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Kinder lernen in Pritzwalk zu improvisieren

Zweitägiger Theaterworkshop Kinder lernen in Pritzwalk zu improvisieren

Für zwei Tage kamen am Wochenende Kinder bei einem Theaterworkshop in Pritzwalk zusammen. Theaterpädagogin Claudia Stricker führte die Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren in die Kunst des Improvisierens ein. Im Wechsel schlüpften die jungen Schauspielerinnen von einer Rolle in die andere.

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Vor dem Szenenwechsel: Gleich werden auch sie in eine Rolle schlüpfen, noch überlegen sie, in welche.

Quelle: Michael Beeskow

Pritzwalk. „Oma, was ist mit dir?“, fragt das Mädchen ein anderes Mädchen, das in sich versunken auf dem Boden hockt. „Oma“ reagiert nicht. Das Mädchen nimmt sie an die Hand und führt sie zwei Schritte durch den Raum. „Du hast Hunger, ich bringe dir etwas.“ Das Mädchen tritt ab, eine andere Spielerin wendet sich der „Oma“ zu, die plötzlich zu bellen beginnt. Oma ist auf einmal nicht mehr Oma, sondern ein Hund, der gestreichelt werden möchte. Erneut wechseln sich die Mädchen ab in ihrem Spiel. Nun stehen da zwei Freundinnen, die über ein Handy schimpfen. „Das funktioniert nicht.“ „Du hast eben was Billiges gekauft.“ „Ich habe nicht mehr Geld, meine Mutter gibt mir nicht mehr.“

Im fliegenden Wechsel tauschen die sieben Mädchen, die am Wochenende ins Pritzwalker Eltern-Kind-Zentrum zu einem Theaterworkshop gekommen sind, ihre Rollen. Das Spiel greift nahtlos ineinander über, Einfälle und Wortwechsel sprudeln nur so hervor, dabei ist nichts einstudiert, alles ist improvisiert. Theaterpädagogin Claudia Stricker aus Barenthin, die den zweitägigen Workshop leitet, gesteht allerdings, dass die acht- bis zwölfjährigen Mädchen schon über ein wenig Theaterspielerfahrung verfügen, schon mal an einem Theatersommercamp teilgenommen oder bei anderer Gelegenheit eine Rolle gespielt haben. Dennoch bleibt ein Staunen, wie sich die jungen Schauspielerinnen in plötzlich vorgegebene Situationen hineinfinden und spontan darauf eingehen.

Theaterpädagogin Claudia Stricker  (l) beschränkt sich auf einige Hinweise

Theaterpädagogin Claudia Stricker (l.) beschränkt sich auf einige Hinweise.

Quelle: Michael Beeskow

In Kindern und Jugendlichen steckt nicht nur das Bedürfnis vor dem Fernseher zu sitzen oder mit dem Smartphone zu spielen, erklärt die Theaterpädagogin. „Sie haben ein starkes Bedürfnis, sich zu äußern, verbal oder nonverbal.“ Also auch in Gesten und spielerischen Handlungen.

Ob das Theaterspiel mit Claudia Stricker Spaß macht, muss man nicht erfragen. Es ist den Kindern anzumerken. Eva (11 Jahre) war bei einem Theatercamp auf den Geschmack gekommen. Pia (10) aus Wittstock findet eine besondere Freude darin, sich in eingebildete Mädchen oder in alte verschrobene Tanten zu versetzen Josephine (10) spielt gerne Leute, die anders sind als sie: Tussis und coole Typen. „Wenn ich heute nicht hier wäre, ich hätte mich total gelangweilt“, sagt die Pritzwalkerin.

Theaterspiel versteht Claudia Stricker nicht als Auswendiglernen von Texten. Die Kinder sollen aus sich selber heraus spielen, spontan auf Situationen reagieren.

Das Theaterspiel bereitete den Kindern viel Spaß

Das Theaterspiel bereitete den Kindern viel Spaß.

Quelle: Michael Beeskow

Für das Abschlussstück, das am Samstagnachmittag vor den Eltern aufgeführt wurde, hat die Theaterpädagogin lediglich den Rahmen vorgegeben: einen Spielzeugladen. Was sich dort zutragen kann, überließ sie der Improvisationskunst ihrer jungen Schauspielerinnen.

Von Michael Beeskow

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