieder instand zu setzen und darin ein Jugendkloster einzurichten. Doch eine schwere Krankheit hinderte sie daran, all ihre Pläne umzusetzen. Im März 2011 gründete sie die Stiftung „Baustelle leben“, um das Gutshaus über ihren Tod hinaus in ihrem Sinne zu führen.

Treppenhaus und Flur

Treppenhaus und Flur: Von hier sind die Gästezimmer zu erreichen.

Quelle: Beeskow

Domaris und Andreas Bohn bewarben sich, sprachen mit Andrea Parpart über deren Vorstellung und auch über ihre eigenen. „Es waren nicht die gleichen“, sagt Andreas Bohn. Ein klösterliches Leben wollten sie in dem Gutshaus nicht führen, aber ein christliches. Andrea Parpart war damit einverstanden. Im August 2015 zogen die fünf Bohns in das Guthaus ein. Die Stiftungsgründerin war da bereits verstorben.

Etwas beäugt fühlten sich die Bohns anfänglich schon. Aber sie sind auf das Dorf zugegangen, haben sich vorgestellt. Das Gutshaus ist nichts Verschlossenes, es ist ein offenes Haus, in das jeder hineinschauen kann. Gelegenheit bestand bei einem Tag der offenen Tür. „20 Kuchen wurden gebacken.“ Damaris Bohn kann es bis heute kaum fassen, welche Unterstützung aus dem Dorf kam.

Das Gutshaus wird von Andreas und Damaris Bohn als ein offenes Gästehaus geführt. Das großzügig angelegte Fachwerkhaus bietet viel Platz: acht Gästezimmer, bis zu 18 Personen können hier gleichzeitig übernachten. Es gibt eine großen Raum für gemeinsame Mahlzeiten oder für Seminare, es gibt eine große Küche zur gemeinschaftlichen Essenszubereitung, eine Sauna, einen Raum mit Dutzenden Kraftsportgeräten und es gibt auch einen Andachtsraum. Und dann gibt es einen großen Park mit einer Menge von Spielgelegenheiten für Kinder, einem Grillplatz, einem Barfußweg und auch eine Waldkapelle soll es noch geben.

Im Sport- und Kraftraum stehen viele Geräte zur Verfügung

Im Sport- und Kraftraum stehen viele Geräte zur Verfügung.

Quelle: Beeskow

Im Gutshaus ist vieles möglich. Zum Valentinstag gehört ein romantisches Abendessen. Beim Paar-Wochenende geht es auf die Müritz zum Paddeln. Beim Paar-Training gibt der eine Partner die Anweisungen im Kanu, der andere mit verbundenen Augen führt sie aus. „Wer nicht zuhört, der landet im Schilf“, berichtet Andreas Bohn. Familien- und Mutmachtage und Vergnügungstage sind im Guthaus möglich. In diesem Jahr werden am 23. Dezember Kinder den Geburtstag von Jesus feiern. „Das wird schön laut und wild“, freut sich Andreas Bohn auch schon für seine eigenen Kinder. „Die Eltern sollen Gelegenheit haben, das Weihnachtsfest in Ruhe vorzubereiten.“

Im Gutshaus kommt regelmäßig einen Sportgruppe zusammen, andere treffen sich zum Kochen oder zum Meditieren. Kinder aus Silmersdorf besuchen die Krabbelgruppe von Damaris Bohn.

So verschieden auch die Angebote und Einladungen ins Gutshaus sind, wichtig ist für Andreas und Damaris Bohn, deutlich zu machen, dass sie Christen sind. „Es wird immer den Moment geben, wo wir über Gott sprechen“, sagt Andreas Bohn. Sie wollen nicht missionieren, aber über ihren Glauben sprechen.

Von Michael Beeskow

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