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Prignitz Hofreiter: Flächenhandel ist ein Kerngeschäft
Lokales Prignitz Hofreiter: Flächenhandel ist ein Kerngeschäft
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15:28 29.06.2015
KTG-Manager Roman Motzko mit der Kartoffelbox des Lebensmittelproduzenten. Quelle: Claudia Bihler
Hamburg

Die Kartoffelboxen stehen unter all den anderen Produkten, die die KTG Agrar bei ihrer Jahreshauptversammlung den Aktionären in Form eines Marktstandes präsentiert: Die greifen kräftig zu – ob es darum ist, weil die KTG inzwischen zu den größten Bioerzeugern in Brandenburg gehört, oder darum, weil ihre Dividende in diesem Jahr eher spärlich ausfällt, ist nicht erkennbar.

Sicher ist jedoch: Die Boxen werden üblicherweise unter anderem mit Kartoffeln aus Herzsprung befüllt und gehören zu den Verkaufsschlagern des Agrarriesen, der in Ostdeutschland und vor allem in Brandenburg rund 45 000 Hektar Land beackert. 7000 Hektar in Putlitz gehören dazu, knapp die Hälfte davon im ökologischen Anbau, gut 2000 Hektar werden in Herzsprung bewirtschaftet, weitere Flächen besitzt die KTG in Wuthenow. Hinzu kommen Biogasanlagen in Putlitz, Perleberg und Wuthenow.

KTG in Kürze

Die KTG bewirtschaftet rund 45000 Hektar in Ostdeutschland, vorrangig in Brandenburg.

Hinzu kommen Flächen in Osteuropa vorrangig in Litauen, sowie eine Beteiligung an einem russischen Schweinemast-Unternehmen nahe der ukrainischen Grenze.

Während der Unternehmenssitz in Hamburg ist, befindet sich die Hauptverwaltung in Oranienburg.

Der Konzern beschäftigt gut 1000 Mitarbeiter, darunter 30 Azubis.

Seit Siegfried Hofreiter, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens vor Jahren in Putlitz seine Biogas-Pläne mit einem Modell unterm Arm dem Putlitzer Amtsausschuss vorstellte, ist viel passiert: 2007 ging das Unternehmen an die Börse, 2012 folgte das Tochterunternehmen KTG Energie, der Lebensmittelbereich, der unter anderem unter den Marken „Bio-Zentrale“, Tiefkühlkost „Frenzel“ und „Die Landwirte“ in den Supermärkten zu finden ist. Alle Bereiche schreiben inzwischen schwarze Zahlen, am deutlichsten die KTG Energie, die Hofreiter den Aktionären als Cash-Kuh beschrieb.

Reserven liegen bei 120 Millionen Euro

Dennoch waren die Aktionäre nicht nur zufrieden mit ihrer Aktie: Die Dividende lag bei 0,25 Cent pro Stück bei einem Aktienkurs um 14,50 Euro, vor allem Aktionärsschützer kritisierten, dass der geringe Betrag sinnvollerweise bevorzugt zur Deckung von Verbindlichkeiten aufgewendet werden sollte: Die KTG steht mit rund einer halben Milliarde in der Schuld von Anleihegebern und Banken, ein namhaftes Wirtschaftsmagazin titelte bereits vor mehreren Jahren: Ackern auf Pump. Beklagt wurde in der Aktionärsversammlung zudem die niedrige Eigenkapitalquote, die zwar bis Jahresende auf 20 Prozent angehoben werden soll, aber derzeit bei gut 16 Prozent liegt.

Hofreiter verwies auf die stillen Reserven des Agrarkonzerns, die er mit 120 Millionen Euro angibt – und die sich etwa zur Hälfte aus der Wertsteigerung der Flächen berechnet, die die KTG gekauft hat und deren Wert inzwischen gestiegen ist. Dass der Flächenhandel zum „KTG-Kerngeschäft“ gehört, stellte Hofreiter mehrfach dar: „Wir kaufen günstig kleine Flächen, legen sie zusammen und verkaufen sie mit gestiegenem Wert.“ Die Aktionäre, deren Aktien sich derzeit um den Ausgabekurs bewegen, begrüßen das Geschäftsmodell: „Eine schnelle Geldanlage ist das nicht, aber Landwirtschaftsflächen werden knapp und die Weltbevölkerung wächst.“

Bei einem Umsatz von rund 300 Millionen Euro betragen die Gewinne des Unternehmens im vergangenen Jahr 6,5 Millionen Euro, dabei hat das Unternehmen ebenfalls gut sechs Millionen Betriebs- und Flächenprämien aus Brüssel erhalten. Die wesentlichen Investitionen flossen vor allem in den Verarbeitungsbereich von Lebensmitteln, der erstmals schwarze Zahlen schrieb. Dessen Betriebe, darunter in Brandenburg in Linthe und Manschow, sollen als „KTG Food SE“ auf den Börsengang vorbereitet werden.

Von Claudia Bihler

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