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Katze verendet qualvoll nach Vergiftung

Dossow Katze verendet qualvoll nach Vergiftung

Sie schaffte es völlig abgemagert und mit letzter Kraft zurück nach Hause – um dort qualvoll zu verenden. Die Trauer von Yvonne Kempf aus Dossow (Ostprignitz-Ruppin) um ihre Katze Miezi ist immer noch groß. Gleichzeitig vermutet die Tierschützerin, dass ein Katzenhasser das Tier gezielt vergiftet hat. Und der könnte gar nicht weit von ihr entfernt wohnen.

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17 Katzen mit Handicap leben bei Yvonne Kempf auf dem Hof der kleinen Tiere in Dossow.

Quelle: Christian Bark

Dossow. Dass sie immer noch wütend und traurig zugleich ist, war Yvonne Kempf auch am Dienstag im MAZ-Gespräch noch anzumerken. Erst am Sonnabend musste die Leiterin der Kleintierauffangstation „Hof der kleinen Tiere“ in Dossow eine ihrer Katzen begraben. Das sonst immer wohlgenährte Tier hatte sich Kempf zufolge abgemagert völlig entkräftet zum Hof geschleppt, dort kaum noch etwas richtig wahrnehmen können und sei dann qualvoll verendet.

„Miezi wurde vergiftet“, so die Vermutung der 33-Jährigen. Wahrscheinlich mit Rattengift, der verschwommene Blick, die vergrößerten Pupillen sowie die Blutung im After sind laut Yvonne Kempf Anzeichen dafür.

Katze Miezi verendete am Wochenende qualvoll

Katze Miezi verendete am Wochenende qualvoll. Vermutlich wurde sie vergiftet.

Quelle: Privat

Dass der Tod der vier Jahre alten Katze durch ein Versehen verursacht worden ist, glaubt Kempf nicht. „Jemand muss sie gezielt eingesperrt und dann vergiftet haben“, erklärt sie. Miezi habe zu den vier Streunerkatzen auf ihrem Hof gehört, die diesen mindestens einmal die Woche wieder aufsuchen würden. „Jetzt ist sie das letzte Mal heimgekommen“, sagt die Tierfreundin traurig. Derweil macht sie sich um die anderen drei Streunerkatzen große Sorgen. „Die Tiere laufen immer in Richtung Wittstocker Straße“, schildert sie ihre Beobachtungen. Dort könnte der Tierquäler womöglich wohnen.

Nicht die erste Gewalttat gegen Katzen

Doch schützen kann Kempf ihre Katzen nicht. Überlegungen, ihnen einen Sender anzuheften, würden am Geld scheitern. „Die kosten mindestens 100 Euro das Stück“, sagt sie. Dabei müsse in Dossow dringend etwas getan werden. Denn es sei nicht das erste Mal, dass der Katzenhasser im Ort zugeschlagen hätte. Erst vor einem halben Jahr hätte sich Kempfs Kater Toni in einem Tellereisen ein Hinterbein derart verletzt, dass es dem Tier hätte abgenommen werden müssen. Auch Nachbarn hätten berichtet, dass ihnen Katzen abhanden gekommen seien. „Einige wollen sogar Schüsse gehört haben“, berichtet Kempf.

Ein neues Heim für Katzen, die sonst keiner will

Seit August 2015 gibt es den Hof der kleinen Tiere in Dossow. Dort leben unter anderem 17 Katzen mit Handicap sowie Hühner, Hamster und Singvögel.

Seit Juni 2016 ist der Hof offiziell eine Kleintierauffangstation. Im kommenden Jahr will Yvonne Kempf zusätzlich eine Katzenstation in einem alten Stall auf dem Gehöft eröffnen.

Spenden sind nahezu die einzige Einnahmequelle des Dossower Tierschutzvereins. Mit ihrem Hof entlastet Yvonne Kempf zudem Tierheime in der Region wie das in Herzsprung.

Weitere Informationen zum Hof hier. Kontakt zu Yvonne Kempf unter: Tel. 0162/4389535.

In der Sache ihrer vergifteten Miezi habe sie Ordnungsamt, Veterinäramt und die Polizei verständigt. Auch im sozialen Netzwerk hatte sie auf die Geschichte aufmerksam gemacht. Die Kommentare auf den Post reichen von Trauer, Sorge bis hin zu Wut über die Tat.

Kater Toni hatte ein Bein durch ein Tellereisen verloren

Kater Toni hatte ein Bein durch ein Tellereisen verloren.

Quelle: Christian Bark

Die kann auch Polizeisprecherin Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin verstehen. Allerdings sei es schwierig, ohne konkrete Hinweise tätig zu werden. Außerdem seien ihren Kollegen von der Kriminalpolizei keine Anzeigen oder Hinweise zu Tier- oder Katzenmisshandlungen im Raum Wittstock-Dossow bekannt. „Es ist wichtig, dass die Leute die Augen offen halten“, erklärt die Sprecherin. Andererseits könne ein klärendes Gespräch in der Dorfgemeinschaft, auch mit Aufklärung durch den zuständigen Revierpolizisten helfen, solchen Taten demnächst vorzubeugen oder den Täter ausfindig zu machen.

Röhrs betont, dass es sich beim Vergiften der Katze um eine Straftat, einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, handle. In solchen Fällen kann Tätern eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe drohen, wie der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Webseite informiert.

Von Christian Bark

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