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Prignitz Kampf um Rudower See in Lenzen
Lokales Prignitz Kampf um Rudower See in Lenzen
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00:29 19.03.2018
Rudower See im Winter Quelle: Kerstin Beck
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Lenzen

„Baden auf eigene Gefahr“ warnt ein Schild an der Lenzener Badeanstalt. Doch dazu ist es derzeit bekanntlich viel zu kalt, und zum Schlittschuhlaufen zu warm – die dünne Eisdecke ist im Abtauen begriffen.

Und wie sieht es darunter aus? Hört man sich in Lenzens Umgebung um, ist die Rede davon, dass „der See im Sommer umgekippt ist und man nicht mehr baden kann“ – so war es von außenstehenden Mecklenburgern zu erfahren.

Umweltamt sitzt mit im Boot

Das stimmt so nicht – denn Badende gab es im Sommer genug. Nur: Der Rudower See wird nicht als Badegewässer geführt und auch die Blaualgen waren wiedergekommen.

Das lässt die Mitglieder der Rudower See AG nicht in Ruhe. „Wir fordern, dass etwas getan wird – am besten wäre eine Kombination aus kurz- und langfristigen Maßnahmen, die die Wasserqualität verbessern könnten“, sagt Ralf Behrens, der Sprecher der AG. Dazu wurden im vergangenen Jahr einige Treffen organisiert und Gespräche veranlasst. „Mit uns im Boot sind das Landesamt für Umwelt Potsdam, das Landesumweltamt Perleberg, die Kreisverwaltung und der hiesige Angelverein sowie das Amt Lenzen-Elbtalaue mit den Vertretern der Stadt“, zählt Behrens die Reihe der Unterstützer auf.

Umweltminister unterstützt die Initiative

Die beim Umweltamt einsehbaren Daten sprechen eine beredte Sprache: Von 2005 bis 2014 hat sich die Chlorophyllbelastung im See fast verdreifacht, die Sichttiefe ist im Saisonmittelwert auf die Hälfte, also bis auf 60 Zentimeter, geschrumpft; dagegen hat der Phosphorgehalt um mehr als das Doppelte zugenommen. Ähnlich sieht es bei der Stickstoffbelastung aus. Um den 167 Hektar großen und sechs Meter tiefen See mit seinen sieben Millionen Kubikmetern Wasser zu reinigen, „steht als langfristige Lösung die Vernässung des Rambower Moores an“, so Behrens.

Dafür gibt es einen Entschließungsantrag von SPD und Linken an den Landtag, „den Gewässerzustand des Rudower Sees im Interesse der Anwohner und der touristischen Entwicklung, eines gesunden Naturhaushaltes und in Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern“, wie es in einem Papier vom 26. September vergangenen Jahres heißt. In einem anderen Schreiben vom 4. Juli vergangenen Jahres äußert sich Minister Jörg Vogelsänger zu dem Thema: „Insofern unterstütze ich den Vorschlag, ein Sanierungskonzept für das Einzugsgebiet zu erarbeiten und dabei gewässer- und auch naturschutzfachliche sowie auch landwirtschaftliche Aspekte integriert zu betrachten.“

100 Landeigentümer müssten zustimmen

Das wird allerdings schwierig. Denn ein Sanierungskonzept, welches die Vernässung des Moores beinhaltet, funktioniert nur mit Einwilligung der mehr als 100 Eigentümer der betreffenden Flächen.

Weitere Treffen und Gespräche sind in Planung. „Wir von der AG treffen uns nächsten Donnerstag wieder zu einer Beratung, und haben auch bereits wieder einen Antrag gestellt, dass der Rudower See als Badegewässer ausgewiesen wird“, merkt der AG-Sprecher an. „Denn wir schlafen hier nicht!“

Von Kerstin Beck

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