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Prignitz Kaum noch junge Asylbewerbern nach Pritzwalk
Lokales Prignitz Kaum noch junge Asylbewerbern nach Pritzwalk
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00:17 30.04.2016
Flüchtlinge in der Versorgungsstelle Pritzwalk. Quelle: Andreas König
Pritzwalk

Mit der Schließung der sogenannten Balkanroute kommen auch in die Prignitz deutlich weniger Flüchtlinge. Das gilt vor allem für die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber. Wie Danuta Schönhardt, Jugend- und Sozialgeschäftsbereichsleiterin beim Landkreis Prignitz mitteilt, halten sich derzeit noch 20 minderjährige Asylbewerber in der Versorgungsstelle in Pritzwalk (früher Clearingstelle) auf.

Die jetzigen Bewohner werden auf absehbare Zeit in einem Lehrlingswohnheim des Landkreises in Pritzwalk bleiben. „Die Aufnahmekapazität der freien Träger ist erschöpft“, begründet Danuta Schönhardt. Gegenwärtig würden keine weiteren unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber in die Prignitz kommen. „Daher rechnen wir damit, dass die Versorgungsstelle bis 2017 aufgelöst werden kann“, sagt Danuta Schönhardt. „Immer vorausgesetzt, dass sich die weltpolitische Situation nicht verschlechtert und es bei dem Rückgang der Flüchtlingszahlen bleibt“, relativiert die Geschäftsbereichsleiterin.

20 Jugendliche sind einfach verschwunden

Bisher sind inklusive der gegenwärtig dort lebenden Minderjährigen 127 unbegleitete Asylbewerber in der Versorgungsstelle aufgenommen worden. Davon erhalten 78 noch Hilfen, für 48 Personen wurde die Hilfe aus den unterschiedlichsten Gründen beendet.

„Abgängig“, also von einem Tag auf den anderen mehr oder weniger spurlos verschwunden sind 20 Minderjährige. „da haben wir auch keinerlei Rückmeldung“, sagt Heike Weise, Sachbereichsleiterin Controlling im Geschäftsbereich Jugend und Bildung des Kreises. Der Landkreis seinerseits hat acht Betreuungen beendet, weil die Jugendlichen nicht kooperieren wollten oder offensichtlich nicht mehr minderjährig waren. 25 sind inzwischen volljährig und werden daher nicht mehr vom Jugendamt des Landkreises betreut. Die mit Abstand größte Gruppe sind Afghanen mit 71 Jugendlichen, gefolgt von Syrern mit 41 Personen.

Für die Betreuung der Minderjährigen gab der Landkreis im vergangen Jahr 781 000 Euro aus. Das Geld wurde vom Land Brandenburg erstattet. Für dieses Jahr waren rund 5 Millionen Euro im Kreishaushalt eingeplant, Angesichts des Rückgangs der Flüchtlingszahlen ist fraglich, ob die Summe gebraucht wird.

Von Andreas König

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