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Prignitz Niemand wird bei der Prignitzer Tafel ausgegrenzt
Lokales Prignitz Niemand wird bei der Prignitzer Tafel ausgegrenzt
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16:38 11.03.2018
Täglich sortieren viele fleißige Helfer die Lebensmittel aus den Supermärkten in der Tafel so, wie sie es zu Hause machen würden. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

In der Stadt Essen will die Tafel keine Ausländer mehr aufnehmen. In der Prignitz werde es solch eine Einschränkung nie geben, verspricht Marlies Müller, die sich bereits seit zwölf Jahren bei der Prignitzer Tafel engagiert. „Das in Essen kann ich nicht nachvollziehen. Da hätte man eine andere Lösung finden können. Zuwanderer sind genauso Menschen wie wir, die das Recht auf Hilfe haben“, sagt die heutige Vorsitzende der Tafel in der Prignitz.

Im Jahr 2016 gab es ein ähnliches Problem in der Region: „Wir sind von den neuen Mitbürgern in den Tafeln völlig überrannt worden“, beschreibt Marlies Müller die damalige Situation. Besonders betroffen waren die Standorte Wittenberge und Perleberg, so dass ein Aufnahmestopp verhängt wurde. Doch dieser galt für alle, nicht nur für die Flüchtlinge, wie Marlies Müller berichtet. Diese Lösung war aus ihrer Sicht nur gerecht.

Marlies Müller ist seit Jahren in der Prignitzer Tafel unterwegs und hält als Vereinsvorsitzende des Betrieb aufrecht. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Im Jahr 2004 gründete sich der „Elbtisch“ in Wittenberge, es folgten der „Stepenitztisch“ in Perleberg und der „Dömnitztisch“ in Pritz­walk. Daraus entstand ein soziales Aktionsbündnis, woraus sich der Verein der Prignitzer Tafel entwickelte.

Seit zwölf Jahren ist Marlies Müller mit dabei – eine lange Zeit, in der es viele Probleme zu lösen gab und Hürden überwunden werden mussten. Sie baute die Tafel weiter aus und schaffte Strukturen. „Mit der Zeit holten wir eine Vielzahl an regionalen Supermärkten und Bäcker mit ins Boot, die uns Lebensmittel zur Verfügung stellen“, so die Vereinsvorsitzende. Lebensmittel werden zum einen für die Bedürftigen selbst und zum anderen für die Küche benötigt, die jeden Tag warme Speisen anbietet.

Viele fleißige Hände wird es nicht mehr geben – das Jobcenter streicht stellen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Täglich werden Lebensmittel geliefert und sortiert. Gegen Mittag werden dann die Türen geöffnet. Nach dem Mittagessen wird nach dem Losprinzip die Reihenfolge bestimmt, in der sich die Bedürftigen Lebensmittel für den täglichen Bedarf zusammensuchen können. „Anders als bei anderen Tafeln packen wir keine Tüten vor. Jeder kann selbst entscheiden, was er benötigt“, sagt Marlies Müller. Doch wie viele Bedürftige kommen und welche Lebensmittel zur Verfügung stehen, ist nur schwer vorherzusagen. Zusätzlich gibt es an jedem Standort eine Kleiderkammer.

Doch wie vergangene Woche bekannt wurde, steht die Tafel vor einem Problem: Die Standorte in Lenzen, Karstädt und Meyenburg müssen schließen, Wittenberge und Pritz­walk stehen auf der Kippe. Der Grund ist, dass das Jobcenter die geförderten Stellen gekürzt hat und sich ein Betrieb der Tafeln allein mit Hilfe von Ehrenamtlichen nicht aufrecht erhalten lässt.

Der Standort der Tafel in Perleberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Das Ziel der Tafeln besteht vor allem darin, Lebensmittel, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet werden würden, an Bedürftige zu verteilen. Unterstützung bekommen sie von den Landes- und Bundesverbänden, denen über 900 Tafeln angehören. Sie versorgen immer mehr Personen – 1,5 Millionen Menschen brauchen deren Hilfe.

Nicht nur „Hartz IV“-Empfänger, sondern auch Arbeitslose, Beschäftigte mit niedrigen Löhnen und Rentner seien zunehmend auf kostenlose Lebensmittel angewiesen. Seit ein paar Jahren verstärkt hinzugekommen: Zuwanderer, die mit einem Bescheid des Landkreises ebenso Anspruch auf Unterstützung der Tafeln haben.

Der Verein Perleberger Tafel hilft den Bedürftigen in der Prignitz. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Von Marcus J. Pfeiffer

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