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Kein Strom, kein Zug, kaputte Straßen

Plattenburg Kein Strom, kein Zug, kaputte Straßen

Die Gemeinde Plattenburg und das Amt Bad Wilsnack/Weisen waren vom Sturm „Xavier“ besonders betroffen. Viele Einwohner waren ohne Strom, teilweise auch ohne Wasser. Gestrandete Reisende nach Berlin wurden aus dem Zug geholt und verbrachten die Nacht im Feuerwehrgerätehaus in Glöwen. Die Verbindungsstraßen zwischen einigen Orten sind unterbrochen.

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Vor diesem Haus in Quitzöbel waren gleich mehrere Bäume entwurzelt worden, das Gebäude blieb unversehrt.

Quelle: Andreas König

Plattenburg. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Hoffnungsschimmer, als der Bahnhof Glöwen in elektrisches Licht getaucht, zu sehen ist. Doch die Freude währt nur kurz. Auch dort sind Feuerwehrleute im Einsatz, stehen Menschen ratlos herum, regiert das Absperrband. Sturm Xavier, der die gesamte Prignitz hart getroffen hat, sorgte dafür, dass am Donnerstag in Teilen der Gemeinde Plattenburg seit 15 Uhr keine Stromversorgung mehr existiert. Davon betroffen ist ein großer Teil von Glöwen sowie Dörfer östlich davon bis Bendelin.

Feuerwehr versorgte gestrandete Reisende

Glück im Unglück. Immerhin hat wenigstens das Feuerwehrgerätehaus Glöwen Strom. Der ist dringend notwendig, denn am Bahnhof steht der Zug nach Berlin und weiter nach Cottbus. Für die Reisenden ist hier erst einmal Endstation. Mit Hilfe von Polizei und Feuerwehr werden sie aus dem Zug geleitet und im Feuerwehrgerätehaus für die Nacht einquartiert. „Insgesamt waren es rund 40 Reisende, denen wir das Quartier angeboten haben“, sagt der Plattenburger Ordnungsamtsleiter Detlef Brenning. Etwa 20 Personen bleiben in Glöwen, die anderen organisierten ihre Weiterreise auf eigene Faust. Freitag gegen Mittag waren dann die letzten auf dem Weg nach Hause. Die Feuerwehr und die Spezialeinsatzgruppe des Landkreises versorgten die Gestrandeten. Ähnlich ging es auch einer Gruppe Reisender, deren Zug in Karstädt hielt und nicht mehr weiterkam.

Einige Orte waren auch am Freitag ohne Strom

Ohne Strom ging es auch am Freitag noch weiter. Im Glöwener Ortsteil Storbeckshof hatte ein Baum eine Freileitung zerrissen. In der Folge lief das Wasserwerk Glöwen mit Hilfe des Notstromaggregats. Dessen Dieselvorrat war am Vormittag aufgebraucht, so dass auch die Wasserversorgung kurzzeitig unterbrochen war. Erst am späten Nachmittag gingen in den meisten Haushalten wieder die Lichter an. Energieversorger Wemag meldete noch gegen 15 Uhr Störungen unter anderem für Kleinow und Bendelin. Die Mitarbeiter der Christophorusschule des CJD in Hoppenrade waren zeitweilig von der Außenwelt abgeschnitten. Alle Verbindungsstraßen waren von umgestürzten Bäumen blockiert. Erst am frühen Abend befreite die Feuerwehr die Verbindungsstraße nach Garz von den Hindernissen. Der Viesecker Weg war auch am Freitag noch vollständig dicht. Wie eine Wand aus Ästen und Blättern lagen mehrere ineinander verkeilte Bäume auf dem Weg. „Die Arbeiten am Viesecker Weg können wir erst nach dem Wochenende in Angriff nehmen“, sagte Detlef Brenning.

Ein Bild der Verwüstung

Entlang vieler Straßen und in den angrenzenden Wäldern bot sich ein Bild der Verwüstung. Bäume waren auf Häuser gestürzt, etwa in Netzow, hatten mit ihren Wurzeln den Asphalt von Straßen aufgerissen. So geschehen zwischen Nitzow und Quitzöbel, zwischen Klein Leppin und Söllenthin oder an der B 107. Letztgenannte Verbindung nach Havelberg war dermaßen stark von mehreren Bäumen blockiert, dass Bundeswehrfahrzeuge ausrücken mussten. Auch die in Sachsen-Anhalt liegende Domstadt war bis in die Morgenstunden des Freitags ohne Strom.

Über 400 Feuerwehrleute allein in Plattenburg im Einsatz

„Wir haben außer Viesecke alle Feuerwehren im Einsatz“, sagte Detlef Brenning. Er schätzt die Zahl der Einstazkräfte allein im Plattenburger Gebiet auf rund 400. Die Straße nach Haaren wirkte wie nach einem Artilleriebeschuss, in Quitzöbel waren vor einem Haus gleich mehrere Bäume entwurzelt worden. Wie durch ein Wunder war das Haus unversehrt geblieben.

Ganze Waldstücke umgerissen

Stellenweise hat „Xavier“ ganze Waldstücke umgerissen, beispielsweise zwischen Roddan und Quitzöbel. Die Aufräumarbeiten dürften Wochen und Monate dauern. Bei der Wemag vermochte niemand zu sagen, wann die letzten Haushalte wieder mit einer stabilen Stromversorgung rechnen können. Abgedeckte Dächer, umgestürzte Zäune und die vielen umgestürzten Bäume werden die Prignitz noch lange beschäftigen.

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In Pritzwalk erhält die Jahnschule ganz schnell ein neues Dach. Große Zerstörungen richtete Sturm „Xavier“ auch im Süden der Prignitz an. In der Gemeinde Plattenburg und im Amt Bad Wilsnack/Weisen wurden zahllose Bäume entwurzelt. Straßen waren nicht passierbar, die Stromversorgung konnte nur mühsam wieder hergestellt werden.

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Von Andreas König

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