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KMG-Klinik äußert sich zu Krankenhausspiegel

Pritzwalk KMG-Klinik äußert sich zu Krankenhausspiegel

Beim Brandenburger Krankenhaus­spiegel sah die Statistik für das KMG-Klinikum Pritzwalk bei Komplikationen nach Kniegelenkoperationen ziemlich schlecht aus. Das sei der Statistik geschuldet, weil bei wenigen Operationszahlen einzelne Fälle stärker ins Gewicht fallen, informierte Klinikgeschäftsführer Dirk Klebingat. Die KMG lud für Freitag zum Tag der offnen Tür.

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Um Gefäßkrankheiten ging es beim Tag der offenen Tür am KMG-Klinikum Pritzwalk am Informationsstand der Klinik für Gefäßchirurgie.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Es herrscht eine für ein Krankenhaus geradezu familiäre Atmosphäre im KMG-Klinikum Pritzwalk. Die Einrichtung hat zum Tag der offenen Tür geladen. Viele Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter stehen bereit, Fragen zu beantworten. Es gibt Würstchen, Steaks und Pizza. Dennoch herrscht eine gewisse Unruhe, wird in halber Lautstärke geraunt, was in den Medien über die Ergebnisse der KMG-Einrichtungen im ersten Brandenburger Krankenhausspiegel zu lesen war.

Hohe Komplikationsquote beim Kniegelenkersatz

Bei Kniegelenksoperationen wurde dem Pritzwalker Krankenhaus beispielsweise eine Komplikationsquote von 37,5 Prozent bescheinigt. Die Klinik wäre damit Schlusslicht aller teilnehmenden Häuser. Mit sogenannten Impulsvorträgen wollen die Spezialisten nicht nur zu allgemein interessierenden medizinischen Fragen informieren, sondern auch über die Zahlen des Krankenhausspiegels, wie sie zustande gekommen sind und was sie bedeuten. „Zunächst muss man sagen, dass die Zahlen von der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg als Interessenvertretung der Krankenhäuser erhoben wurden“, sagt der Klinik-Geschäftsführer Dirk Klebingat.

Endoprothetikzentrum ist seit 2015 zertifiziert

„Unser Klinikum ist seit 2015 zertifiziertes Endoprothetikzentrum und hat sich strengen, einheitlichen Qualitätsstandards unterworfen.“ Doch bei Operationen zum Ersatz von Kniegelenken unterscheide man zwischen Erstoperationen und solchen Operationen, bei denen das bereits eingesetzte künstliche Knie gegen ein neues ausgetauscht wird. „Diese OP ist sehr viel komplizierter, weil das künstliche Gelenk mit dem Körper verwachsen ist.“ In dieser Unterkategorie seien im Jahr 2015 gerade einmal acht Operationen in Pritzwalk ausgeführt worden. Davon traten bei drei Patienten Komplikationen nach der Operation auf.

Abweichungen sind Einzelfälle

„In verschiedenen Medien entstand der Eindruck, wir hätten ein über die Maßen hohes Komplikationsrisiko“, sagt Dirk Klebingat. Das treffe so nicht zu. Von den 75 Fällen, in denen Patienten neue Kniegelenke eingesetzt wurden, gab es lediglich in zwei Fällen Komplikationen. So gesehen, liegt die Komplikationsquote bei 2,7 Prozent und damit völlig im grünen Bereich. Die Autoren des Krankenhausspiegels lassen dem Pritzwalker Klinikum einen eigen Passus in den Erläuterungen zukommen: „Nach Prüfung durch die Fachgremien sind die Abweichungen vom Zielbereich beim Städtischen Klinikum Brandenburg (27,3 Prozent) und beim KMG Klinikum Pritzwalk (37,5 Prozent) auf gut begründete Einzelfälle zurückzuführen, die die medizinische Qualität dieser Krankenhäuser nicht beeinträchtigen“, heißt es dort.

Gastoperateur drückte die Statistik

„Im Übrigen werden in dieser Statistik nicht nur unsere Operationen erfasst“, sagt der Orthopäde und Unfallchirurg Arne Weinhold. „Wir hatten im Jahr 2015 auch einen Gastoperateur, dem wir die technische Ausstattung und die Infrastruktur zur Verfügung stellten, der jedoch für seine Operationen selbstverantwortlich ist. Dessen Wirken habe die Statistik getrübt. „Wir haben uns dann von ihm getrennt“, sagt Arne Weinhoid.

Chirurgische Praxis auf vier Mediziner aufgeteilt

Alles in allem sind sowohl Geschäftsführung als auch ärztliche Leitung sehr zufrieden mit der Entwicklung des Hauses. Die Nachfolgeregelung für die Praxis Pfestorf beispielsweise sei „äußerst innovativ gelöst“ worden, wie der Geschäftsführer Dirk Klebingat die anfänglich etwa 70 Besucher informiert. „Wir haben den Sitz, den die Kassenärztliche Vereinigung uns genehmigt, auf vier Mediziner aufgeteilt.“

Abschied vom analogen Röntgenbild

Im Übrigen sei gerade die Zertifizierung als Endoprothetikzentrum mit einer der am meisten gravierenden Änderungen der letzten Jahre verbunden gewesen: Damit wurde der Abschied vom analogen Röntgenbild eingeläutet. Seit vergangenem Jahr erfolgen sämtliche radiologische Aufnahmen digital. Zu diesem Zweck hatte das Klinikum im vergangenen Jahr die einstige radiologische Praxis von Regina Gerth übernommen.

Von Andreas König

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