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Prignitz Kaum wirksame Argumente gegen Windplan
Lokales Prignitz Kaum wirksame Argumente gegen Windplan
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00:18 24.06.2017
Allgegenwärtig: Die vielen Windräder in der Prignitz sind für etliche Bürger inzwischen eine Belastung. Quelle: Matthias Anke
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Frehne

Wenn es um Windkraft geht, reagieren viele Bürger der Gemeinde Marienfließ empfindlich. Das zeigte sich in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend in Frehne, als die Volksvertreter den Frust der Anlieger einstecken mussten, während sie über den zweiten Entwurf für den Regionalplan Freiraum und Windenergie diskutierten. Einige Zuhörer warfen ihnen gar vor, nicht genug gegen die Ausweisung neuer Windeignungsgebiete zu tun. Für Zündstoff sorgte zudem die Information von Bürgermeister Ralf Knacke, dass die Gewerbesteuereinnahmen aus Windkraft seit 2010 von gut 240 000 auf rund 3500 Euro (veranschlagt) für 2017 sanken.

Wesentliche Änderung seit dem ersten Entwurf, den die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel nun überarbeitet hat, ist der Wegfall des Windeignungsgebietes Nummer 2, informierte Bauamtsleiterin Uta Nebert. Die Fläche im Norden an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern hatte teils den Wald überlagert. Vor allem das hatte in der ersten Auslegung für Kritik bei Marienfließern und auch bei Meyenburgern gesorgt, über deren Gemarkung sich das Gebiet erstreckte. Weggefallen ist es aus „naturschutzfachlichen Gründen“. Das Eignungsgebiet 1 „Jännersdorf-Porep“ wurde etwas verkleinert und ist nun 273 Hektar groß. Das freute Roswitha Wilke, Ortsbürgermeisterin von Jännersdorf. Im Gebiet stehen bereits 17 Windkraftanlagen, drei befinden sich in der Genehmigung, wie der Steckbrief im Textteil des Regionalplanentwurfes informiert. Was jetzt außerhalb der Fläche steht, könnte irgendwann abgebaut werden.

Wie eine kleine Rache

Für Ärger sorgte das ganz neu ausgewiesene Gebiet 43 „Bergsoll-Frehne“. „Durch den großen Wegfall von Flächen gab es die Notwendigkeit in der Planungsgemeinschaft, Alternativen zu prüfen“, berichtete die Bauamtsleiterin. Betroffen sind die Gemarkungen Krempendorf und Frehne. „Das sieht jetzt so aus wie eine kleine Rache“, so der Stepenitzer Ortsbürgermeister Martin Kruse. Die Gemeindevertreter fühlten sich überrumpelt. Für sie ist unverständlich, dass wieder die direkte Angrenzung an das Naturschutzgebiet Stepenitz, noch der nur 750 Meter große Abstand zum Siedlungsraum Frehne, und nicht einmal ein Fischadlerhorst wirksame Argumente gegen die Ausweisung dieser Fläche sind.

Etwa die Hälfte des 280 Hektar großen Gebietes 43 ist mit 18 Windrädern bebaut. Nach Ansicht der Bauamtsleiterin dürften die Zubauten „nicht mehr so groß ausfallen“. Auszuschließen sei aber nichts. Kruse wollte wissen, welche Möglichkeit die Gemeinde hat, um gegen die Ausweisung einzuschreiten. „Ihre fachliche Einflussnahme beschränkt sich auf die Stellungnahme zum Regionalplanentwurf.“

Den Widerstand gespürt

Den Vorwurf einiger Zuhörer, zu wenig zu tun und niemanden über so wichtige Themen zu informieren, wiesen die Gemeindevertreter energisch von sich: „Wir haben es immerhin geschafft, dass das Gebiet Nummer 2 weggefallen ist“, erinnerte Kruse. Er dankte ausdrücklich der Verwaltung „für ihre hervorragende Argumentation“, die zum Erfolg geführt habe. Knacke dankte ebenso den Bürgern, „allen voran Marita Sauer“. Die Krempendorferin hatte in der Beteiligung zum ersten Entwurf gut 200 Unterschriften gesammelt und war immer wieder zu den Sitzungen der Planungsgemeinschaft nach Neuruppin gefahren. „Die Planungsgemeinschaft hat sicher den Widerstand gespürt“, sagte sie.

Bauamtsleiterin Nebert erhielt den Auftrag, erneut eine kritische Stellungnahme für die Gemeinde Marienfließ auf den Weg zu bringen. Im Übrigen können auch die Bürger Stellungnahmen abgeben, ermutigte Bürgermeister Knacke.

Von Beate Vogel

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