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Junger Ungar macht ein MobiPro-Praktikum

Falkenhagen Junger Ungar macht ein MobiPro-Praktikum

Der 27-jährige Ungar Mate Szegedi macht zurzeit ein sechswöchiges Praktikum bei der Firma Somatec in Falkenhagen (Pritzwalk). Er selbst und auch Geschäftsführer Jörg Zeiger sind sehr zufrieden damit, wie es läuft. Mate Szegedi bringt allerdings auch gute Voraussetzungen mit. Nur das Heimweh plagt ihn mitunter.

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Mate Szegedi macht ein sechswöchiges Praktikum bei der Falkenhagener Firma Somatec.

Quelle: Beate Vogel

Falkenhagen. Dass Deutsche ein bisschen anders arbeiten, hat der 27-jährige Ungar Mate Tibor Szegedi schon in der Heimat erfahren: Er war bei Mercedes in Kecskemét, erst als Schülerpraktikant, dann als Mitarbeiter. Jetzt ist er bei der Firma Somatec in Falkenhagen bei Pritzwalk. Mate Szegedi macht seit Mitte Juli ein sechswöchiges Praktikum über das Ausbildungsprojekt „MobiPro-EU“, für das die Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) in der Prignitz und in OPR der Träger ist. Der 27-Jährige fühlt sich wohl in dem Betrieb und auch Geschäftsführer Jörg Zeiger ist sehr zufrieden mit ihm.

In Ungarn hat Mate Szegedi Maschinenbautechniker gelernt, erzählt er. Dann begann er ein Studium zum Maschinenbauingenieur. „Ich muss noch das Staatsexamen machen.“ Deutschland biete ihm aber mehr Möglichkeiten, in seinem Beruf weiterzukommen, meint der junge Mann. „Das Land ist weiter entwickelt als Ungarn, gerade beim technischen Knowhow.“ Und die Mitarbeiter seien fleißiger, hat er auch bei der Arbeit beim Maschinenteilehersteller Somatec festgestellt: „Sie arbeiten gern und im Allgemeinen auch länger.“ Und sie machen ihre Aufgaben erst zu Ende, bevor sie gehen. „Die Mitarbeiter sind nett und die Arbeitszeit ist gut.“ Verständigen kann sich der Ungar problemlos: Er lernte schon in der Grundschule, in der Mittelschule und später an der Hochschule Deutsch. So sei das geforderte B-1-Sprachniveau für den 27-Jährigen kein Problem gewesen.

Die Kommunikation funktioniert sehr gut

Nach dem Praktikum könnte Mate in dem Betrieb als Werkzeugmechaniker ausgebildet werden, wenn alles klappt. „Es läuft sehr gut mit ihm“, sagt Somatec-Geschäftsführer Jörg Zeiger. Die Kommunikation funktioniere, Mate sehe die Arbeit und bringe sich ein, außerdem habe er das nötige technische Verständnis mit – kein Wunder bei seiner Ausbildung. „Wir gucken mal, wie es nach dem Praktikum weitergeht“, sagt der Firmenchef.

Harte Kriterien

Über das Projekt „MobiPro EU“ sollen junge Menschen aus dem EU-Ausland die Möglichkeit bekommen, in der Prignitz und in OPR eine Berufsausbildung zu absolvieren. Die Bewerber bei der Bildungsgesellschaft Pritzwalk kommen aus Italien, Ungarn und Rumänien.

Das Auswahlverfahren ist hart: Die jungen Leute, die sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, absolvieren zunächst einen Deutsch-Intensivkurs, den sie mit dem Sprachniveau B1 abschließen müssen. Dann folgt das sechswöchige Praktikum.

22 Mitarbeiter sind bei Somatec beschäftigt, zwei Azubis gehören dazu. Die Firma fertigt Maschinenbaukomponenten, Zahnräder, Walzen im Metallbereich – gearbeitet wird an einigen Maschinen in Früh- und Spätschicht. „Die Bauteile werden nach den Kundenwünschen hergestellt“, erklärt Jörg Zeiger. Meist gibt es dazu entsprechende technische Zeichnungen. „Oft sind aber auch defekte Bauteile die Vorlage, wenn zum Beispiel Getriebe kaputt gehen, die 40, 50 Jahre alt sind.“ Dazu gibt es dann oft keine Zeichnungen mehr. Dass Jörg Zeiger einen Praktikanten über „MobiPro“ genommen hat, bereut er nicht – obwohl die Firma zunächst darüber nachgedacht habe, ob sie am Projekt teilnehmen will. „Das Projekt lebt ganz erheblich von der Bildungsgesellschaft“, ist Jörg Zeiger überzeugt. Wenn deren Netzwerk nicht wäre, würde vieles gar nicht funktionieren. „Die Mitarbeiter sind die treibende Kraft“, sagt der Firmenchef. Mit der GBG pflege Somatec eine langjährige Zusammenarbeit.

Richtig große Probleme im Zusammenhang mit dem Projekt habe es noch nicht gegeben, so Jörg Zeiger. Nur formelle Sachen: „Wie melden wir Mate überall an während des Praktikums, zum Beispiel bei Krankenkasse und Finanzamt, es soll ja alles seine Richtigkeit haben.“

Auch die Freundin ist im Projekt dabei

Ganz einfach war es nicht für den jungen Mann, seine Zelte Zuhause abzubrechen und nach Deutschland zu ziehen: „Es ist auch ein bisschen traurig.“ In Ungarn hat Mate Szegedi zwei Halbschwestern und eine Schwester, die ihn sehr vermissen. „Die Kleinste ist elf Jahre alt, sie war sehr traurig, dass ich weggegangen bin.“ Seine Freundin lebt derzeit in der Nähe von Berlin, wo sie – ebenfalls über „MobiPro“ – eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht. Aber auch das ist nicht so einfach für die beiden: Sie sehen sich nur zweimal im Monat.

Dass in der Wohnung in Pritz­walk, in der Mate Szegedi mit zwei weiteren Projektteilnehmern wohnt, noch kein Internet verfügbar ist, macht es nicht einfacher. „Der Anbieter braucht noch eine Weile, um den Anschluss einzurichten.“ Eine Simkarte fürs Handy soll die Zeit überbrücken helfen. Dann kann Mate Szegedi wenigstens mit der Freundin telefonieren. Der junge Ungar will durchhalten. Er bringt gute Grundlagen mit. Nicht alle Betriebe haben so viel Glück: Bei der Firma Meyenburger Elektrobau haben zwei Praktikanten schon wieder aufgehört.

Von Beate Vogel

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