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Prignitz Junge Petrijünger begeistern sich fürs Angeln
Lokales Prignitz Junge Petrijünger begeistern sich fürs Angeln
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00:33 01.03.2018
Draußen an der frischen Luft: Über die Angelschule Meyenburg unter dem Dach des Angelvereins Buchholz lernen Kinder Angeln. Quelle: privat
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Meyenburg/Buchholz

Mit seinen 155 Mitgliedern dürfte der Buchholzer Angelverein einer der größten Vereine in der Prignitz sein. Auch in Sachen Altersdurchschnitt sind die Angler nicht zu toppen: Mehr als 60 Kinder sind über ihre Eltern im Verein aktiv. „Das kommt durch die Angelschule in Meyenburg“, erklärt der Vereinsvorsitzende Bernd Schöttle. „Die ist wirklich eine Bereicherung.“

Ohne Marke geht nichts

Der Angelverein Buchholz nutzt den Silmersdorfer Stausee, aber auch andere Gewässer in der Umgebung.

Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren dürfen in Brandenburg ohne Fischereischein angeln – allerdings nur Friedfisch wie Karpfen oder Schlei. Nötig ist nur eine gültige Fischereiabgabemarke für 2,50 Euro, die in eine Grüne Nachweiskarte eingeklebt werden muss. Auf dieser stehen Name, Adresse und Alter des Anglers.

Die Gebühren für die Fischereiabgabemarken fließen am Ende wieder zurück: Von dem Geld wird die Aufzucht des Fischbesatzes finanziert, der wieder in die Angelgewässer eingesetzt wird. So findet sich zum Beispiel bei Silmersdorf eine Laichfischanlage, in der Lachse oder Meerforellen nachgezogen werden.

Die Angelschule Meyenburg hat Michaela Kirch vor zehn Jahren mit acht Kindern gegründet. Sie führt sie noch heute als Arbeitsgemeinschaft an der Ganztagsschule. Aktuell betreut die Anglerin gut 30 Kinder aus Meyenburg und Umgebung. Vor fünf Jahren begann sie, auch im Jugendclub einen Angelkurs anzubieten, für die Größeren, die nicht mehr in die Grundschule gehen.

Tiere sollen nicht leiden

Wenn Michaela Kirch übers Angeln und die Kinder spricht, hört man ihre Leidenschaft heraus. Der Nachwuchs lernt bei ihr nicht nur, dass zum Angeln eine Erlaubnis nötig ist. „Sie lernen auch, wie man den Fisch waidgerecht tötet.“ Das Tier soll schließlich nicht leiden. „Zurzeit machen wir die Messerprüfung.“ Klar, sei das gefährlich. Aber die Kinder sollen lernen, dass man nicht gedankenlos mit spitzen Gegenständen unterwegs ist. Das Messer gehört bei ihr in den Angelkoffer.

Fischkunde und Umweltschutz sind obligatorisch in Michaela Kirchs Angelschule. „Ich besorge dafür das Unterrichtsmaterial“, sagt sie. Die jungen Angler lernen etwas über Artenvielfalt, und Artenerfassung, die Fischabgabemarken und machen den Fischereischein.

25 000 fingerlange Aale kommen jährlich in den Silmersdorfer Stausee

Gern erzählt sie über den Aal, der zwei Herzen hat, dessen Weibchen mit 1,50 Meter mehr als zweimal so lang sind wie die Männchen, und die zum Laichen bis zur Sargassosee vor Nordamerika wandern, um dann zu sterben. Die Angelschule Meyenburg nutzt wie die Erwachsenen Angler des Buchholzer Vereins den Silmersdorfer Stausee. In den zum Beispiel werden jedes Jahr 25 000 fingerlange Aale eingesetzt. Denn was geangelt wird, muss ersetzt werden.

Am Stausee treffen sich die Angelkinder und Erwachsenen nicht nur zum Angeln. Jedes Jahr gibt es einen großen Arbeitseinsatz, bei dem zum Beispiel Müll und Unrat beseitigt werden. Er läuft im Rahmen der 48-Stunden-Aktion der Berlin-Brandenburgischen Landjugend (BBL). Damals hatten die Kinder Hecken angelegt, die inzwischen wieder erneuert werden könnten. Für dieses Jahr ist wieder eine Aktion im April geplant, kündigt Michaela Kirch an. „Wir wollen die Hecken neu aufbauen.“

Ausflug ins Müritzeum nach Waren

Sie findet, dass das Angeln den Kindern gut tut: „Sie sind an der frischen Luft und lernen viel.“ Auf so manche besonders lebhafte Kinder wirke sich das Angeln sehr beruhigend aus. „Das bringt aufgeregte und unaufmerksame Kinder zur Ruhe.“ Die Vereinsmitglieder veranstalten mit dem Nachwuchs neben Anangeln und Abangeln auch Weihnachtsfeiern, das alljährliche Angelcamp oder Ausflüge. „Danach sind die Kinder immer total kaputt“, sagt Kirch.

Eine Busfahrt soll dieses Jahr ins Müritzeum nach Waren führen. Die Ausstellung beinhaltet auch mehrere Aquarien mit heimischen Arten. „Da können die Kinder sehen, wie die Fische sich in ihrem Element verhalten.“ Vor vier Jahren waren die Angler schon einmal da – acht Stunden, weil sich die Kinder kaum losreißen konnten. Die Busfahrt wird auch von den Kommunen Meyenburg und Pritzwalk finanziell unterstützt.

Angelverein freut sich über Nachwuchs

Vereinschef Bernd Schöttle freut sich über die Entwicklung, die der Buchholzer Angelverein in den vergangenen Jahren genommen hat. „Wir waren am Ende nur noch drei Leute, dann kam 2016 die Meyenburger Angelschule.“ Mit einem Schlag waren rund 30 Kinder und ihre Eltern dabei. Inzwischen gebe es laut Schöttle auch Schulungen in Pritzwalk, und Rohlsdorf.

Zwar würden auch jedes Jahr Abgänge verzeichnet, aber die Zahl der Zugänge überwiege. Etwa 60 Eltern und ihre Kinder kommen aus dem Meyenburger Bereich, die restlichen 90 Vereinsmitglieder aus der Buchholzer Ecke. „Wir gehören alle zusammen dem Kreisanglerverband und dem Landesanglerverband an.“

Von Beate Vogel

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