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Prignitz Katharina von Bora gewürdigt
Lokales Prignitz Katharina von Bora gewürdigt
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00:19 09.10.2017
Marina Erdmann las die Lebensgeschichte der Katharina von Bora las. Rolf Römer begleitete sie musikalisch. Quelle: Jens Wegner
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Wittenberge

Im kleinen Saal des Kultur- und Festspielhauses Wittenberge hieß es am Donnerstag „Mein Herr Käthe oder Luthers bessere Hälfte”. „Wir befinden uns im Luther-Jahr. Vieles dreht sich um den großen Reformator. Seine Frau, Katharina von Bora, wird dabei nur wenig beleuchtet. Deshalb wollen wir uns ihr heute widmen”, begann Marina Erdmann, die aus der Lebensgeschichte der Katharina von Bora las. Musikalisch begleitet wurde sie von Rolf Römer auf dem Saxofon und der Bassklarinette. „Besonders die Kinder des ärmeren Adels wurden von ihren Eltern im 15. Jahrhundert oft in Klöster gebracht. Da waren sie versorgt und mussten nicht Hunger leiden”, begann sie ihre Lesung. Katharinas Vater brachte sie in ein Kloster, dass für seine Strenge bekannt war. Diese Klöster waren bei den Eltern sehr beliebt. Im Zisterzienserinnenkloster Marienthron, in Nimbschen bei Grimma, lernte sie lesen, schreiben und auch rechnen. Das kam ihr später zugute. Im Jahr 1517 trat Martin Luther in die Öffentlichkeit, der sich kritisch mit dem Klosterleben auseinandersetzte. Als eine Folge wurde unter anderem der Beschluss gefasst, dass jeder das Kloster verlassen könne. Viele Mönche und Nonnen folgten dem aus unterschiedlichen Beweggründen. Auch Katharina und acht ihrer Ordensschwestern flohen 1523 aus ihrem Kloster. Mittellos gelangten sie über Torgau nach Wittenberg. Schwierigkeiten traten bei ihren Unterbringung auf. Also brachte Luther die Frauen bei seinen Freunden in Wittenberg unter. Katharina von Bora wurde zuerst im Haus des Stadtschreibers Philipp Reichenbach aufgenommen, später im Hause des bekannten Malers Lucas Cranach. Dort begegnete sie König Christian II. von Dänemark, der in Deutschland Verbündete suchte. Der 42-jährige Luther heiratete schließlich die 26-jährige Katharina von Bora. Ihre Redesucht nervte den Reformator zunächst, lässt Marina Erdmann wissen. Seiner Ansicht nach sollten sich Frauen den Männern unterordnen. Mit dieser Meinung stand er nicht allein da.

Später begann er jedoch, seine überaus tatkräftige und zupackende Frau zu schätzen, die sich überdies als eine kluge Gesprächspartnerin erwies. „Der oft cholerische Luther hätte keine bessere Frau finden können”, sagte Marina Erdmann. Sie pflegte ihn, der an vielen Leiden litt, gesund. Luther verließ sich auf sie und nannte sie „Herr Käthe”. Aus einer pragmatischen Ehe wurde schließlich eine herzliche Liebesbeziehung.

Von Jens Wegner

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