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Juniorwahl an der Rochowschule

Pritzwalk Juniorwahl an der Rochowschule

Alles ist wie bei der „richtigen“ Bundestagswahl: Die Klasse 10b macht beim Projekt „Juniorwahl“ mit und übt den Urnengang. Das kommt nicht zu früh: Einige von ihnen dürfen am Sonntag immerhin schon wählen, zwar nicht den Bundestag, aber den Pritzwalker Bürgermeister – bei Kommunalwahlen dürfen 16-Jährige in Brandenburg ihre Stimme abgeben.

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Sie bildeten den Wahlvorstand (v.l.): Jeremie, Anne und Maxi aus der Klasse 10b an der Rochowschule.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. „Weißt du, wie du wählen musst?“ fragt Jeremie seinen Klassenkameraden aus der 10 b an der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule. Der wiederum ist sich nicht ganz sicher, und darum nimmt sich Jeremie die Zeit, ihm noch einmal kurz zu erklären, was Erst- und Zweitstimme sind und wie die Abstimmung funktioniert. Dann wird der Wahlzettel ausgegeben, der ganz genauso aussieht wie der, der auch am kommenden Sonntag bei der Bundestagswahl benutzt wird. Schließlich zeigt ihm Jeremie auch noch die kleine Wahlkabine, in der er – natürlich geheim – seine Stimme abgeben kann. Am Ende wird er seinen Stimmzettel einmal falten und in die Wahlurne werfen.

Das ist einmal eine etwas andere Unterrichtsstunde in Politischer Bildung: Jeremie sitzt zusammen mit Anne, Maxi und Kilian im Wahlvorstand für die Juniorwahl an der Rochowschule, an der die 22 Schülerinnen und Schüler der 10 b teilnehmen. Sie kontrollieren vor der Wahl, ganz wie beim „großen“ Urnengang, die Ausweise und Wahlbenachrichtigungskarten, die ihre Mitschüler mitgebracht haben, und schauen im Wählerverzeichnis nach, dass alles seine Richtigkeit hat und der Wähler auch wirklich wahlberechtigt ist. Der Wahlvorstand war schon im Unterricht zuvor gewählt worden, Jeremie übernahm den Vorsitz, Anne ist Beisitzerin, Maxi Schriftführer und Kilian sorgt als „Security“ schließlich dafür, dass alles rund um den Wahlraum, einem kleinen Zimmer in der Schule, ordnungsgemäß abläuft. Am Ende wird das Quartett auch die Stimmen auszählen – ein Ergebnis darf aber nicht vor dem Ausgang der Bundestagswahl verraten werden, dazu haben sich die jungen Leute sogar verpflichtet. Gewählt werden darf bis Mittwoch, das Ergebnis wird am Freitag dann weitergegeben an den Kumulus-Verein.

Juniorwahl, das ist eine bundesweite Aktion, bei der junge Leute in ganz Deutschland mitmachen. Träger ist eben jener Kumulus-Verein. Helga Bonacker, Lehrerin für politische Bildung, hat sich gerne mit ihrer Klasse daran beteiligt: „Unser Gedanke ist, dass die Schüler so die Scheu vor dem Wahlgang verlieren.“ Denn im Land Brandenburg kann man, abgesehen vom Bundestag, schon bei allen Wahlen mit 16 Jahren mitmachen. Einige Schülerinnen und Schüler aus der Klasse sind demnach auch schon am Sonntag dabei, wenn es darum geht, einen neuen Bürgermeister für Pritz­walk zu bestimmen.

Doch Helga Bonackers Anspruch geht noch weiter: „Wir wollen, dass unsere Kinder mündige Bürger werden, sich auch politisch organisieren und aktiv einmischen“, erklärt sie, „es ist der demokratische Gedanke, den unsere Schüler hier leben.“ Die Rochowschule ist übrigens zum zweiten Mal dabei – schon bei der Landtagswahl 2014 konnten junge Leute aus der Schule an der Juniorwahl teilnehmen. Die Erfahrungen, die man an der Schule damit gemacht haben, sind gut gewesen: „Wenn sie das hier einmal ganz durchgespielt haben, sind sie gewillt, auf der politischen Bühne mitzuspielen.“ Oder zumindest eines zu tun: ihr Wahlrecht dann auch wirklich wahrzunehmen.

www.juniorwahl.de. Es gibt übrigens ein weiteres Projekt mit ähnlicher Zielsetzung, an dem ebenfalls junge Leute aus der Prignitz teilnehmen, siehe dazu www.u18.org.

Von Bernd Atzenroth

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