Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Kirche: Wilsnack hofft auf Millionenförderung

Kulturdenkmal Kirche: Wilsnack hofft auf Millionenförderung

Das Wahrzeichen der Stadt Bad Wilsnack hat gute Chancen, Kulturdenkmal nationaler Bedeutung zu werden. Damit verbunden wäre für die Wunderblutkirche eine finanzielle Unterstützung für die Sanierung in Höhe von etwa vier Millionen Euro.

Voriger Artikel
Innenminister: Kein Kreis wird zerschlagen
Nächster Artikel
Wittenberger Elblandgrundschule feierte 40.

Die Bad Wilsnacker Wunderblutkirche.

Quelle: Andreas König

Bad Wilsnack. Erste Freudenausbrüche soll es in Bad Wilsnack schon gegeben haben. Die Wunderblutkirche, Wahrzeichen der Stadt und der ganzen Region, hat gute Chancen, zum Kulturdenkmal nationaler Bedeutung erklärt zu werden. Damit verbunden wäre eine finanzielle Unterstützung für die Sanierung in Höhe von etwa vier Millionen Euro. „Offiziell haben wir allerdings noch keine Mitteilung“, schränkt Kirchenältester Christian Richter ein. „Daher können wir unserer Freude auch noch nicht Ausdruck verleihen. Wir sind aber guter Hoffnung.“

Dazu immerhin besteht Anlass. Über die Anerkennung befinden muss die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Doch trifft sie ihre Entscheidung nur, wenn der zuständige Landeskonservator zur nationalen Bedeutung eine Denkmals „positiv Stellung nimmt und die geplanten denkmalpflegerischen Maßnahmen aus fachlicher Sicht befürwortet“, wie es in den Fördergrundsätzen des Kulturministeriums heißt. In der Folge müssen externe Experten, welche die Kulturstaatsministerin beraten, der Empfehlung folgen.

Diese ersten beiden Hürden hat das Bad Wilsnacker Projekt bereits genommen. Der brandenburgische Landeskonservator Thomas Drachenberg ist in seiner Stellungnahme vom November 2015 zu dem Ergebnis gekommen, „dass es sich bei der Wunderblutkirche Sankt Nikolai um ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung handele“, teilt Hagen Philipp Wolf, Pressesprecher der Staatsministerin, mit. Zwar liegt „mit der Qualifizierung der Wunderblutkirche Sankt Nikolai in Bad Wilsnack als national bedeutendes Kulturdenkmal eine wesentliche Voraussetzung zur Förderung im Denkmalpflegeprogramm national wertvolle Kulturdenkmäler vor“, sagt Philip Hagen Wolf. Aber eine Entscheidung über die beantragte Förderung sei hiermit nicht verbunden, schränkt der Sprecher ein.

Förderverein Wunderblutkirche nahm Kontakt zu Stiftungen auf

Sollte Monika Grütters im Frühjahr für Bad Wilsnack entscheiden, kann für die Sanierung der Kirche und der Neugestaltung ihres Umfeldes mit einer längstens siebenjährigen Förderung gerechnet werden. „Das wären insgesamt 4,2 Millionen, also 600 000 Euro pro Jahr“, sagt Christian Richter der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Die große Herausforderung für die Gemeinde, den Kirchenkreis und die Landeskirche wird es sein, den Eigenanteil von etwa einem Drittel aufzubringen“, sagt Christian Richter. Zwar wollen die Akteure auch in der Region um Spenden bitten, aber ohne weitere großzügige Hilfe ist das Vorhaben kaum zu schultern. Bereits jetzt hat der Förderverein Wunderblutkirche Kontakt zu namhaften Stiftungen aufgenommen. „Das Interesse und die Bereitschaft sind da“, sagt Christian Richter.

Vom jetzigen Zustand der Kirche und den großen Plänen für jhre Zukunft wird sich Anfang März Günther Beckstein (CSU), ehemaliger bayerischer Ministerpräsident ein Bild machen. Als ehemaliger Vizepräses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland hat er beste Verbindungen in Kirche und Politik.

Bewegte Geschichte

Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack heißt so, weil nach einem Brand des damals noch hölzernen Gotteshauses im Jahr 1383 drei geweihte Hostien unversehrt lieben. Die Oblaten waren – vermutlich wegen Pilzbefalls rot gefärbt.

Pilger aus ganz Europa unternahmen Wallfahrten nach Bad Wilsnack. Der Großteil der Einnahmen floss den Havelberger Bischöfen zu. Wilsnack war das religiöse Besucherzentrum jener Zeit. Im Jahr 1551 endete die Erfolgsgeschichte jäh, als der evangelische Pfarrer von Wilsnack, Joachim Ellefeld, die drei Hostien verbrannte.

Zum Reformationsjubiläum passt die Wunderblutkirche wie keine andere. Selbst Martin Luther predigte wider den Ablasshandel in Wilsnack.

Von Andreas König

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg